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ARD-Deutschlandtrend

September 2001

Wegen seiner intensiven Nutzung der Flugbereitschaft ist Verteidigungsminister Rudolf Scharping stark in die Kritik geraten. Scharpings Image hat dadurch deutlich gelitten, denn im September sind nur noch 34 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden, im Februar waren es noch 42 Prozent. Die Vorwürfe werden allerdings von der Bevölkerung bislang als nicht so schwerwiegend erachtet, dass sie einen Rücktritt rechtfertigen würden: Beim aktuellen Sachstand teilt nur knapp ein Drittel der Bürger (30 Prozent) die Rücktrittsforderungen der Opposition. Die Teilnahme der Bundeswehr an dem NATO-Einsatz in ... mehr »

Wegen seiner intensiven Nutzung der Flugbereitschaft ist Verteidigungsminister Rudolf Scharping stark in die Kritik geraten. Scharpings Image hat dadurch deutlich gelitten, denn im September sind nur noch 34 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden, im Februar waren es noch 42 Prozent. Die Vorwürfe werden allerdings von der Bevölkerung bislang als nicht so schwerwiegend erachtet, dass sie einen Rücktritt rechtfertigen würden: Beim aktuellen Sachstand teilt nur knapp ein Drittel der Bürger (30 Prozent) die Rücktrittsforderungen der Opposition. Die Teilnahme der Bundeswehr an dem NATO-Einsatz in Mazedonien wird von einer knappen Mehrheit der Deutschen befürwortet (55 Prozent).

Die anhaltend schlechten Konjunktur- und Arbeitsmarkzahlen haben die wirtschaftliche Stimmung weiter eingetrübt: Nur noch knapp jeder Dritte (30 Prozent) bewertet die Wirtschaftslage positiv. Dies wirkt sich auch auf die Beurteilung der Bundesregierung aus, mit deren Leistungen nur noch ein Drittel (33 Prozent) zufrieden ist. Von der Kritik an der rot-grünen Bundesregierung kann die Union jedoch nicht profitieren, da auch sie an Vertrauen eingebüßt hat: Nur jeder Fünfte ist derzeit mit der Oppositionsarbeit der CDU/CSU zufrieden (19 Prozent, -5 Punkte). Das Verhalten der Union in der Debatte um den Mazedonien-Einsatz dürfte die kritische Stimmung noch verstärkt haben, denn mehr als die Hälfte aller Wähler (55 Prozent) und der Unions-Anhänger (52 Prozent) wertet den Kurs der CDU-Führung in der Mazedonien-Frage als ein Zeichen von Führungsschwäche.

Angesichts der Kritik sowohl an der Regierung als auch an der größten Oppositionspartei verharren die politischen Kräfteverhältnisse im wesentlichen auf dem Stand des Vormonats: Käme es nächsten Sonntag zu Bundestagswahlen, blieben die Stimmenanteile von SPD (38 Prozent), CDU/CSU (36 Prozent), Grünen (7 Prozent) und FDP (10 Prozent) konstant. Lediglich die PDS verlöre einen Prozentpunkt und müsste mit derzeit 5 Prozent um ihren Einzug in den Bundestag fürchten. Sonstige Parteien kämen auf 4 Prozent (+1 Punkt).

Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist indes nicht auf mangelnde Popularität des Kabinettschefs zurückzuführen, denn fast zwei Drittel der Wähler (64 Prozent) halten Gerhard Schröder für einen guten Kanzler. Er erfreut sich auch bei den Anhängern der anderen Parteien beachtlicher Beliebtheit. Schröder gilt als jemand, der in der Öffentlichkeit eine gute Figur abgibt (85 Prozent), der sympathisch (70 Prozent), führungsstark (66 Prozent) und glaubwürdig ist (57 Prozent).

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom September, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von neun Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 30. August bis 4. September 1.300 wahlberechtigte Personen befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,2 bis 2,7 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.300 Befragte
Erhebungszeitraum:
30.08. - 04.09.2001
Fehlertoleranz:
1,2* bis 2,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap