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ARD-DeutschlandTREND

Mai 2009

Die Deutschen sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise ihr volles Ausmaß noch nicht erreicht hat: Auch im Mai fürchten drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent), dass der schlimmste Teil der Krise erst noch bevorsteht. Entsprechend groß fallen die Ängste aus: 57 Prozent (+3) machen sich aktuell Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft – der höchste Wert seit Beginn der Krise. In den Betrieben ist zudem die Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes wieder angewachsen. In dieser kritischen Situation verhallt die Forderung nach vermehrtem Konsum weitgehend ... mehr »

Die Deutschen sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise ihr volles Ausmaß noch nicht erreicht hat: Auch im Mai fürchten drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent), dass der schlimmste Teil der Krise erst noch bevorsteht. Entsprechend groß fallen die Ängste aus: 57 Prozent (+3) machen sich aktuell Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft – der höchste Wert seit Beginn der Krise. In den Betrieben ist zudem die Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes wieder angewachsen. In dieser kritischen Situation verhallt die Forderung nach vermehrtem Konsum weitgehend ungehört: Nur 36 Prozent beziehen die Position, dass man, solange man noch Geld hat, es auch ausgeben sollte. Für einen wachsenden Teil der Deutschen sind die Krise und mit ihr verbundene Einschränkungen ohnehin längst Alltag: Vier von zehn Bundesbürgern geben an, als Folge der Wirtschaftskrise weniger Geld zur Verfügung zu haben. Ebenso viele (38 Prozent; +6) zählen sich persönlich bereits zu den unmittelbar Betroffenen der Krise. Die Forderung nach einem Konjunkturpaket III wird nur von 12 Prozent der Bürger unterstützt. Eine große Mehrheit (83 Prozent) will zunächst die Wirkung der bereits beschlossenen Maßnahmen abwarten und ist damit auf einer Linie mit der Bundesregierung. Auch bei der geplanten Verhinderung von Rentenkürzungen als Folge der Wirtschaftskrise findet die Regierungsposition mehrheitlich Zustimmung (68 Prozent). Lediglich 28 Prozent meinen, dass die Renten bei zurückgehenden Löhnen ebenfalls sinken sollten.

 

Vor diesem Hintergrund steigt die Zufriedenheit mit der Bundesregierung auf 40 Prozent, ein Plus von 4 Punkten. Auch die Spitzenkandidaten von Union und SPD können ihre Beliebtheit steigern, wobei sich Angela Merkel mit einer Zustimmungsrate von 69 Prozent knapp vor Frank-Walter Steinmeier (68 Prozent) auf dem ersten Rang platziert. In der hypothetischen Kanzler-Direktwahl liegt die Amtsinhaberin unverändert deutlich vor ihrem Herausforderer.

 

Die bundespolitische Stimmung ist relativ stabil: Die Union könnte erneut einen Wähleranteil von 34 Prozent für sich verbuchen. Die SPD käme dank eines leichten Zugewinns auf 27 Prozent (+1). FDP und Linke müssten jeweils ein leichtes Minus ver-kraften und kämen auf 14 bzw. 10 Prozent (-1), die Grünen weiterhin auf 11 Prozent.

 

Für die nächste Legislaturperiode bevorzugen 44 Prozent eine Unions-geführte Bundesregierung, 33 Prozent ein Kabinett unter SPD-Führung. Eine schwarz-gelbe Koalition findet das größte Vertrauen: 46 Prozent halten dies für ein Bündnis mit positiver Wirkung für das Land. Der Fortsetzung der Großen Koalition schreiben dies 37 Prozent zu. Dreier-Bündnisse unter Einschluss der Grünen und der FDP sind weniger populär, egal unter welcher Führung. Lediglich jeder Sechste hält eine rot-rot-grüne Koalition für eine gute Lösung. Eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) glaubt indes, dass die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Linken durch die SPD auch nach dem Urnengang am 27. September Bestand haben wird.

 

Auch mit Blick auf die Europawahl ist die Union derzeit stärkste Kraft (37 Prozent). Gleichwohl müsste die CDU/CSU damit einen deutlichen Verlust gegenüber 2004 hinnehmen. Deutliche Stimmengewinne könnten hingegen die SPD (28 Prozent) und die FDP (10 Prozent) verzeichnen. Auch die Linke (8 Prozent) würde ihr 2004er-Ergebnis verbessern, während die Grünen (12 Prozent) ihren Anteil lediglich halten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
4.-5. Mai 2009
Sonntagsfrage: 4.-6. Mai 2009
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:
Infratest dimap