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LänderTREND

Sachsen-Anhalt November 2016 im Auftrag des MDR

Zufriedenheit Landesregierung: Dreier-Koalition startet mit mäßiger Bewertung

Zufriedenheit Landesregierung: Dreier-Koalition startet mit mäßiger Bewertung

Lösung der wichtigsten Landesaufgaben: extremes Misstrauen gegenüber Parteiensystem insgesamt

Lösung der wichtigsten Landesaufgaben: extremes Misstrauen gegenüber Parteiensystem insgesamt

Administrativer Umgang mit der Flüchtlingssituation: Hälfte zufrieden, vier von zehn üben Kritik

Administrativer Umgang mit der Flüchtlingssituation: Hälfte zufrieden, vier von zehn üben Kritik

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU vor AfD vor Linkspartei und SPD

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU vor AfD vor Linkspartei und SPD

Erneute Kanzlerkandidatur Merkels: Zuspruch bei 60 Prozent

Erneute Kanzlerkandidatur Merkels: Zuspruch bei 60 Prozent

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Verluste zu 2013 für CDU, SPD und Linke, AfD legt zu

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Verluste zu 2013 für CDU, SPD und Linke, AfD legt zu

Zufriedenheit Landesregierung: Dreier-Koalition startet mit mäßiger Bewertung

Zufriedenheit Landesregierung: Dreier-Koalition startet mit mäßiger Bewertung

Lösung der wichtigsten Landesaufgaben: extremes Misstrauen gegenüber Parteiensystem insgesamt

Lösung der wichtigsten Landesaufgaben: extremes Misstrauen gegenüber Parteiensystem insgesamt

Administrativer Umgang mit der Flüchtlingssituation: Hälfte zufrieden, vier von zehn üben Kritik

Administrativer Umgang mit der Flüchtlingssituation: Hälfte zufrieden, vier von zehn üben Kritik

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU vor AfD vor Linkspartei und SPD

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU vor AfD vor Linkspartei und SPD

Erneute Kanzlerkandidatur Merkels: Zuspruch bei 60 Prozent

Erneute Kanzlerkandidatur Merkels: Zuspruch bei 60 Prozent

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Verluste zu 2013 für CDU, SPD und Linke, AfD legt zu

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Verluste zu 2013 für CDU, SPD und Linke, AfD legt zu

Zufriedenheit Landesregierung: Dreier-Koalition startet mit mäßiger Bewertung

Acht Monate nach der Landtagswahl überwiegt in Sachsen-Anhalt die Kritik an der neuen Landesregierung. Die Arbeit des ersten schwarz-rot-grünen Landeskabinetts in Deutschland erntet bei 41 Prozent der Sachsen-Anhalter Zuspruch, mehr als die Hälfte (55 Prozent) äußert sich dagegen unzufrieden. Damit erhält die jetzige Drei-Parteien-Konstellation eine ähnlich mäßige Bewertung wie die schwarz-rote Vorgängerregierung unmittelbar vor der Landtagswahl im März (44:55 Prozent).

In den Regierungsreihen beurteilen allein die Anhänger der CDU (62:36 Prozent) die Leistung der Magdeburger Landesregierung mehrheitlich positiv. Bei den SPD-Anhängern halten sich Zuspruch und Ablehnung die Waage (48:48 Prozent). Bei den Anhängern der mitregierenden Grünen überwiegt die Kritik an der Landesregierung sogar ähnlich deutlich (30:62 Prozent) wie bei den Anhängern der Linken (35:63 Prozent). Die größte Distanz zur Magdeburger Koalition nehmen die AfD-Anhänger (12:86 Prozent) ein.  

 

Lösung der wichtigsten Landesaufgaben: extremes Misstrauen gegenüber Parteiensystem insgesamt

Die Kritik an der Magdeburger Landesregierung wird in Sachsen-Anhalt begleitet von einem extremen Misstrauen gegenüber den Lösungsangeboten der Landesparteien insgesamt. Nach 23 Prozent unmittelbar vor der Landtagswahl im März kann aktuell fast jeder Zweite (45 Prozent, +22) keine Partei benennen, der er die Lösung der wichtigsten Aufgaben im Bundesland zutraut. Allen Parteien wird weniger zugetraut als vor einem halben Jahr. Die mit Abstand größten Erwartungen weckt bei den Bürgern im Bundesland nach wie vor die Ministerpräsidentenpartei CDU (30 Prozent, -10), allerdings büßt sie im Kompetenzurteil der Sachsen-Anhalter deutlich ein. Auf die SPD setzen ähnlich wie im März nur 13 Prozent (-1), auf die Linke lediglich 7 Prozent (-2). Der AfD werden statt 7 Prozent im März aktuell nur von 3 Prozent Kompetenzen zur Lösung der wichtigsten Landesaufgaben zugewiesen. Die Grünen spielen ähnlich wie zur Landtagswahl im März im Kompetenzurteil der Sachsen-Anhalter keine Rolle (1 Prozent, -2).

 

Administrativer Umgang mit der Flüchtlingssituation: Hälfte zufrieden, vier von zehn üben Kritik

Die Unterbringung, Versorgung und Integration von Flüchtlingen war in Sachsen-Anhalt eine der zentralen Herausforderungen der vergangenen Monate. Die administrative Bewältigung des Flüchtlingszuzugs im Bundesland findet bei der Hälfte der Bürger (51 Prozent) Anerkennung. Vier von zehn Sachsen-Anhaltern haben dagegen Zweifel, dass Landesregierung und Verwaltung die Situation gegenwärtig unter Kontrolle haben (40 Prozent). Ein positives Urteil überwiegt in den Reihen der drei Koalitionsparteien CDU (67 Prozent), SPD (60 Prozent) und Grünen (69 Prozent), aber auch bei den Anhängern der Linken (51:38 Prozent). Mehrheitlich kritisch äußern sich hingegen die AfD-Anhänger (16:74 Prozent).

 

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU vor AfD vor Linkspartei und SPD

Die aktuelle landespolitische Stimmung bestätigt in Sachsen-Anhalt die Parteienreihenfolge der März-Wahl. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt bliebe die CDU erneut mit Abstand stärkste Partei. Sie käme aktuell auf 33 Prozent und läge damit etwas besser als zum Urnengang vor acht Monaten (29,8 Prozent). Die AfD ginge mit 22 Prozent wiederum als zweitstärkste Partei ins Ziel, bliebe aber leicht unter ihrem März-Ergebnis (24,3 Prozent). Die Linke könnte mit 18 Prozent rechnen, die SPD mit 15 Prozent, so dass beide Parteien jeweils über ihrem Stimmenniveau vom März lägen. Die Grünen könnten ähnlich wie im März mit 5 Prozent und einem knappen Einzug in den Landtag rechnen. Alle anderen Parteien würden an der Mandatsschwelle scheitern, darunter auch die FDP.  

Bei einer Wahl mit diesem Ausgang bliebe es in Sachsen-Anhalt bei engen Kräfteverhältnissen, wobei eine Koalition aus CDU und SPD momentan über eine knappe Mehrheit verfügen würde und nicht auf die Grünen als Regierungspartner angewiesen wäre.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

 

Erneute Kanzlerkandidatur Merkels: Zuspruch bei 60 Prozent

Eine erneute Kandidatur der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel für das Amt der Bundeskanzlerin wird in Sachsen-Anhalt mehrheitlich positiv aufgenommen. Vor der offiziellen Bekanntgabe am Sonntag bekundeten sechs von zehn Wahlberechtigten (60 Prozent), dass sie eine Kandidatur Merkels zur Bundestagswahl 2017 gut fänden. Vier von zehn (37 Prozent) äußerten sich ablehnend. Abgesehen von den CDU-Anhängern (85 Prozent) überwiegt in Sachsen-Anhalt auch in den Reihen von SPD (64:34 Prozent), Grünen (64:36 Prozent) und Linken (58:41 Prozent) ein wohlwollendes Urteil zu einer erneuten Kandidatur Merkels. Die AfD-Anhänger äußern sich mehrheitlich ablehnend.

Die zuletzt für die SPD-Spitzenkandidatur gehandelten Politiker Sigmar Gabriel und Martin Schulz finden beide in Sachsen-Anhalt demgegenüber deutlich weniger Zuspruch. Zu einer Kanzlerkandidatur des EU-Parlamentspräsidenten äußern sich im Bundesland 39 Prozent positiv, zu einer Kandidatur von Sigmar Gabriel 33 Prozent. Martin Schulz überzeugt 62 Prozent der SPD-Anhänger, Sigmar Gabriel 48 Prozent. Eine Kanzlerkandidatur von Schulz erhält zudem auch in den Reihen von Grünen (45 Prozent) und Linken (47 Prozent) mehr Zuspruch als eine Kandidatur Gabriels (Grüne: 29 Prozent; Linke: 25 Prozent).

 

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Verluste zu 2013 für CDU, SPD und Linke, AfD legt zu

Die CDU liegt in der bundespolitischen Stimmung besser als in der landespolitischen. Bei einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt hätte die CDU im Bundesland 39 Prozent in Aussicht. Sie würde damit in Sachsen-Anhalt erneut stärkste Partei, bliebe aber hinter ihrem Landesergebnis von 2013 (41,2 Prozent) zurück. Ihr Bundestagswahlergebnis von 2013 verfehlen würde auch die SPD, die 16 Prozent erreichen würde (2013:18,2 Prozent) sowie noch deutlicher die Linke, die aktuell auf 17 Prozent käme (2013: 23,9 Prozent). Während die Grünen wie 2013 mit 4 Prozent rechnen könnten, wäre die AfD mit 16 Prozent in Sachsen-Anhalt deutlich stärker als bei der letzten Bundestagswahl (4,2 Prozent). Die FDP bliebe mit 3 Prozent etwa auf dem Niveau von vor vier Jahren (2,6 Prozent).

Damit würde die AfD bei einer Bundestagswahl deutlich schwächer abschneiden als bei einer Landtagswahl (-6 Punkte). Zugleich läge das Bundestagswahlergebnis der CDU deutlich höher (+6 Punkte).

 

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt (Deutsche ab 18 Jahren)

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:15.-19. November 2016

Schwankungsbreite:1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Heiko Gothe

Projektdirektor Meinungs- und Wahlforschung

heiko.gothe @infratest-dimap.de