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ARD-DeutschlandTREND

Dezember 2010

Die Veröffentlichung von US-Botschaftsberichten auf der Internetplattform WikiLeaks wird in der Öffentlichkeit sehr kritisch begleitet: Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) sind der Meinung, dass derartige Diplomatenberichte weiterhin vertraulich bzw. geheim bleiben sollten. 53 Prozent der Deutschen finden es nicht gut, dass es eine Plattform wie WikiLeaks gibt. Demgegenüber sehen 43 Prozent WikiLeaks positiv. Aus Sicht einer Mehrheit der Deutschen hat der Schlichter im Streit um das Bahnprojekt „Stuttgart 21“, Heiner Geißler, gute Arbeit geleistet: Am Ende des Schlichtungsverfahrens sind 57 Prozent mit seiner Leistung zufrieden. mehr »

Die Veröffentlichung von US-Botschaftsberichten auf der Internetplattform WikiLeaks wird in der Öffentlichkeit sehr kritisch begleitet: Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) sind der Meinung, dass derartige Diplomatenberichte weiterhin vertraulich bzw. geheim bleiben sollten. 53 Prozent der Deutschen finden es nicht gut, dass es eine Plattform wie WikiLeaks gibt. Demgegenüber sehen 43 Prozent WikiLeaks positiv.

Aus Sicht einer Mehrheit der Deutschen hat der Schlichter im Streit um das Bahnprojekt „Stuttgart 21“, Heiner Geißler, gute Arbeit geleistet: Am Ende des Schlichtungsverfahrens sind 57 Prozent mit seiner Leistung zufrieden.

Die wiederholten Warnungen vor Terroranschlägen auf deutschem Boden haben bei der Bevölkerung keineswegs Unruhe oder gar Panik ausgelöst. Neun von zehn Bürgern (88 Prozent) fühlen sich alles in allem in Deutschland sicher. 72 Prozent gehen davon aus, dass das Land gut gegen terroristischen Angriffe geschützt ist. Offenbar gibt es bei vielen Bürgern die Einsicht, dass ein hundertprozentiger Schutz nicht möglich ist: 71 Prozent rechnen mit Anschlägen in Deutschland. Viele Bürger (55 Prozent) halten die Anstrengungen zur Abwehr von terroristischen Angriffen in Deutschland noch für verbesserungswürdig.  

Der Euro bringt aus Sicht der Deutschen für den Einzelnen eher Nachteile. Allerdings scheint den Bürgern bewusst zu sein, dass es in der gegenwärtigen Situation wenig Alternativen zur Gemeinschaftswährung gibt: 88 Prozent meinen, dass es letztlich im deutschen Interesse liegt, den Euro stabil zu halten. Folgerichtig hält eine Mehrheit von 71 Prozent die Unterstützung Irlands für unausweichlich. Für Länder, die ihre Finanzen nicht im Griff haben, soll es indes nach Ansicht von 56 Prozent künftig nicht ohne Konsequenzen abgehen: Sie plädieren für deren Ausschluss aus der Eurozone.

Nach wie vor ist nur ein Viertel der Bürger zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Dies geht einher mit nur geringen sachpolitischen Vertrauenszuwächsen, von denen zudem ausschließlich die Union profitiert. Sie bleibt aber trotz des Aufschwungs weit entfernt von ihren Kompetenzwerten vor der letzten Bundestagswahl. Die FDP hat die letzten Monate nicht nutzen können, um an das Vertrauen anzuknüpfen, das sie vor der Bundestagswahl genossen hat. Im Gegenteil: In der Steuerpolitik, ihrem Gewinnerthema bei der Bundestagswahl, verliert sie weiter.

In der politischen Stimmung halten die Regierungsparteien CDU/CSU (32 Prozent) und FDP (5 Prozent) ihre Wähleranteile stabil. Gleiches gilt für die SPD (27 Prozent). Gestoppt scheint dagegen der Höhenflug der Grünen: Sie geben 1 Punkt ab und erreichen 21 Prozent, während die Linke etwas zulegt (10 Prozent, +1). Nach dem Bruch der Koalition in Hamburg erscheint das Modell „Schwarz-Grün“ erst einmal gescheitert. Auch unter den Bundesbürgern hat Schwarz-Grün an Attraktivität eingebüßt: Lediglich 15 Prozent (-11 im Vergleich zum April) sind der Überzeugung, dass die beiden Parteien gut zusammenpassen. Nur knapp ein Drittel (31 Prozent, -9) glaubt, Schwarz-Grün könnte das Land in wichtigen politischen Fragen voran bringen. Nur 28 Prozent (-9) wünschen sich künftig mehr schwarz-grüne Bündnisse.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.004 Befragte
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
29. bis 30. November 2010
Sonntagsfrage: 29. November bis 1. Dezember 2010
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap