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ARD-Deutschlandtrend

Februar 2001

Die BSE-Krise beschäftigt weiter die Öffentlichkeit und ist für die Bürger im Lande nach der Arbeitslosigkeit und der Rente das drittwichtigste politische Problem in Deutschland. Renate Künast erweist sich dabei in ihrem neuen Amt als gelungene Besetzung: knapp drei Wochen nach ihrer Ernennung halten sie 43 Prozent für eine geeignete Ministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft (+6 Punkte), ein Viertel spricht ihr diese Eignung ab. Mit der Übernahme dieses neu strukturierten Ressorts können die Grünen deutlich Profil hinzugewinnen: Im Verbraucherschutz wird ihnen genauso viel zugetraut ... mehr »

Die BSE-Krise beschäftigt weiter die Öffentlichkeit und ist für die Bürger im Lande nach der Arbeitslosigkeit und der Rente das drittwichtigste politische Problem in Deutschland. Renate Künast erweist sich dabei in ihrem neuen Amt als gelungene Besetzung: knapp drei Wochen nach ihrer Ernennung halten sie 43 Prozent für eine geeignete Ministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft (+6 Punkte), ein Viertel spricht ihr diese Eignung ab. Mit der Übernahme dieses neu strukturierten Ressorts können die Grünen deutlich Profil hinzugewinnen: Im Verbraucherschutz wird ihnen genauso viel zugetraut wie der SPD. Zusammen genommen halten 58 Prozent der Deutschen rot-grün am kompetentesten in diesem Bereich. Wenn es um die Lösung der anstehenden Probleme geht, bietet die SPD nach Auffassung der Bundesbürger derzeit im Vergleich zur Union alles in allem das attraktivere Politikangebot.

Trotz vieler Turbulenzen in der Politik bleibt die politische Stimmung relativ stabil: Wenn bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD wie im Januar auf 38 Prozent der Stimmen. Die Union würde 35 Prozent erreichen, ein minus von 2 Punkten gegenüber dem Vormonat. Die Grünen könnten um einen Punkt auf derzeit 8 Prozent zulegen, knapp hinter den Liberalen, die unverändert einen Stimmenanteil von 9 Prozent erreichen. Die PDS käme auf 5 Prozent. Auf der Sympathieskala der Spitzenpolitiker kann der zuletzt unter starkem Druck stehende Außenminister Fischer wieder zulegen und seinen Spitzenplatz mit großem Abstand halten. Bundeskanzler Schröder gewinnt ebenfalls leicht hinzu, während die CDU-Vorsitzende Merkel einen spürbaren Ansehensverlust hinnehmen muss. Schröder erfreut sich derzeit großer Popularität: sechs von zehn Bürgern halten ihn für einen guten Kanzler.

In der Diskussion um die 68er-Bewegung fällt die Meinung der Deutschen deutlich aus: Eine Mehrheit sieht in der 68er-Bewegung einen gesellschaftlichen Aufbruch zur mehr Demokratie und Offenheit. Für ein Fünftel steht die Protestbewegung vorrangig für Gewalt und Auflehnung gegen den Rechtsstaat. Die militante Vergangenheit von Joschka Fischer wird von zwei Dritteln der Befragten nachsichtig beurteilt: Sie sehen darin eine entschuldbare Jugendsünde. Nur jeder zehnte sieht darin einen handfesten Rücktrittsgrund.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Februar, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von acht Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 25. bis 30. Januar 1.300 wahlberechtigte Personen befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,2 bis 2,7 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.300 Befragte
Erhebungszeitraum:
25.01. - 30.01.2001
Fehlertoleranz:
1,2* bis 2,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap