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ARD-DeutschlandTREND

März 2010

Der Rückhalt der Bundesregierung in der Bevölkerung stagniert auf niedrigem Niveau. Nach 28 Prozent im Januar stellen aktuell 27 Prozent der Bundesregierung aus Union und FDP ein positives Zeugnis aus. Mittlerweile bezweifelt eine Mehrheit, dass Union und FDP noch zusammen passen. Die Deutschen bemängeln nicht unbedingt die Koalitionsstreitigkeiten an sich. Allerdings wird speziell der FDP unterstellt, die eigenen Interessen im Kabinett übermaßen wichtiger zu nehmen als den Erfolg der Regierung insgesamt. mehr »

Der Rückhalt der Bundesregierung in der Bevölkerung stagniert auf niedrigem Niveau. Nach 28 Prozent im Januar stellen aktuell 27 Prozent der Bundesregierung aus Union und FDP ein positives Zeugnis aus. Mittlerweile bezweifelt eine Mehrheit, dass Union und FDP noch zusammen passen. Die Deutschen bemängeln nicht unbedingt die Koalitionsstreitigkeiten an sich. Allerdings wird speziell der FDP unterstellt, die eigenen Interessen im Kabinett übermaßen wichtiger zu nehmen als den Erfolg der Regierung insgesamt. Zudem drängt sich bei acht von zehn der Eindruck auf, Schwarz-Gelb fehle ein klares Konzept für das gemeinsame Regieren. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch das moderierende und zurückhaltende Agieren der Bundeskanzlerin, von der sich die Deutschen eindeutigere Richtungsvorgaben für das Regierungsbündnis wünschen.

 

Die Liste der populärsten Politiker wird wie im März von Karl-Theodor zu Guttenberg und von Angela Merkel angeführt. Zur Person des FDP-Vizekanzlers und Außenministers äußert sich dagegen aktuell nur ein Viertel der Deutschen positiv. Guido Westerwelle büßt erneut an Zustimmung ein und landet auf dem vorletzten Platz. Mit der von ihm in der Rolle des Parteivorsitzenden angesprochenen Hartz-IV-Thematik hat er einen Punkt angesprochen, der den Bürgern durchaus wichtig ist. Drei Viertel finden es gut, dass er eine entsprechende Diskussion über Hartz-IV angestoßen hat. 60 Prozent unterstützen den FDP-Vorsitzenden auch in seiner Haltung, es werde insgesamt zu viel über die Hartz-IV-Empfänger und zuwenig über die Einzahler geredet. Zugleich bezweifelt aber die Mehrheit der Bundesbürger, dass das Hartz-IV-Niveau insgesamt zu hoch ist: Entsprechend kommen viele auch zu dem Schluss, der FDP-Vorsitzende habe sich primär auf Kosten der Schwachen in der Gesellschaft profilieren wollen (55 Prozent). Der alte Vorbehalt gegenüber der FDP, sie sei eine Partei der sozialen Kälte, hat mit der aktuellen Diskussion daher auch wieder an Gewicht gewonnen (53 Prozent; +7).

 

Ungeachtet der aktuell erkennbaren Distanz gegenüber der FDP und ihrem Spitzenpersonal können die Liberalen in der politischen Stimmung den Negativtrend der letzten Monate abfangen. Gegenüber Februar verbessern sie sich um 2 Punkte und kommen in der Sonntagsfrage auf 10 Prozent. Der Koalitionspartner Union hätte derzeit bei einer Bundestagswahl unverändert 36 Prozent in Aussicht. Die SPD käme aktuell bei einem Urnengang auf 25 Prozent. Sie verliert gegenüber Februar leicht (-1), ebenso die Grünen, die mit 14 Prozent rechnen könnten (-1). Die Linke hätte wie im Vormonat 11 Prozent in Aussicht. Die sonstigen Parteien würden zusammen genommen 4 Prozent (+/-0) erzielen.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
1.3. - 2.3.2010 / Sonntagsfrage: 1.3. - 3.3.2010
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap