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ARD-Deutschlandtrend

August 2008

Am Freitag beginnen die Olympischen Spiele in Peking. Eine Mehrheit der Deutschen glaubt, dass es bei den meisten Wettkämpfen fair zugeht (55 Prozent), während 41 Prozent den Verdacht hegen, dass die erfolgreichen Sportler sich des Dopings bedienen. Die deutschen Athleten sollten sich nach Meinung von 71 Prozent ganz auf den Sport konzentrieren. Lediglich 28 Prozent plädieren dafür, dass die Sportler ihre Meinung zu den Menschenrechten öffentlich äußern. Für 61 Prozent steht außer Frage, dass China aus den Olympischen Spielen einen Imagegewinn ziehen wird. Dabei spielt sicher auch ein Rolle, ... mehr »

Am Freitag beginnen die Olympischen Spiele in Peking. Eine Mehrheit der Deutschen glaubt, dass es bei den meisten Wettkämpfen fair zugeht (55 Prozent), während 41 Prozent den Verdacht hegen, dass die erfolgreichen Sportler sich des Dopings bedienen. Die deutschen Athleten sollten sich nach Meinung von 71 Prozent ganz auf den Sport konzentrieren. Lediglich 28 Prozent plädieren dafür, dass die Sportler ihre Meinung zu den Menschenrechten öffentlich äußern. Für 61 Prozent steht außer Frage, dass China aus den Olympischen Spielen einen Imagegewinn ziehen wird. Dabei spielt sicher auch ein Rolle, dass mehr als jeder zweite Deutsche (53 Prozent) erwartet, dass die Spiele zu einer Verbesserung der Menschenrechtssituation in der Volksrepublik beitragen werden. Dennoch hält eine Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) mit Blick auf die politischen Verhältnisse im Gastgeberland die Vergabe der Spiele nach China für einen Fehler.

Die Debatte um einen möglichen Parteiausschluss von Wolfgang Clement führt bei 57 Prozent der Deutschen zu dem Eindruck, dass die SPD derzeit zerstrittener ist als andere Parteien. Darunter leidet auch das inhaltliche Profil der Partei, denn nur noch drei von zehn sehen derzeit die SPD als die Partei der sozialen Gerechtigkeit und als die Partei, die sich mehr als andere um die kleinen Leute kümmert, an (jeweils 30 Prozent). Dass die Partei gutes Führungspersonal hat, glaubt nur jeder Fünfte (20 Prozent). In Folge dessen bezweifeln drei Viertel (76 Prozent), dass die SPD Chancen auf die Erringung der Kanzlerschaft bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr hat. Auch die SPD-Anhänger urteilen über das Führungspersonal mehrheitlich kritisch.

Indes hält sowohl ein Großteil der Bevölkerung insgesamt als auch der SPD-Anhängerschaft (jeweils 76 Prozent) einen Ausschluss Clements nicht für richtig. Ob Clement mit seinem Verhalten der SPD Schaden zugefügt hat, ist aus Sicht der Bevölkerung umstritten, in den eigenen Reihen jedoch eindeutig: 61 Prozent der SPD-Anhänger teilen die Bewertung der Schiedskommission der NRW-SPD. Immerhin 61 Prozent der Deutschen sind mit Clements Wirken der letzten Jahre zufrieden und jeder Zweite (50 Prozent) wünscht sich für ihn wieder eine wichtigere Rolle in der Politik.

In der politischen Stimmung muss die SPD im Vergleich zum Juli leichte Verluste hinnehmen. Wäre am Sonntag Bundestagswahl käme sie auf einen Stimmenanteil von 24 Prozent, ein Minus von einem Punkt. Die Union hingegen kann ihren Wähleranteil von 36 Prozent halten. Gleiches gilt für FDP mit 12 Prozent und Grüne mit 11 Prozent. Die Linke legt einen Punkt zu und würde mit 14 Prozent wieder ihren Rekordwert vom Juni erreichen.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder mehrheitlich negativ beurteilt (56 Prozent). Lediglich 43 Prozent schätzen die ökonomische Situation als sehr gut bzw. gut ein. Die wirtschaftlichen Zukunftserwartungen sind ebenfalls mehrheitlich skeptisch: 55 Prozent gehen von einer sich abschwächenden Konjunktur binnen der nächsten zwölf Monate aus.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des ARD-DeutschlandTREND vom August, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 4. bis 5. August 1.001, für die Sonntagsfrage vom 4. bis 6. August 1.501 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.501 Befragte
Erhebungszeitraum:
4.8. - 5.8.2008 /
Sonntagsfrage: 4.8. - 6.8.2008
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap