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ARD-DeutschlandTREND

März 2009

Die Zahl der Bürger, die den Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht erreicht sehen, ist zum Vormonat deutlich auf 81 Prozent gestiegen. Mittlerweile glaubt gut die Hälfte der Bundesbürger, dass die Krise ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft tangieren wird. Erstmals seit Beginn der Krise überwiegt die Zahl derer, die sich um die Sicherheit ihrer Ersparnisse Sorgen machen. Zugleich ist die Furcht der Erwerbstätigen um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes gewachsen. Diesen wachsenden Sorgen kann die Bundesregierung momentan nur wenig entgegen setzen. Zwei Drittel vermissen eine ... mehr »

Die Zahl der Bürger, die den Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht erreicht sehen, ist zum Vormonat deutlich auf 81 Prozent gestiegen. Mittlerweile glaubt gut die Hälfte der Bundesbürger, dass die Krise ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft tangieren wird. Erstmals seit Beginn der Krise überwiegt die Zahl derer, die sich um die Sicherheit ihrer Ersparnisse Sorgen machen. Zugleich ist die Furcht der Erwerbstätigen um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes gewachsen. Diesen wachsenden Sorgen kann die Bundesregierung momentan nur wenig entgegen setzen. Zwei Drittel vermissen eine klare Linie der Bundesregierung im Umgang mit der Krise.

 

Staatliche Milliarden-Hilfen für kleinere und mittelständische Unternehmen finden bei einer großen Mehrheit Zustimmung, während Hilfen der öffentlichen Hand für die Autoindustrie, Banken oder EU-Länder in wirtschaftlichen Schwierigkeiten aus Sicht der Bürger eher nicht gerechtfertigt sind. So spricht sich auch nur jeder Zweite für ein Eingreifen des Staates bei Opel und nur drei von zehn für entsprechende Hilfen für Schaeffler-Continental aus. Verbreitet ist die Sorge, dass der Staat in der Krise durch die Wirtschaft ausgenutzt wird.

 

Die skeptische Bewertung des Krisenmanagements der Bundesregierung drückt auf die Regierungszufriedenheit. Der seit Herbst bestehende positive Trend für die große Koalition hat sich im März sichtbar umgekehrt. Die abnehmende Zufriedenheit mit der großen Koalition schlägt sich insbesondere in der Beurteilung der Unions-Spitzen nieder: Angela Merkel wie Horst Seehofer verlieren gegenüber dem Vormonat deutlich. Die Kanzlerin gibt im Ergebnis den ersten Platz in der Politikerzufriedenheit an Außenminister Frank-Walter Steinmeier ab. In der Kanzlerpräferenz liegt die CDU-Vorsitzende zwar weiterhin klar vor dem SPD-Herausforderer, ihr Vorsprung ist jedoch gesunken.

 

In der aktuellen politischen Stimmung bleibt die Union weiter unter Druck. Sie hätte aktuell 32 Prozent in Aussicht. Sie liegt damit 2 Punkte unter dem Niveau des Vormonats und so schlecht wie seit November 2006 nicht mehr. Die Sozialdemokraten legen dagegen binnen Monatsfrist 2 Punkte zu. Sie würden derzeit 27 Prozent erzielen, für sie der beste Wert seit Mai 2008. Weiter Rückenwind verspürt die FDP. Sie verbessert sich um 1 Punkt und liegt damit erstmals im DeutschlandTREND bei einem Anteil von 17 Prozent. Die Grünen könnten wie im Vormonat mit 11 Prozent rechnen, die Linken nach leichten Einbußen (-1) mit 10 Prozent. Die sonstigen Parteien kämen zusammen wie im Februar auf 3 Prozent.

 

 

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des ARD-DeutschlandTREND vom März, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von sechs Tages­zeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 2. bis 3. März 1.000, für die Sonntagsfrage vom 2. bis 4. März 1.500 wahl­berechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verall­ge­meinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozent­punkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
2.3. - 3.3.2009 / Sonntagsfrage: 2.3. - 4.3.2009
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap