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ARD-Deutschlandtrend
Dezember 2002
Sonntagsfrage: SPD im freien Fall
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Sonntagsfrage: SPD im freien Fall
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Wenig Zuversicht bei den Bundesbürgern
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Harsche Kritik an der Bundesregierung
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Mehr Zustimmung für die Grünen als für die SPD
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Regierungskompetenz der Union wird bezweifelt
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Kanzleralternative: Merkel knapp vor Schröder - Schröder knapp vor Stoiber
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Kanzleralternative: Merkel knapp vor Schröder - Schröder knapp vor Stoiber
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Glaubwürdigkeit von Parteien: Union und Grüne vorne
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Glaubwürdigkeit von Politikern: Grüne und CDU vorne
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Zwei Drittel halten Untersuchungsausschuss "Wahlbetrug" für richtig
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Wählerpotenzial einer Möllemann-Partei: 12 Prozent
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Zwei Drittel gegen Lieferung von Fuchs-Panzern nach Israel
Abbildung vergrößern »Der Abwärtstrend für die Sozialdemokraten hat in den letzten vier Wochen an Tempo gewonnen: Wenn am nächsten Sonntag erneut Bundestagswahl wäre, käme die SPD nur auf 28 Prozent, rund 10 Punkte weniger als bei der Wahl und der niedrigste Stimmenanteil seit dem Amtsantritt von Rot-Grün im September 1998. Von der Krise des Koalitionspartners können die Grünen profitieren, die derzeit 12 Prozent erreichen würden. Stärkste Partei wäre die CDU/CSU mit 48 Prozent, ein Plus von knapp 10 Punkten im Vergleich zum 22. September. Die Union hätte damit sogar Chancen auf eine Alleinregierung, zumal die FDP nach Verlusten mit 5 Prozent um ihren Einzug in den Bundestag bangen müsste. Die PDS wäre wie bei der Wahl vor 2 Monaten mit 4 Prozent nicht im Bundestag vertreten.
Die Krise der SPD ist in einer großen Unzufriedenheit begründet: Nur noch 16 Prozent äußern sich mit der SPD-Regierungsleistung zufrieden, ein Minus von 35 Punkten im Vergleich zu September. Demgegenüber steht der kleine Regierungspartner erstmals deutlich besser da als der Koalitionspartner: mit den Grünen sind 31 Prozent zufrieden (-8 Punkte). Wesentlich dafür dürfte die Informationspolitik der Bundesregierung vor der Wahl gewesen sein, denn zwei Drittel der Wähler sind der Überzeugung, dass die SPD den Wählern über die wirtschaftliche Lage des Landes nicht die Wahrheit gesagt hat (66 Prozent). In der Summe führt dies zu einer Glaubwürdigkeitskrise der Partei und ihrer wichtigsten Politiker: Nur 25 Prozent halten die SPD, 32 bzw. 28 Prozent Schröder bzw. Eichel für glaubwürdig. Wie bei der Sonntagsfrage sind die Union und die Grünen auch hier die Gewinner: Die beiden Parteien sind am glaubwürdigsten (48 bzw. 43 Prozent) und ihre Spitzenvertreter Fischer und Merkel gelten mit 75 bzw. 69 Prozent als besonders vertrauenswürdig.
Die Kritik an der Regierung geht damit nicht am Kabinettschef Schröder vorbei, der seinen Amtsbonus weitgehend verloren hat. Angela Merkel ist die eigentliche Gewinnerin der Regierungsmalaise, denn bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers läge sie erstmals vor Schröder: 46 Prozent würden sich für Merkel, nur 40 Prozent für den Amtsinhaber entscheiden. Gegenüber seinem CSU-Herausforderer Stoiber hält Schröder allerdings noch einen hauchdünnen Vorsprung von 3 Punkten.
Eine deutliche Mehrheit hält die Einsetzung des Untersuchungsausschusses "Wahlbetrug" für richtig (65 Prozent). Das kritische Urteil zur aktuellen Regierung wird allerdings dadurch relativiert, dass drei Viertel der Wähler der Meinung sind, dass auch frühere CDU-geführte Bundesregierungen vor Wahlen die Unwahrheit gesagt haben (74 Prozent).
Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Dezember, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von zehn Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 2. bis 4. Dezember 1.300 wahlberechtigte Personen befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,2 bis 2,7 Prozentpunkten.
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%