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ARD-Deutschlandtrend

Januar 2008

Stärker als jedes andere Thema bestimmt zum Jahresbeginn die innere Sicherheit die politische Auseinandersetzung. Bei den Bundesbürgern findet die Forderung nach einer Anhebung der Jugendhöchststrafen mehrheitlich keinen Anklang. Von der Einführung eines Warnschussarrests abgesehen, der mehrheitlich unterstützt wird, ist es einerseits eine schnellere und härtere Reaktion der Justiz im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Spielräume, andererseits der verstärkte Einsatz präventiver Maßnahmen, die die Bundesbürger als geeignete Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendkriminalität ansehen.Der Streit ... mehr »

Stärker als jedes andere Thema bestimmt zum Jahresbeginn die innere Sicherheit die politische Auseinandersetzung. Bei den Bundesbürgern findet die Forderung nach einer Anhebung der Jugendhöchststrafen mehrheitlich keinen Anklang. Von der Einführung eines Warnschussarrests abgesehen, der mehrheitlich unterstützt wird, ist es einerseits eine schnellere und härtere Reaktion der Justiz im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Spielräume, andererseits der verstärkte Einsatz präventiver Maßnahmen, die die Bundesbürger als geeignete Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendkriminalität ansehen.

Der Streit zwischen Union und SPD über Mindestlohn und Jugend- und Ausländerkriminalität haben im Kompetenzurteil der Bundesbürger nur wenige Spuren hinterlassen. Zwar überzeugt die Union im Bereich der inneren Sicherheit mit deutlichem Vorsprung vor der SPD weiterhin die meisten Bundesbürger (54:16 Prozent), jedoch hat sie mit ihrer Forderung nach einer Verschärfung im Jugendstrafrecht nicht an Sachvertrauen hinzugewonnen. Umgekehrt kann die SPD mit ihrem Drängen auf eine flächendeckende Einführung von Mindestlöhnen ihren bestehenden Kompetenzvorsprung vor der Union in Fragen der sozialen Gerechtigkeit nicht weiter ausbauen (43:21 Prozent), allerdings gegenüber der Linken.

Der sich zum Jahreswechsel verschärfende Ton in der Koalition hat bislang keinen Einfluss auf den Rückhalt der Bundesregierung und ihrer Spitzen in der Bevölkerung. Wie im Dezember stellen auch im Januar vier von zehn Bundesbürgern (39 Prozent) Schwarz-Rot ein positives Zeugnis aus. Weiterhin führen Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Steinmeier gemeinsam die Sympathieliste an (jeweils 70 Prozent).

In der aktuellen Stimmung ergeben sich kurzfristig moderate Bewegungen zugunsten der SPD und zu Lasten der CDU, vor allem aber der Linken. Die Union gibt gegenüber Dezember leicht ab (-1) und hätte bei einem aktuellen Urnengang einen Stimmenanteil von 39 Prozent in Aussicht, die SPD legt von 28 auf 30 Prozent zu. Grüne und FDP bewegen sich zu Jahresbeginn unverändert bei 9 Prozent. Nach leichten Einbußen (-2) müsste derzeit auch die Linke mit 9 Prozent rechnen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Januar, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 7. bis 8. Januar 1.000, für die Sonntagsfrage vom 7. bis 9. Januar 1.500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
07.01. - 08.01.2008
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap