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Das aktuelle politische Meinungsbild in Hessen von Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunk

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Heiko Gothe
Senior Projektleiter Wahlforschung heiko.gothe
@infratest-dimap.de

LänderTREND

Hessen Januar 2008

Die Bürger in Hessen sehen beim Thema Jugendkriminalität Handlungsbedarf: Mehrheitlich sprechen sie sich für härtere Strafen für jugendliche Kriminelle aus (56 Prozent). Die SPD-Unterschriftenaktion zum Mindestlohn spaltet die Bevölkerung klar entlang der Lagergrenzen. Die konjunkturelle Belebung der letzten Monate und die in Hessen binnen Jahresfrist von 8,1 auf aktuell 6,7 Prozent gesunkene Arbeitslosigkeit sorgen für eine sehr positive Beurteilung der wirtschaftlichen Lage im Land. Die Hessen machen sich vor allem Sorgen um die Probleme in der Schul- und Bildungspolitik. Die ... mehr »

Die Bürger in Hessen sehen beim Thema Jugendkriminalität Handlungsbedarf: Mehrheitlich sprechen sie sich für härtere Strafen für jugendliche Kriminelle aus (56 Prozent). Die SPD-Unterschriftenaktion zum Mindestlohn spaltet die Bevölkerung klar entlang der Lagergrenzen. Die konjunkturelle Belebung der letzten Monate und die in Hessen binnen Jahresfrist von 8,1 auf aktuell 6,7 Prozent gesunkene Arbeitslosigkeit sorgen für eine sehr positive Beurteilung der wirtschaftlichen Lage im Land. Die Hessen machen sich vor allem Sorgen um die Probleme in der Schul- und Bildungspolitik. Die Beschäftigungssituation im Land wird lediglich am zweithäufigsten als wichtigstes Problem ausgemacht. Eine Mehrheit ist mit den Leistungen des CDU-Kabinetts weniger (42 Prozent) bzw. gar nicht (14 Prozent) zufrieden. Die detaillierte Bewertung einzelner Politikbereiche macht deutlich, warum die hessischen Bürger vorwiegend schlechte Noten an die Regierung vergeben: Lediglich in der Wirtschaftspolitik ziehen die Hessen insgesamt eine wohlwollende Bilanz. Obwohl die amtierende Landesregierung überwiegend Kritik auf sich zieht, ist lediglich ein Drittel der Wahlberechtigten (32 Prozent) der Überzeugung, dass ein SPD-geführtes Kabinett die Probleme in Hessen wirkungsvoller anpacken könnte. Knapp drei Wochen vor der hessischen Landtagswahl haben die beiden Volksparteien sehr unterschiedliche Kompetenzschwerpunkte. Mit Roland Koch schickt die CDU jedoch nicht nur den bekanntesten, sondern auch den umstrittensten Politiker in das Rennen: Der Ministerpräsident erhält etwa genauso viel Zustimmung wie Ablehnung für seine politische Arbeit.  Wenn in Hessen statt Parteien allein Personen zur Wahl stünden, würden sich derzeit genauso viele Bürger für den amtierenden Ministerpräsidenten wie für seine sozialdemokratische Herausforderin entscheiden. Das mäßige Abschneiden des Regierungschefs erklärt sich durch den Blick auf die Persönlichkeitsprofile der beiden Spitzenkandidaten: Zwar kann sich Koch gegenüber Ypsilanti als Macher profilieren, nicht jedoch auf persönlicher Ebene punkten. Knapp drei Wochen vor dem Urnengang ist die politische Stimmung günstiger für die Sozialdemokraten. Die Regierungspartei muss hingegen Verluste verkraften. Bei der konkreten Zusammensetzung der nächsten Landesregierung haben die Hessen keine ganz klaren Präferenzen. Die Mehrheit der Hessen befürwortet den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Eine knappe Mehrheit der Hessen (51 Prozent) plädiert für ein Festhalten am bisherigen Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung (53 Prozent) sieht die SPD-Vorschläge zur Energiepolitik mit Skepsis.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Erhebungszeitraum:
03.01. - 08.01.2008
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap