WEBSITE DURCHSUCHEN
Schnellsuche
Kartensuche
Sie haben entweder kein Javascript aktiviert oder eine veraltete Version des Adobe Flash Player's installiert.
ARD-DeutschlandTREND extra
Juni 2009
Ansichten zur Staatshilfe für Großunternehmen I
Abbildung vergrößern »
Ansichten zur Staatshilfe für Großunternehmen II
Abbildung vergrößern »
Zugespitzte Aussage über die Union
Abbildung vergrößern »
Zugespitzte Aussage über die SPD
Abbildung vergrößern »
Gut ein Drittel der SPD-Anhänger stimmt Aussage zu
Abbildung vergrößern »Die heiße Phase des Europawahlkampfs wurde beherrscht durch die Diskussion um die Zukunft der beiden angeschlagenen Konzerne Opel und Karstadt. Im Auftrag der ARD führte Infratest dimap deshalb unmittelbar vor der Europawahl eine Blitzumfrage zu dem Thema durch. Hier die Ergebnisse in Kürze:
Die von der Bundesregierung unternommenen Anstrengungen zur Rettung von Opel sind nach wie vor umstritten. Eine knappe Mehrheit (54 %) befürwortet es zwar prinzipiell, dass der Staat den unverschuldet in Not geratenen Autohersteller unterstützt hat, immerhin 42 % sind aber gegen jegliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen. Dagegen sprechen sich mehrheitlich Anhänger der FDP aus, aber auch unter den Anhängern der beiden Regierungsparteien äußern sich vier von zehn skeptisch gegenüber den Bemühungen der Regierung, Opel zu retten.
Die von dem Arcandor-Konzern beantragten staatlichen Hilfen stoßen auf noch etwas mehr Zurückhaltung. Der Aussage „wenn der Staat bei Opel hilft, muss er auch bei Karstadt einspringen“ stimmen nur 42 % zu, 55 % lehnen einen solchen Automatismus ab. Am meisten Zustimmung findet die Forderung nach Gleichbehandlung von Opel und Karstadt bei Anhängern der Linken (46 %) und der Union (45 %), der heftigste Widerspruch kommt aus den Reihen der Liberalen. Komplizierter wird es für die Befragten, wenn die Arbeitsplätze ins Spiel kommen. Mit Blick auf die vom Arbeitsplatzverlust bedrohten Beschäftigten erscheint es den meisten Befragten (60 %) ungerecht, Karstadt zu verweigern, was man Opel an staatlicher Hilfe gewährte. Alleine die Anhänger der FDP lehnen auch unter dieser Prämisse staatliche Hilfsmaßnahmen ab. Weitgehende Übereinstimmung (86 %) über alle politischen Lager besteht nur darin, dass zunächst die Eigentümer von Karstadt gefordert sind, um den drohenden Konkurs des Kaufhauses abzuwenden. Hierin drückt sich auch das weitverbreitete Gefühl aus, dass man zu sehr auf die Großunternehmen schaut und dabei die Klein- und Mittelbetriebe vergisst.
Angesichts der in der Union deutlich gewordenen Skepsis gegenüber den Hilfsmaßnahmen für Opel und vor allem für Karstadt wurde der Vorwurf laut, die Union kümmere sich zu wenig um das Schicksal der dort beschäftigten Arbeitnehmer. Der zugespitzten Aussage „dass die Union doch eher kaltherzig ist, wenn es um Arbeitnehmerinteressen geht“ stimmen immerhin vier von zehn Befragten zu, eine knappe Mehrheit findet diesen Vorwurf allerdings ungerechtfertigt. Der im Kontext der diskutierten Hilfen bisweilen der gegenüber der SPD vorgebrachte Vorwurf, sie ginge „leichtfertig mit Steuergeldern um“, findet dagegen deutlich mehr Widerhall: 55 % stimmen dieser Aussage zu, 40 Prozent lehnen sie ab. Bemerkenswert: selbst ein gutes Drittel der SPD-Anhänger teilt diesen Eindruck.
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%