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BerlinTREND
Das aktuelle politische Meinungsbild in Berlin von Infratest dimap im Auftrag des Rundfunk Berlin Brandenburg in Kooperation mit der Berliner Morgenpost
Roberto Heinrich
Senior Projektleiter Wahlforschung
roberto.heinrich
@infratest-dimap.de
LänderTREND
Berlin September 2009
Sonntagsfrage Abgeordnetenhauswahl: SPD auf Rekordtief, Grüne halten Rekordniveau
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Sonntagsfrage Abgeordnetenhauswahl im Zeitverlauf
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Vergleich Sonntagsfrage Abgeordnetenhauswahl Berlin-Ost und Berlin-West
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Politikerzufriedenheit: Alle Politiker kommen mit größerem Rückhalt aus der Sommerpause, Nussbaum legt am stärksten zu
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Politikerzufriedenheit im Zeitverlauf: Wowereit, Körting, Wolf, Junge-Reyer
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Politikerzufriedenheit im Zeitverlauf: Knake-Werner, Zöllner, Nußbaum, Eichstädt-Bohlig, Henkel, Meyer
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Direktwahl des Bürgermeisters: Wowereit weit vor Henkel
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60 Prozent erwarten von Senatsvergrößerung keinen Effekt
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Gut jeder zweite Berliner fühlt sich insgesamt sehr wohl in der Hauptstadt
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Sonntagsfrage Bund: SPD, CDU und FDP mit Einbußen, Linke und Sonstige legen zu
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Sonntagsfrage Bund im Zeitverlauf
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Sonntagsfrage Bund: Vergleich Berlin West und Berlin Ost
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Kanzler-Direktwahl: Jeder zweite Berliner bevorzugt Merkel
Abbildung vergrößern »Sonntagsfrage Abgeordnetenhauswahl: SPD auf Rekordtief, Grüne halten Rekordniveau
Die landespolitische Stimmung bleibt in Berlin in Bewegung. Ständen aktuell Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus an, käme die SPD auf 24 Prozent der Stimmen – der niedrigste Wert für die Sozialdemokraten im BerlinTREND. Die SPD büßt gegenüber Juli 1 Punkte ein, behauptet jedoch den ersten Platz vor der CDU, die ihrerseits 1 Punkt einbüßt und derzeit auf 22 Prozent käme.
Mit unverändert 20 Prozent lägen die Grünen auf dem dritten Platz. Die Linke hat ihren Abwärtstrend gestoppt. Mit 16 Prozent Wählerrückhalt liegt die Linke 2 Punkte besser als im Juli. Dagegen bricht der lange Aufwärtstrend für die FDP vorerst ab. Die Liberalen könnten aktuell mit 10 Prozent rechnen, zwei Punkte weniger als im Juli. Die Gruppe der sonstigen Parteien käme zusammen auf 8 Prozent, wobei vor allem die Neugründung Piratenpartei (3 Prozent) nennenswerten Zuspruch erlangt.
Die SPD liegt im Westteil der Stadt unverändert bei 24 Prozent. Sie bleibt hier hinter der Union zurück, die nach Verlusten (-2) 26 Prozent in Aussicht hätte. Die Grünen legen im Westen zu und rücken mit 23 Prozent an die Sozialdemokraten heran. Die Liberalen büßen 3 Punkte ein und kommen auf 12 Prozent Stimmenanteil, während die Linke 2 Punkte zulegt und derzeit 7 Prozent der Westberliner Wähler mobilisieren könnte. Die sonstigen Parteien liegen im Westen bei 8 Prozent, wobei die Piratenpartei mit 3 Prozent rechnen könnte. Im Ostteil Berlins verliert die SPD (-2), sie käme jetzt auf 24 Prozent. Die Linke legt dagegen auch im Berliner Osten (+2) zu und wäre mit 28 Prozent dort wieder klar stärkste Partei. Die Grünen (17 Prozent) bleiben trotz Einbußen (-1) im Berliner Osten vor der Union, die auf 16 Prozent (+1) käme. Die FDP hätte 7 Prozent in Aussicht. Auch im Osten liegen die sonstigen Parteien bei 8 Prozent, auch hier sichert sich die Piratenpartei derzeit 3 Prozent.
Die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl misst jeweils aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase zugenommen.
Politikerzufriedenheit: Alle Politiker kommen mit größerem Rückhalt aus der Sommerpause, Nussbaum legt am stärksten zu
Nach der Sommerpause starten alle Berliner Politiker mit einem größeren Rückhalt unter den Berlinern als vor der Sommerpause. Klaus Wowereit führt die Liste der Landespolitiker im September mit 55 Prozent an (+6), gefolgt von SPD-Innensenator Ehrhart Körting (38 Prozent, +4).
Der Linken-Wirtschaftssenator Harald Wolf belegt weiterhin den dritten Platz im Urteil der Berliner mit einer Zustimmung von aktuell 32 Prozent (+4), der bislang beste Wert für ihn im BerlinTREND. Ihm folgt SPD-Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (+5) mit 30 Prozent Zustimmung, für sie ebenfalls persönlicher Bestwert. Die Arbeit der Linkspartei-Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (+2) und SPD-Bildungssenator Jürgen Zöllner (+7) wird aktuell von jeweils 27 Prozent der Berliner positiv bewertet und damit von so vielen wie nie zuvor.
Den größten Zuwachs gegenüber Juli aber verzeichnet von allen Landespolitikern Finanzsenator Ulrich Nussbaum (+10), zu dessen Arbeit sich im September 22 Prozent positiv äußern. Der Sarrazin-Nachfolger zieht damit an der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Franziska Eichstädt-Bohlig vorbei, die ebenso zulegt und erstmals einen Zustimmungswert von 19 Prozent erreicht. Auch die Spitzen von Union und FDP, Frank Henkel (+2) und Christoph Meyer (+3), verbessern sich, bleiben mit ihren jeweiligen Zustimmungsraten jedoch weiter deutlich hinter den anderen abgefragten Politikern zurück. Frank Henkel erhält aktuell von 13 Prozent positive Urteile, Meyer von 9 Prozent. Insbesondere der FDP-Fraktionsvorsitzende kämpft weiterhin mit Bekanntheitsproblemen. Mit dem Namen des Lindner-Nachfolgers Christoph Meyer können aktuell 81 Prozent der Berliner nichts anfangen.
Direktwahl des Bürgermeisters: Wowereit weit vor Henkel
Die nach wie vor große personelle Dominanz von Klaus Wowereit in der Stadt spiegelt sich in der Präferenz der Berliner für das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Aufgefordert, sich zwischen Klaus Wowereit und dem CDU-Landesvorsitzenden Frank Henkel zu entscheiden, sprechen sich 60 Prozent für den Amtsinhaber aus, 20 Prozent für den CDU-Politiker. Wowereits Popularität strahlt in der Direktwahlfrage nach wie vor weit über die eigene Anhängerschaft (83:10 Prozent) und die von Linkspartei (75:4 Prozent) und Grünen (69:8 Prozent) hinaus. Unter den Unions-Anhängern sprechen sich immerhin 36 Prozent für den SPD-Politiker aus.
60 Prozent erwarten von Senatsvergrößerung keinen Effekt
Die Pläne zur Anhebung der derzeit in der Verfassung auf maximal acht begrenzten Senatorenzahl finden in Berlin nur mäßigen Zuspruch. Sechs von zehn Berlinern (60 Prozent) bezweifeln, dass sich eine Vergrößerung der Landesregierung positiv auf die Arbeit des Senats auswirken wird. Jeder Dritte (34 Prozent) rechnet dagegen durchaus mit einer spürbaren Effekt einer Senatsvergrößerung auf die Arbeit der Berliner Landesregierung. Die Zweifel an der Wirksamkeit einer Kabinettsvergrößerung überwiegen in den Reihen aller Parteien. Die mit Abstand größte Skepsis besteht jedoch unter den Anhängern der FDP (74 Prozent).
Gut jeder zweite Berliner fühlt sich insgesamt sehr wohl in der Hauptstadt
Die Berliner fühlen sich in der großen Mehrzahl wohl in ihrer Stadt. Gut jeder Zweite (54 Prozent) fühlt sich sehr, weitere 39 Prozent ziemlich wohl an der Spree. Nur 7 Prozent empfinden das Leben in der Hauptstadt als weniger oder gar nicht angenehm. Das Wohlbefinden in der Stadt eint beide Stadthälften, Junge wie Alte, Männer wie Frauen.
Sonntagsfrage Bundestagswahl: SPD CDU und FDP mit Einbußen, Linke und Sonstige legen zu
Bei einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt würden die Sozialdemokraten an der Spree 21 Prozent erzielen, zwei Punkte weniger als im Juli. Die CDU büßt zum Sommer 1 Punkt ein, bliebe mit 25 Prozent Stimmenanteil aber vor den Sozialdemokraten. Die Grünen liegen wie im Juli bei 19 Prozent und damit vor der Linken, die sich um 2 Punkte verbessern und auf 17 Prozent kämen. Die FDP hätte derzeit bei einer Bundestagswahl 11 Prozent in Aussicht, 1 Punkt weniger als im Juli. Die Sonstigen verbessern sich gegenüber Juli auch in der bundespolitischen Stimmung um 2 Punkte auf 7 Prozent. Hier sticht die Piratenpartei hervor, die derzeit in Berlin mit einem Stimmenanteil von 3 Prozent bei der Bundestagswahl rechnen könnte.
Die CDU würde derzeit im Berliner Westen 29 Prozent (-2) Wähleranteil bei einer Bundestagswahl erreichen, während die SPD mit 22 Prozent (-1) rechnen könnte. Die Grünen hätten 20 Prozent (+/-0) in Aussicht, die FDP 13 Prozent (-1). Die Linke käme auf 9 Prozent (+2), alle anderen Parteien auf 7 Prozent. Im Ostteil Berlins wäre die Linke klar stärkste Kraft (28 Prozent; +2) vor der SPD (21 Prozent, -2). Die CDU hätte 19 Prozent (+1) in Aussicht, die Grünen 17 Prozent (-1). Die FDP würde 7 Prozent (-2) erreichen, alle anderen 8 Prozent (+2).
Die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl misst jeweils aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.
Kanzlerpräferenz: Jeder zweite Berliner bevorzugt Merkel
Hätten die Berliner die Möglichkeit, über das Amt des Bundeskanzlers direkt abzustimmen, würden sie klar Angela Merkel gegenüber Frank-Walter Steinmeier vorziehen. Die Hälfte der Berliner (52 Prozent) spricht sich für die CDU-Amtsinhaberin aus, 30 Prozent für den Bundesaußenminister von der SPD. 15 Prozent der Berliner tun sich mit beiden Kanzlerkandidaten schwer, sie würden sich für keinen der beiden entscheiden.
Während sich die Berliner Unions-Anhänger weitgehend einhellig (94 Prozent) für ihre Spitzenkandidatin aussprechen, findet Frank-Walter Steinmeier bei den SPD-Anhängern Rückhalt von nur 61 Prozent. In den Reihen ihres Wunschkoalitionspartners FDP unterstützen drei Viertel die Amtsinhaberin (77 Prozent). Bei den Berliner Grünen-Anhängern punkten Merkel (41 Prozent) und Steinmeier (40 Prozent) in etwa gleich stark. Die Anhänger der Linken würden sogar eher auf die CDU- als auf den SPD-Politiker (35:26 Prozent) setzen, ein Drittel von ihnen aber spricht sich für keinen von beiden aus (32 Prozent).
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%