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ARD-Deutschlandtrend

Mai 2001

Vor dem Hintergrund der sich abkühlenden Konjunktur beurteilen die Bundesbürger die aktuelle Wirtschaftssituation deutlich kritischer als im Vormonat. Zum ersten Mal seit Juli 2000 wird die wirtschaftliche Lage wieder mehrheitlich negativ beurteilt. Ein abnehmendes Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung der nächsten zwölf Monate geht damit einher. Gleichzeitig gewinnt für die Deutschen das Thema Arbeitslosigkeit wieder an Bedeutung. Fast zwei Drittel sehen gegenwärtig in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die wichtigste Aufgabe für die Politik. In dieser Situation trauen die Wähler noch am ... mehr »

Vor dem Hintergrund der sich abkühlenden Konjunktur beurteilen die Bundesbürger die aktuelle Wirtschaftssituation deutlich kritischer als im Vormonat. Zum ersten Mal seit Juli 2000 wird die wirtschaftliche Lage wieder mehrheitlich negativ beurteilt. Ein abnehmendes Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung der nächsten zwölf Monate geht damit einher. Gleichzeitig gewinnt für die Deutschen das Thema Arbeitslosigkeit wieder an Bedeutung. Fast zwei Drittel sehen gegenwärtig in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die wichtigste Aufgabe für die Politik. In dieser Situation trauen die Wähler noch am ehesten der SPD zu, die Zukunftsprobleme in Deutschland zu lösen.

Der befürchtete wirtschaftliche Abschwung wird offenbar nicht der Bundesregierung angelastet, denn mit ihrer Politik sind im Mai 47 Prozent zufrieden, ein deutlichen Plus von 7 Punkten. Auch in der Sonntagsfrage kann die SPD zulegen: Wenn bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Sozialdemokraten auf 41 Prozent der Stimmen (+2 Punkte). Vor dem Hintergrund neuer Ereignisse in der CDU-Spendenaffäre verliert die Union einen Punkt und käme jetzt nur noch auf 35 Prozent. Die drei kleinen Parteien FDP (8 Prozent), Grüne (7 Prozent) und PDS (5 Prozent) könnten ihren Stimmenanteil im Vergleich zum Vormonat konstant halten. Aus Sicht der Wähler wird in Zukunft die FDP (54 Prozent) mehr Bedeutung in der bundesdeutschen Politik haben als die Grünen (38 Prozent).

Einen eigenen FDP-Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2002 aufzustellen lehnt eine Mehrheit der Bevölkerung ab (58 Prozent). Bei den Anhängern der Liberalen trifft dieser Vorschlag des FDP-Chefs in Nordrhein-Westfalen jedoch auf große Resonanz: Hier sprechen sich zwei Drittel (67 Prozent) für diese Initiative aus. Wenn sich die FDP tatsächlich für die Nominierung eines eigenen Kanzlerkandidaten entscheiden sollte, plädieren sowohl die Bevölkerung (52:25 Prozent) als auch die FDP-Anhänger (55:29 Prozent) mehrheitlich für den designierten Parteivorsitzenden Westerwelle. Die liberale Parteianhängerschaft spricht sich zu zwei Dritteln (64 Prozent) gegen eine frühzeitige Festlegung der FDP auf einen Bündnispartner aus und unterstützen damit die Position von Westerwelle und Möllemann.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Mai, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von acht Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 26. April bis 2. Mai 1.300 wahlberechtigte Personen befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,2 bis 2,7 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.300 Befragte
Erhebungszeitraum:
26.04. - 02.05.2001
Fehlertoleranz:
1,2* bis 2,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap