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ARD-Deutschlandtrend

Juni 2004

Zwei Faktoren bestimmen die Stimmungslage der Deutschen auch im Juni: Geringes Vertrauen in die konjunkturelle Entwicklung und fortgesetzte Skepsis gegenüber den Angeboten der Politik. Die wirtschaftliche Zufriedenheit der Deutschen erreicht im Juni wieder einen Tiefpunkt, weniger als jeder Zehnte (8 Prozent) äußert sich zur wirtschaftlichen Situation positiv. Dies drückt die Werte der Regierung, wie im Mai stellen aktuell 84 Prozent dem Berliner Kabinett ein schlechtes Zeugnis aus. Allerdings trauen auch der Union als stärkste Oppositionskraft nach wie vor nur wenige Deutsche zu, dass sie in ... mehr »

Zwei Faktoren bestimmen die Stimmungslage der Deutschen auch im Juni: Geringes Vertrauen in die konjunkturelle Entwicklung und fortgesetzte Skepsis gegenüber den Angeboten der Politik. Die wirtschaftliche Zufriedenheit der Deutschen erreicht im Juni wieder einen Tiefpunkt, weniger als jeder Zehnte (8 Prozent) äußert sich zur wirtschaftlichen Situation positiv. Dies drückt die Werte der Regierung, wie im Mai stellen aktuell 84 Prozent dem Berliner Kabinett ein schlechtes Zeugnis aus. Allerdings trauen auch der Union als stärkste Oppositionskraft nach wie vor nur wenige Deutsche zu, dass sie in der Regierung die Probleme besser lösen würde: mit 35 Prozent sind hiervon nur geringfügig mehr überzeugt als einen Monat zuvor (+2 Punkte).

Dennoch vermuten die Deutschen, dass derzeit eher die Parteien der Opposition (42 Prozent) als die der Regierung (27 Prozent) die Dinge in Deutschland wieder in Bewegung setzen könnten. Dieses Vertrauensplus für die Opposition ist auch personell gelagert. Während Angela Merkel nach geringen Zuwächsen (+2 Punkte) in der Politikerbewertung von 42 Prozent ein positives Zeugnis ausgestellt bekommt, erfährt Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einem erkennbaren Sympathieverlust (-5 Punkte) im Juni nur von 26 Prozent der Deutschen Zustimmung für seine Arbeit. Auch in der direkten Entscheidung zwischen dem Amtsinhaber und seiner Herausforderin besitzt Angela Merkel derzeit einen Vorteil. Nachdem Gerhard Schröder in der Direktwahlfrage die beiden voran gegangenen Monate vor der CDU-Chefin gelegen hatte, würde im Juni wiederum Angela Merkel aus einem solchen Duell als Siegerin hervor gehen (Merkel 43 Prozent, Schröder 37 Prozent).

Vor diesem Hintergrund sichert sich die Union auch im Juni einen stabilen Vorsprung in der politischen Stimmung. Fände derzeit die Bundestagswahl statt, käme die CDU/CSU wie im Vormonat auf 46 Prozent, die SPD erhielte wie gehabt 27 Prozent. Die Grünen kämen derzeit auf 11 Prozent, damit verlieren sie 1 Punkt gegenüber dem Vormonat. Im gleichen Umfang geben im Monatsvergleich auch die Liberalen ab, die derzeit mit 6 Prozent der Stimmen rechnen könnten. Die PDS kann sich um 1 Punkt verbessern, mit 5 Prozent besäße sie aktuell die Chance, in Fraktionsstärke in den Bundestag einzuziehen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Juni, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 1. bis 2. Juni 1.000, für die Sonntagsfrage 1500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten bzw. von plus/minus 1,1 bis 2,5 Prozentpunkten bei der Sonntagsfrage.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
01.06. - 02.06.2004
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap