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ARD-Deutschlandtrend

Dezember 2005

Vor gut zwei Wochen wurden die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD erfolgreich abgeschlossen, in der letzten Woche die Bundeskanzlerin gewählt und das Bundeskabinett vereidigt. Den bisherigen Start der Bundesregierung hält jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) für insgesamt geglückt, weniger als vier von zehn betrachten den Beginn der großen Koalition als weniger gelungen. Von dem insgesamt eher positiven Urteil zu den ersten Tagen von Schwarz-Rot ist die Kanzlerin nicht ausgenommen. Unmittelbar nach dem Regierungsstart bezeichnet jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent) Angela ... mehr »

Vor gut zwei Wochen wurden die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD erfolgreich abgeschlossen, in der letzten Woche die Bundeskanzlerin gewählt und das Bundeskabinett vereidigt. Den bisherigen Start der Bundesregierung hält jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) für insgesamt geglückt, weniger als vier von zehn betrachten den Beginn der großen Koalition als weniger gelungen. Von dem insgesamt eher positiven Urteil zu den ersten Tagen von Schwarz-Rot ist die Kanzlerin nicht ausgenommen. Unmittelbar nach dem Regierungsstart bezeichnet jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent) Angela Merkel als eine gute Kanzlerin. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) attestiert Angela Merkel dabei, sie habe in den ersten Tagen ihrer neuen Tätigkeit eine gute Figur gemacht. An dem Umstand, dass mit ihr zum ersten Mal eine Frau ins Kanzleramt eingezogen ist, stoßen sich die Deutschen nicht. Zwei Drittel (68 Prozent) halten es sogar für wichtig, dass jetzt eine Frau an der Spitze steht.

Diese insgesamt eher positive Sicht auf den Koalitionsbeginn bezieht die gesamte Spitze der beiden Regierungsparteien mit ein. Angeführt wird die Politikerrangliste im Dezember von Angela Merkel und dem neuen SPD-Bundesvorsitzenden Matthias Platzeck, zu deren Arbeit sich jeweils sechs von zehn zufrieden äußern. Im Vergleich zum Vormonat müssen mit einer Ausnahme alle abgefragten Politiker Sympathieeinbußen hinnehmen. Kanzlerin Angela Merkel und ihr Vizekanzler Franz Müntefering verlieren nur moderat (jeweils -3 Punkte). Gewinner des Monats ist der neue SPD-Bundesvorsitzende aus Brandenburg (+10), Verlierer der bayerische Ministerpräsident (-11).

Die Frage, ob die schwarz-rote Koalition mit ihren in der Koalitionsvereinbarung behandelten Vorhaben unter dem Strich Erfolg haben wird, beantworten die Bundesbürger unterschiedlich. Nur sehr wenige Bürger machen sich Sorgen, die Bundesrepublik könnte unter der großen Koalition in der Welt nicht angemessen vertreten werden. Die Sicherung des Rentensystems und die wirksame Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wird dem Kabinett Merkel dagegen nur von jeweils 29 Prozent zugetraut. Zwei von drei Bürgern (65 Prozent) befürchten zudem, dass die soziale Gerechtigkeit bei notwendigen Einschnitten zu kurz kommen wird.

Der Start von Schwarz-Rot ist nur mit wenigen Verschiebungen in der politischen Stimmungslage verbunden. Bei einem Urnengang zum jetzigen Zeitpunkt käme die CDU/CSU auf einen Stimmenanteil von 36 Prozent, die SPD auf 34 Prozent. Gegenüber der Vorwoche legt die Union 1 Punkt zu, die SPD bleibt unverändert. Für FDP und Grüne ergeben sich ebenfalls keine Veränderungen. Die FDP käme wie in der Vorwoche auf 10 Prozent, die Grünen auf 9 Prozent. Die Linkspartei könnte mit 8 Prozent rechnen, sie gibt damit 1 Punkt ab. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 3 Prozent.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Dezember, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von acht Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 28. bis 29. November 1.000, für die Sonntagsfrage vom 28. bis 30. November 1.507 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.507 Befragte
Erhebungszeitraum:
29.11. - 30.11.2005
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap