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Baden-WürttembergTREND

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Das aktuelle politische Meinungsbild in Baden-Württemberg von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunk Stuttgart

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Anja Simon
Senior Projektleiterin Wahlforschung
anja.simon
@infratest-dimap.de

LänderTREND

Baden-WürttembergTREND Februar 2011

Weiterhin Wechselstimmung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg herrscht weiterhin Wechselstimmung. Jeder zweite Baden-Württemberg (49 Prozent) plädiert für einen Wechsel der Landesregierung, vier von zehn (39 Prozent) sprechen sich dafür aus, dass die amtierende Koalition aus CDU und FDP weiter das Land regiert. Diese Grundstimmung hat sich im Vergleich zur Umfrage im Dezember kaum verändert.

Während sich die Anhänger der Regierungsparteien klar für eine weitere Amtszeit aussprechen, plädieren die Anhänger der Oppositionsparteien erwartungsgemäß für politischen Neuanfang.

 

Direktwahlfrage: Mappus Vorsprung auf Kretschmann schmilzt, Mappus nur knapp vor Schmid

Könnten die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten in einer Direktwahl bestimmen, würden sich bei einem Duell zwischen Amtsinhaber Stefan Mappus und dem Grünen-Herausforderer Winfried Kretschmann 43 Prozent für Mappus und 36 Prozent für Kretschmann entscheiden. Gegenüber der letzten Umfrage im Dezember 2010 hat Mappus 3 Prozentpunkte verloren und Kretschmann 5 Punkte hinzugewonnen, so dass sich der Abstand von 15 auf 7 Punkte verkürzt hat.

Die CDU-Anhänger stehen weiterhin geschlossen hinter Mappus, auch acht von zehn FDP-Anhängern votieren für den Amtsinhaber. Während im Dezember die Sympathien der sozialdemokratischen Parteianhänger noch geteilt waren, sprechen sie sich aktuell mit deutlicher Mehrheit für Kretschman aus. Auch bei den Anhängern der Linken konnte Kretschmann zulegen und wird nun von sieben von zehn unterstützt. Die Anhänger der Grünen stehen wie im Dezember geschlossen hinter Kretschmann. Damit ergibt sich eine klare Trennung entlang der Parteianhängerschaften.

Wenn bei einer Direktwahl Stefan Mappus und der SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid gegeneinander antreten würden, käme der Ministerpräsident auf 39 Prozent und der SPD-Herausforderer auf 36 Prozent.

Bei dieser Konstellation erhält Mappus im eigenen Lager die gleiche Unterstützung wie gegen Kretschmann. Er kann jedoch nicht auf Unterstützung eines nennenswerten Teils der SPD-Anhänger bauen, die Schmid nahezu geschlossen hinter sich versammelt. Schmid wird auch von den Anhängern der Grünen und der Linken mit großer Mehrheit vorgezogen: Aufgrund dieser stärkeren Polarisierung fällt unter dem Strich der Abstand zwischen beiden geringer aus als beim Duell mit Kretschmann.

Die Unterstützung für Mappus ist jeweils im Großraum Stuttgart geringer als im übrigen Baden-Württemberg. Der Ministerpräsident liegt im Großraum Stuttgart hinter Kretschmann und gleichauf mit Schmid, während er im übrigen Baden-Württemberg vor beiden rangiert.

 

Wahlentscheidende Themen: Bildung das dominierende Thema

Die politische Diskussion der letzten Monate stand in Baden-Württemberg weitgehend im Zeichen von Stuttgart 21. Nach dem Schlichterspruch von Heiner Geißler ist das Thema etwas in den Hintergrund getreten und scheint an Brisanz verloren zu haben. Fragt man die Baden-Württemberger danach, wie wichtig verschiedene Themen für ihre persönliche Wahlentscheidung bei der kommenden Landtagwahl sein werden, benennen 19 Prozent Stuttgart 21 und die Verkehrspolitik als sehr wichtig und weitere 35 Prozent als wichtig. Das Thema hat damit den geringsten Stellenwert der fünf abgefragten Politikbereiche.

Topthema ist die Bildungspolitik, die von jedem Zweiten (55 Prozent) als sehr wichtig erachtet wird. Danach folgen die Energie- und Umweltpolitik, die Wirtschaftspolitik und die Familienpolitik, die jeweils einen ähnlichen Stellenwert einnehmen und von gut jedem dritten als „sehr wichtig“ für die Wahlentscheidung eingestuft werden.

Zwar wird in Reihen der Grünen Stuttgart 21 und Verkehrspolitik als überdurchschnittlich wichtig erachtet, den anderen Themen wird jedoch auch hier eine größere Bedeutung beigemessen. Es gibt auch keine nennenswerten Unterschiede  zwischen dem Großraum Stuttgart und dem übrigen Land.

 

Sonntagsfrage: weiterhin keine Mehrheit für Regierungskoalition

Wenn bereits am kommenden Sonntag in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt würde, könnte die CDU mit 39 Prozent rechnen. Sie kommt damit auf den gleichen Wert wie im Dezember. Die Liberalen können einen Punkt auf aktuell 6 Prozent zulegen und haben damit den Abwärtstrend gestoppt. Die amtierende schwarz-gelbe Regierung verfügt damit weiterhin über keine Mehrheit.

Die SPD kann 3 Punkte zulegen und erreicht mit 21 Prozent wieder das Niveau vom Oktober letzten Jahres. Die Grünen müssen einen Verlust von 4 Punkten hinnehmen, bleiben mit 24 Prozent jedoch zweistärkste Kraft vor der SPD. Die  Linkspartei käme unverändert auf 5 Prozent und sieht einer Zitterpartie entgegen. Auf die sonstigen Parteien entfielen zusammengenommen 5 Prozent.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahl­verhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler immer kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Baden-Württemberg ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Erhebungszeitraum:
01. bis 02. Februar 2011
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap