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BayernTREND
Das aktuelle politische Meinungsbild in Bayern von Infratest dimap im Auftrag der Sendung Kontrovers im Bayerischen Fernsehen
Roberto Heinrich
Senior Projektleiter Wahlforschung
roberto.heinrich
@infratest-dimap.de
LänderTREND
Bayern Januar 2011
Verhältnisse in Bayern wecken wieder mehrheitlich Zuversicht
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Staatsregierung gewinnt an Zuspruch
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Regierungszufriedenheit CSU im Zeitverlauf
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Regierungszufriedenheit FDP im Zeitverlauf
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Kompetenzen: CSU gewinnt Vertrauen zurück
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Parteikompetenzen Fortsetzung
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Ansehensgewinn für CSU-Ministerpräsidenten Seehofer
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Eigenschaften von Horst Seehofer
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Politikerbenotung: Guttenberg mit Rekordwert Nummer Eins, Seehofer im Mittelfeld
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Politikerbenotung Fortsetzung
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Sonntagsfrage: CSU mit absoluter Mehrheit, Grüne gleichauf mit SPD
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Ursache für die schlechte Lage der FDP
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Wahl- und Umfrageergebnisse Landtagswahl Bayern
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Olympia 2018: 60 Prozent für die Bewerbung Münchens
Abbildung vergrößern »Verhältnisse in Bayern wecken wieder mehrheitlich Zuversicht
Die Grundstimmung im Freistaat hat sich in den letzten 12 Monaten deutlich aufgehellt. Gaben Anfang 2010 die Verhältnisse im Bundesland den Bayern eher Anlass zur Sorge als zur Zuversicht (51:44 Prozent), überwiegt bei ihnen aktuell eine deutlich positive Sichtweise: Zwei Drittel (64 Prozent) sehen derzeit Anlass zur Zuversicht, drei von zehn (28 Prozent) sind besorgt. Ähnlich positiv gestimmt waren die Bayern zuletzt vor neun Jahren. Staatsregierung gewinnt an ZuspruchVon der verbesserten Grundstimmung im Freistaat profitiert die Landesregierung. Aktuell sind 46 Prozent der Bayern mit der Arbeit der Koalition aus CSU und FDP sehr zufrieden bzw. zufrieden. 52 Prozent äußern Kritik. Damit ist insgesamt der Rückhalt der Landesregierung in der Bevölkerung gestiegen: Anfang 2010 hatten sich nach 61 Prozent kritisch und nur 37 Prozent positiv geäußert. Der Sympathiegewinn wird im Wesentlichen von der CSU getragen. Vor einem Jahr noch mehrheitlich negativ bewertet, stößt ihre Regierungsleistung aktuell bei 52 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten auf positive Resonanz, während sich 44 Prozent unzufrieden äußern. Damit bewegt sich die CSU in etwa wieder auf dem Zufriedenheitsniveau, das sie vor der Landtagswahl 2008 mit ihrer Regierungsarbeit genoss.An der FDP geht dagegen der beobachtete Ansehensgewinn der Landesregierung vorbei. Die Zufriedenheit mit der Regierungsarbeit der Liberalen ist gegen den Trend im Jahresverlauf sogar gesunken: 15 Prozent der Wahlberechtigten äußern sich aktuell wohlwollend zu ihrer Arbeit nach 25 Prozent im vergangenen Januar.
Kompetenzen: CSU gewinnt Vertrauen zurück
Der CSU kann im Zuge des Aufschwungs ihre traditionelle Stärke in Wirtschafts- und Arbeitsmarktfragen ausspielen. Hier gewinnt sie jeweils deutlich an sachpolitischem Vertrauen zurück. Sieben von zehn Bayern (73 Prozent; +9) setzen bei der Sicherung des Wirtschaftsstandortes auf die regierenden Christsozialen. Die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen sieht mehr als jeder Zweite (56 Prozent, +11) am ehesten bei der CSU aufgehoben. Auch das Vertrauen in die CSU in Fragen der Haushalts- und Finanzpolitik (+13) ist im Jahresverlauf wieder deutlich gewachsen, ungeachtet der immer wieder aufflammenden Querelen um die BayernLB: Jeder zweite Bayer (53 Prozent) traut hier am ehesten der CSU. Ebenso zulegen kann sie in Fragen der Schul- und Bildungspolitik (+4), bei der Entwicklung eines gerechteren Steuer- und Abgabensystem (+2) und dem Einsatz für soziale Gerechtigkeit (+6). Bei der Familien- und Kinderbetreuung stagniert sie (-1). Mit 37 Prozent bleibt sie aber auch hier die Partei, die über den größten Rückhalt im Freistaat verfügt. Ungebrochen ist schließlich das generelle Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit der CSU: 53 Prozent (+2) erwarten am ehesten von ihr, die wichtigsten Probleme des Bundeslandes zu lösen. Während die CSU sachpolitisches Vertrauen zurückgewinnt, sind die inhaltlichen Erwartungen an den Koalitionspartner FDP zum Vorjahr gesunken. Vor allem in der Steuer- sowie der Haushalts- und Finanzpolitik (jeweils -6) ist der Rückhalt für die Liberalen in Bayern gegenüber dem Jahresbeginn 2010 deutlich zurückgegangen, ebenso aber auch in der Schul- und Bildungspolitik (-5), bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und in Fragen der Sozialpolitik (jeweils -4). Die SPD als größte Oppositionspartei im Landtag gewinnt kaum hinzu und bleibt ausnahmslos hinter der CSU zurück. Dies gilt auch in ihrem Kernbereich, der sozialen Gerechtigkeit (34:27 Prozent). Die Grünen verbessern sich im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes, wo sie auch in Bayern dominieren wie keine zweite Partei (49 Prozent; +5). Über sichtbares Profil verfügen die Grünen darüber hinaus in der Familien (11 Prozent), Schul- und Sozialpolitik (jeweils 8 Prozent). Obwohl sie die drittgrößte Fraktion im Landtag stellen, haben die Freien Wähler auch nach mehr als zwei Jahren Parlamentsarbeit im landespolitischen Kompetenzurteil der Bayern keinerlei Spuren hinterlassen. Die in Bayern nicht im Landtag vertretene Linkspartei spielt in der Sachwahrnehmung der bayerischen Wahlberechtigten auch beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (2 Prozent) keine Rolle.Wieder gesunken ist im Zuge des Aufschwungs die Zahl derer, die den Parteien generell keine Lösungskompetenz in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Haushalt zutrauen. Demgegenüber ist insbesondere bei der Entwicklung einer gerechten Steuer- und Abgabenpolitik das bereits deutliche Misstrauen gegenüber den Parteien nochmals gestiegen (33 Prozent; +4).
Ansehensgewinn für CSU-Ministerpräsidenten
Die Ansehenszuwächse von Landesregierung und CSU gehen mit einem Reputationsgewinn auch für den Ministerpräsidenten einher: Horst Seehofer gilt bei 56 Prozent der Bayern als guter Ministerpräsident. Er hat damit im Vergleich zu Beginn des letzten Jahres wieder an Format gewonnen (+3). Allerdings hatten Seehofer nach den ersten Monaten im Amt noch zwei Drittel (64 Prozent) als gute Besetzung im Amt gesehen. Zudem erhält er in der Benotung seiner Arbeit mit Schulnoten trotz Zuwachses nur eine 3,1 und stößt damit in der Politikerbewertung lediglich ins vordere Mittelfeld vor.Horst Seehofer wird von den Bayern als sympathischer (62 Prozent) und mutiger (57 Prozent) Politiker wahrgenommen. Hinsichtlich seiner Entscheidungsstärke sind die Meinungen im Freistaat eher geteilt (51:45 Prozent). Vermisst wird bei ihm vielfach eine klare inhaltliche Linie (54:41 Prozent). Auch die CSU-Anhänger sehen hier Defizite (53:45 Prozent). Ferner überwiegen bei den Wahlberechtigten Zweifel, ob er über die richtigen Zukunftskonzepte für das Bundesland verfügt (54:37 Prozent).
Politikerbenotung: Guttenberg mit Rekordwert Nummer Eins, Seehofer im Mittelfeld
Auch wenn der Ministerpräsident und CSU-Landesvorsitzende im Urteil der Bayern nur im Mittelfeld liegt, die populärsten Politiker im Freistaat werden derzeit fast ausnahmslos von der CSU gestellt. Angeführt wird die Liste wie vor einem Jahr von Karl Theodor zu Guttenberg. Mit einer Durchschnittsbenotung von 1,9 erreicht er den besten Sympathiewert, der im BayernTREND bislang gemessen wurde. Während der Münchener SPD-Oberbürgermeister Christian Ude mit einer 2,3 auf Platz Zwei liegt, werden die nächstfolgenden Platzierungen durchweg von CSU-Politikern belegt. Hierzu gehören Landtagspräsidentin Barbara Stamm (2,5), Bundesverbraucher- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (2,8) sowie Justizministerin Beate Merk (2,9). Mit identischem Wert (jeweils 3,0) schneiden CSU-Familienministerin Christine Haderthauer, CSU-Innenminister Joachim Herrmann, CSU-Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sowie Hubert Aiwanger von den Freien Wählern ab.
Im vorderen Mittelfeld platzieren sich neben dem CSU-Ministerpräsidenten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, CSU-Finanzminister Georg Fahrenschon, der Staatskanzlei-Chef Siegfried Schneider sowie die CSU-Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Emilia Müller (jeweils 3,1). Im hinteren Mittelfeld liegen CSU-Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder, CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Schmid sowie FDP-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, ferner die beiden Landesvorsitzenden der Grünen, Theresa Schopper und Dieter Janecek (jeweils 3,2).
Im hinteren Drittel platzieren sich mit identischer Bewertung (jeweils 3,3) FDP-Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil, der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold und sein weiterhin mit Bekanntheitsproblemen kämpfende Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher (Bekanntheit: 29 Prozent), FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Hacker sowie die beiden Grünen-Fraktionsspitzen Margarete Bause und Thomas Mütze. Bause wie Mütze bleiben jeweils deutlich hinter den Sympathiewerten des im vergangenen Jahr verstorbenen Sepp Daxenberger zurück (Januar 2010: 2,9), was dem positiven Trend der Grünen in Bayern jedoch keinen Abbruch tut. Schlusslichter sind die FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und CSU-Kultusminister Ludwig Spänle (jeweils 3,4).
Sonntagsfrage: CSU mit absoluter Mehrheit, Grüne gleichauf mit SPD
In der politischen Stimmung spiegelt sich das gewachsene Vertrauen in Regierungsarbeit und Problemlösungskompetenz der CSU bei gleichzeitigem Sympathieentzug für die Liberalen. Gegenüber Januar 2010 legt die CSU 5 Punkte zu und käme aktuell auf 46 Prozent Stimmenanteil. Damit hätte sie wieder Aussicht auf eine absolute Mehrheit im Landtag.
Die Liberalen verspüren dagegen auch in Bayern heftigen Gegenwind. Kamen sie zu Jahresbeginn 2010 noch auf 11 Prozent, hätten sie derzeit bei einer Landtagswahl 6 Prozent in Aussicht. Zwar zeigen sich in der Bewertung von Regierungsleistung und Sachkompetenz auch deutliche landespolitische Defizite, dennoch glauben die Wahlberechtigten in Bayern zu 71 Prozent, dass in erster Linie die FDP-Politik im Bund für die schlechten Umfragewerte der Bayern-Liberalen verantwortlich ist.
Zwischen den Oppositionsparteien im Landtag haben sich die Gewichte im Jahresverlauf erkennbar verschoben. Während die SPD mit 17 Prozent im Stimmungstief verharrt, legen die Grünen 2 Punkte zu und schließen erstmals in einem BayernTREND zu den Sozialdemokraten auf. Andere Parteien würden derzeit den Sprung in den bayerischen Landtag verfehlen, darunter die Freien Wähler sowie die Linkspartei (jeweils 4 Prozent).
Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.
Olympia 2018: 60 Prozent für Bewerbung Münchens
In dieser Woche hat München seine Bewerbungsunterlagen für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018 beim IOC in Lausanne eingereicht. Die Olympia-Bewerbung Münchens ist wegen der Kosten und der Natur-Eingriffe nicht unumstritten. Dennoch befürworten die Bayern mehrheitlich mit 60 Prozent Olympische Spiele im Freistaat. 36 Prozent sprechen sich gegen das Projekt aus. In den Reihen von CSU (75:23 Prozent) und SPD (61:36 Prozent) überwiegt jeweils der Zuspruch. Während die Anhänger der FDP (53:47 Prozent) in ihrer Haltung gespalten sind, sprechen sich die der Grünen (40:52 Prozent) eher dagegen aus.
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%