WEBSITE DURCHSUCHEN

Schnellsuche

Kartensuche

Sie haben entweder kein Javascript aktiviert oder eine veraltete Version des Adobe Flash Player's installiert.

 

BerlinTREND

BerlinTREND

Das aktuelle politische Meinungsbild in Berlin von Infratest dimap im Auftrag des Rundfunk Berlin Brandenburg in Kooperation mit der Berliner Morgenpost

Bestellen

Bestellen

Unsere Studien zum Nachlesen
mehr »

Ansprechpartner

Ansprechpartner

Roberto Heinrich
Senior Projektleiter Wahlforschung
roberto.heinrich
@infratest-dimap.de

LänderTREND

Berlin Juli 2009

Die landespolitische Stimmung ist seit April in Berlin deutlich in Bewegung geraten. Ständen aktuell Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus an, käme die SPD auf 25 Prozent der Stimmen – der niedrigste Wert für die Sozialdemokraten im BerlinTREND seit 2003. Die SPD büßt gegenüber April 4 Punkte ein, behauptet jedoch den ersten Platz vor der CDU. Die Christdemokraten legen 1 Punkt zu und kämen derzeit auf 23 Prozent. Mehr als die Christdemokraten profitieren momentan die Berliner Grünen von der Schwäche der SPD. Sie legen gegenüber April 3 Punkte zu und hätten aktuell 20 Prozent der Stimmen in Aussicht – der höchste für sie im BerlinTREND gemessene Wert. Der Abwärtstrend der Linkspartei in Berlin hält auch im Juli an: Sie gibt 1 Punkt ab und würde momentan 14 Prozent erreichen. Im gleichen Umfang legen die Liberalen zu, die mit 12 Prozent so stark sind wie nie zuvor bei einer Berlin-Erhebung von RBB und Morgenpost. mehr »

Sonntagsfrage Abgeordnetenhauswahl: SPD mit Einbußen, Grüne und FDP auf Rekordniveau

 

Die landespolitische Stimmung ist seit April in Berlin deutlich in Bewegung geraten. Ständen aktuell Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus an, käme die SPD auf 25 Prozent der Stimmen – der niedrigste Wert für die Sozialdemokraten im BerlinTREND seit 2003. Die SPD büßt gegenüber April 4 Punkte ein, behauptet jedoch den ersten Platz vor der CDU. Die Christdemokraten legen 1 Punkt zu und kämen derzeit auf 23 Prozent.

 

Mehr als die Christdemokraten profitieren momentan die Berliner Grünen von der Schwäche der SPD. Sie legen gegenüber April 3 Punkte zu und hätten aktuell 20 Prozent der Stimmen in Aussicht – der höchste für sie im BerlinTREND gemessene Wert. Der Abwärtstrend der Linkspartei in Berlin hält auch im Juli an: Sie gibt 1 Punkt ab und würde momentan 14 Prozent erreichen. Im gleichen Umfang legen die Liberalen zu, die mit 12 Prozent so stark sind wie nie zuvor bei einer Berlin-Erhebung von RBB und Morgenpost.

 

Die SPD verliert vor allem im Westteil der Stadt (-5) und fällt hier mit 24 Prozent deutlich hinter die CDU zurück, die unverändert 28 Prozent in Aussicht hätte. Die Grünen platzieren sich dank ihrer Zugewinne (+4) zwischen Reinickendorf und Rudow jenseits der 20-Prozentmarke. Die Liberalen gewinnen 2 Punkte hinzu und kommen auf 15 Prozent Stimmenanteil, während die Linke 2 Punkte verliert und derzeit 5 Prozent der Westberliner Wähler mobilisieren könnte.

 

Im Ostteil Berlins verlieren SPD und Linke im gleichen Umfang (-2) und kämen jeweils auf 26 Prozent. Die Grünen legen auch im Berliner Osten zu und würden hier mit 18 Prozent an der CDU vorbei ziehen. Die CDU hätte unverändert 15 Prozent in Aussicht, die FDP wie im April 8 Prozent.

 

 

Sonntagsfrage Bundestagswahl: SPD fällt hinter die Union

 

Ein Grund für die Bewegung in der landespolitischen Stimmung besteht im gegenwärtigen negativen Bundestrend für die SPD, dem sich auch die Berliner Sozialdemokraten nicht entziehen können. Stände aktuell die Bundestagswahl an, würden die Sozialdemokraten in der Hauptstadt hinter die CDU auf den zweiten Platz zurückfallen. Entschied sich 2005 noch etwa jeder dritte Wähler bei der Bundestagswahl für die SPD, wäre es aktuell knapp jeder vierte (23 Prozent). Die CDU hätte zur Bundestagswahl momentan 26 Prozent der Zweitstimmen in Aussicht, nach 22 Prozent in 2005. Die Grünen wären derzeit mit 19 Prozent auch bei der Bundestagswahl eindeutig drittstärkste Berliner Kraft. Die Linke käme auf 15 Prozent, die FDP auf 12 Prozent. 

Die CDU würde derzeit im Berliner Westen 31 Prozent Wähleranteil bei einer Bundestagswahl erreichen, während die SPD mit 23 Prozent rechnen könnte. Die Grünen hätten 20 Prozent in Aussicht, die FDP 14 Prozent. Die Linke käme auf 7 Prozent. Im Ostteil Berlins wäre die Linke stärkste Kraft (26 Prozent) vor der SPD (23 Prozent). CDU und Grüne lägen mit jeweils 18 Prozent gleichauf. Die FDP würde 9 Prozent erreichen.

 

Die Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhaus- und zur Bundestagswahl misst jeweils aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahl­verhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Be­deutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unent­schlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

 

Politikerzufriedenheit: Wowereit und Körting mit deutlichen Verlusten

 

Ursachen für die derzeitigen Einbußen der SPD finden sich in der Bundespolitik, ebenso aber in der Landespolitik. Zwar ist Klaus Wowereit auch im Juli unverändert der mit Abstand populärste Landespolitiker der Hauptstadt. Er verliert jedoch gegenüber April erkennbar an Rückhalt (-5) und überzeugt erstmals in seiner Amtszeit weniger als die Hälfte der Berliner (49 Prozent).

Noch deutlicher als der Regierende Bürgermeister büßt SPD-Innensenator Ehrhart Körting ein (-10). Körting, der wegen der nicht abbrechenden Serie von Brandanschlägen auf Privatautos in der Kritik steht, findet im Juli bei 34 Prozent ein positives Urteil – der schlechteste Wert für ihn seit dem Frühjahr 2007.

 

Nach dem Wechsel von Finanzsenator Thilo Sarrazin in die Wirtschaft belegtder Linken-Wirtschaftssenator Harald Wolf den dritten Platz im Urteil der Berliner mit einer Zustimmung von 28 Prozent (-1). Ihm folgen die Linkspartei-Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (+/-0) und SPD-Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (+3) mit jeweils 25 Prozent Rückhalt sowie SPD-Bildungssenator Jürgen Zöllner mit 20 Prozent    (-2).

 

Von den Politikern der Opposition schneidet Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Eichstädt-Bohlig (17 Prozent) erneut am besten ab. Sie platziert sich im Juli noch vor Finanzsenator Ulrich Nußbaum (12 Prozent), dessen Arbeit erstmals im BerlinTREND bewertet wurde. Der aus Bremen stammende Sarrazin-Nachfolger kämpft in seiner neuen Heimat noch mit Bekanntheitsproblemen und ist bislang erst sieben von zehn Berlinern (73 Prozent) kein Begriff.

 

Aber auch die neuen Landesspitzen von Union und FDP haben Bekanntheitsdefizite, so dass von ihnen derzeit kaum Impulse für die eigenen Parteien ausgehen. CDU-Parteivorsitzender Frank Henkel ist sieben von zehn Berlinern (68 Prozent) kein Begriff, mit dem Namen des Lindner-Nachfolgers Christoph Meyer können aktuell 82 Prozent nichts anfangen. Entsprechend gering fallen auch ihre Zustimmungsraten aus. Henkel erhält aktuell von11 Prozent positive Urteile, Meyer von 6 Prozent.

 

Landesbibliothek und Kunsthalle: Skepsis gegenüber Neubau-Plänen des Senats

 

Der SPD-geführte Senat plant für die nächsten Jahre zwei Neubau-Großprojekte mit öffentlichen Mitteln. Neben dem Neubau einer zentralen Landesbibliothek auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof, der die drei sanierungsbedürftigen und überlasteten Standorte in Mitte, Kreuzberg und Charlottenburg ersetzen soll, soll auch der Bau einer neuen Kunsthalle für zeitgenössische Kunst in der Nähe des Hauptbahnhofes gefördert werden.

 

Beide Vorhaben stoßen bei der Mehrheit der Hauptstädter auf Ablehnung. Der 270 Mio. teure Neubau der Landesbibliothek ist nach Ansicht jedes dritten Berliners (33 Prozent) eine gute Sache für die Stadt. Sechs von zehn (60 Prozent) sehen ihn kritisch. Während die Anhänger der SPD in dieser Frage gespalten sind (45:49 Prozent), gehen die Anhänger von Linkspartei (39:56), Grünen (38:56), vor allem aber von FDP (32:66) und CDU (25:66) zur neuen Landesbibliothek auf Distanz.

 

Die Errichtung einer Kunsthalle für zeitgenössische Kunst, in die der Senat bis zu 30 Mio. Euro investieren möchte, betrachten 36 Prozent als gut für Berlin. Auch bei diesem Bauprojekt gehen sechs von zehn (60 Prozent) auf Distanz. Bei der Kunsthalle zeigen sich die SPD-Anhänger wiederum gespalten (48:49 Prozent). In den Reihen von Linkspartei (36:62), Grünen (39:57), FDP (42:54), insbesondere aber der CDU (30:68 Prozent) vertreten erneut Mehrheiten die Ansicht, diese Bau-Investition sei derzeit nicht gut für die Hauptstadt. Noch am aufgeschlossensten gegenüber beiden Projekten sind die jungen Berliner. Unter ihnen halten sich Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage. 

 

Drei von zehn Berlinern interessieren sich für Leichtathletik-WM in der Hauptstadt

 

Vom 15. bis 23. August finden in Berlin die 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Gut einen Monat vor Beginn der Veranstaltungen sind immerhin drei von zehn Hauptstädtern (27 Prozent) sehr stark (7 Prozent) bzw. stark (20 Prozent) an dem Berliner Sport-Event des Sommers interessiert. 37 Prozent der Berliner sind weniger, ebenso viele (36 Prozent) gar nicht interessiert. Das Ereignis im August zieht bislang vor allem die Aufmerksamkeit der älteren Hauptstädter auf sich. Von den über 60jährigen signalisieren fast vier von zehn (37 Prozent), Interesse an der WM. Unter den 18 bis 24jährigen sind bislang nur halb so viele (19 Prozent) an den Leichtathletik-Wettkämpfen interessiert.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Berlin ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Erhebungszeitraum:
2.-6. Juli 2009
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap