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Das aktuelle politische Meinungsbild in Thüringen von Infratest dimap im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks

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Heiko Gothe
Senior Projektleiter Wahlforschung
heiko.gothe
@infratest-dimap.de

LänderTREND

Thüringen Juni 2004

Die Verhältnisse im Freistaat Thüringen geben mit 69 Prozent dem weit aus größten Teil der Bevölkerung Anlass zur Beunruhigung. Die bevorstehende Neuwahl des Thüringer Landtags stößt bei vielen Bürgern auf wenig Resonanz. Angesichts der großen Arbeitslosigkeit sehen 80 Prozent der Wahlberechtigten die Schaffung neuer Arbeitsplätze als die wichtigste politische Aufgabe in ihrem Land an. In den meisten Politikbereichen wird der regierenden CDU am ehesten zugetraut, die anstehenden Probleme in Thüringen zu bewältigen, teils mit deutlich zweistelligem Abstand vor der politischen Konkurrenz. Die ... mehr »

Die Verhältnisse im Freistaat Thüringen geben mit 69 Prozent dem weit aus größten Teil der Bevölkerung Anlass zur Beunruhigung. Die bevorstehende Neuwahl des Thüringer Landtags stößt bei vielen Bürgern auf wenig Resonanz. Angesichts der großen Arbeitslosigkeit sehen 80 Prozent der Wahlberechtigten die Schaffung neuer Arbeitsplätze als die wichtigste politische Aufgabe in ihrem Land an. In den meisten Politikbereichen wird der regierenden CDU am ehesten zugetraut, die anstehenden Probleme in Thüringen zu bewältigen, teils mit deutlich zweistelligem Abstand vor der politischen Konkurrenz. Die Arbeit der Thüringer Landesregierung wird von der Mehrzahl der Bürger kritisch bewertet. Würden die Wahlen zum Thüringer Landtag bereits am kommenden Sonntag stattfinden, dann könnte die CDU 45 Prozent der Stimmen erringen, die SPD und die PDS kämen jeweils auf 21 Prozent. Die weit überwiegende Mehrheit von 62 Prozent bezweifelt, dass ein rot-rotes Bündnis die anstehenden Aufgaben effizienter bewältigen könnte als die derzeitige Regierung. Jeder zweite Bürger in Thüringen (50 Prozent) hält gleichwohl einen Regierungswechsel nach der bevorstehenden Landtagswahl für wünschenswert. Der Wunsch nach einem Regierungswechsel drückt sich in der Vorliebe der Bürger für eine große Koalition aus CDU und SPD aus. Die thüringische CDU verfügt mit Dieter Althaus über den bekanntesten und beliebtesten Spitzenkandidaten. Wenn die Thüringer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 55 Prozent für Dieter Althaus entscheiden. Mehr als die Hälfte der Bürger (53 Prozent) ist indes der Ansicht, dass die Aussetzung der Wassergebühren die Wahlchancen der CDU erhöht. 59 Prozent der Bürger sind der Auffassung, dass die Aufnahme der neuen EU-Mitglieder zum Wegfall von Arbeitsplätzen in ihrem Land führen wird.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Thüringen ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte (700 West / 300 Ost)
Erhebungszeitraum:
25. – 29. Mai 2004
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap