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ARD-Deutschlandtrend

April 2001

Die Leistungen der Bundesregierung werden auch im April kritisch bewertet: 58 Prozent der Bürger sind damit unzufrieden. Darüber hinaus vertreten derzeit nur noch 38 Prozent die Meinung, dass eine rot-grüne Regierungszusammensetzung gut für unser Land ist. Dies bedeutet nach zweieinhalb Jahren rot-grüner Regierungspraxis einen deutlichen Popularitätsverlust: Unmittelbar vor der Bundestagswahl 1998 war Rot-Grün noch der klare Favorit der Wähler (53 Prozent). Aus dem mäßigen Ansehen der Regierung vermag die CDU/CSU-Opposition aber nach wie vor keinen Gewinn zu ziehen, denn nur ein Viertel (24 ... mehr »

Die Leistungen der Bundesregierung werden auch im April kritisch bewertet: 58 Prozent der Bürger sind damit unzufrieden. Darüber hinaus vertreten derzeit nur noch 38 Prozent die Meinung, dass eine rot-grüne Regierungszusammensetzung gut für unser Land ist. Dies bedeutet nach zweieinhalb Jahren rot-grüner Regierungspraxis einen deutlichen Popularitätsverlust: Unmittelbar vor der Bundestagswahl 1998 war Rot-Grün noch der klare Favorit der Wähler (53 Prozent). Aus dem mäßigen Ansehen der Regierung vermag die CDU/CSU-Opposition aber nach wie vor keinen Gewinn zu ziehen, denn nur ein Viertel (24 Prozent) traut einer Unions-geführten Bundesregierung zu, die anstehenden Aufgaben besser zu lösen.

Wenn bereits jetzt Bundestagswahl wäre, käme die SPD auf 39 Prozent der Stimmen, gegenüber dem Vormonat ein Minus von 1 Prozentpunkt. Die Union könnte sich um 1 Punkt auf 36 Prozent verbessern. Die FDP rangiert mit unverändert 8 Prozent nun knapp vor den Grünen, die nur noch auf 7 Prozent kommen würden (-1). Die PDS könnte wie im März mit einem Wähleranteil von 5 Prozent rechnen.

Fast alle Spitzenpolitiker von Regierung und Opposition werden im April besser beurteilt als im Vormonat. Auf Platz 1 steht weiterhin Außenminister Fischer, mit dessen Leistungen 72 Prozent zufrieden sind, gefolgt von Kanzler Schröder (64 Prozent). Den stärksten Vertrauensgewinn kann Verbraucherschutzministerin Künast für sich verbuchen (+8 Punkte) und mit einer Zufriedenheitsquote von 58 Prozent den dritten Platz in der Beliebtheitsskala souverän verteidigen. Hans Eichel (52 Prozent) legt ebenfalls deutlich zu (+7 Punkte) und kommt nun vor Edmund Stoiber (48 Prozent) auf Platz vier. Einen deutlichen Verlust in der Wählergunst muss Umweltminister Trittin hinnehmen: Mit seiner Arbeit sind nur noch 21 Prozent zufrieden, das bedeutet ein Minus von 9 Punkten. In den eigenen Reihen ist sein Rückhalt ebenfalls zurückgegangen: er ist der einzige Politiker, der in der eigenen Anhängerschaft mehr Kritik als Lob (56:42 Prozent) erhält. Dass die Bundesregierung trotz seines Skinhead-Vergleiches an ihm festhält, finden 55 Prozent aller Befragten richtig.

Bei der noch offenen Frage der Kanzlerkandidatur der Union ist der bayerische Ministerpräsident Stoiber weiterhin der Favorit der Wähler. 39 Prozent halten ihn für den geeignetsten Herausforderer von Kanzler Schröder, nur 22 Prozent trauen dies seiner CDU-Kollegin Merkel zu. Auch in der Anhängerschaft der Union spricht sich jeder Zweite für Stoiber aus.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom April, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von acht Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 29. März bis 3. April 1.300 wahlberechtigte Personen befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,2 bis 2,7 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.300 Befragte
Erhebungszeitraum:
29.03. - 03.04.2001
Fehlertoleranz:
1,2* bis 2,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap