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ARD-DeutschlandTREND

Mai 2010

Griechenland steht kurz vor dem Staatsbankrott und hat die anderen Euro-Länder um Hilfe gebeten. Die Forderung nach einer Beteiligung der Gläubigerbanken an den Hilfszahlungen findet bei einer knappen Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) Zustimmung, die das als Bedingung für deutsche Geldleistungen formulieren. Ein knappes Viertel (23 Prozent) vertritt die Auffassung, dass es zwar ärgerlich ist, die Bundesregierung aber gar keine andere Wahl hat als Griechenland zu unterstützen. mehr »

Griechenland steht kurz vor dem Staatsbankrott und hat die anderen Euro-Länder um Hilfe gebeten. Die Forderung nach einer Beteiligung der Gläubigerbanken an den Hilfszahlungen findet bei einer knappen Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) Zustimmung, die das als Bedingung für deutsche Geldleistungen formulieren. Ein knappes Viertel (23 Prozent) vertritt die Auffassung, dass es zwar ärgerlich ist, die Bundesregierung aber gar keine andere Wahl hat als Griechenland zu unterstützen. Ein Fünftel (21 Prozent) ist der Meinung, dass Deutschland gar keine Unterstützung leisten sollte. Ein von manchen geforderter Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone wird in der deutschen Bevölkerung kontrovers beurteilt: Jeder Zweite (49 Prozent) ist gegen einen Ausschluss, fast genauso viele dafür (45 Prozent).

 

Vor diesem Hintergrund sieht eine Mehrheit der Deutschen die Krise nach wie vor als noch nicht überwunden an: 56 Prozent glauben, dass der schlimmste Teil der Krise noch bevorsteht. Allerdings sind die Auswirkungen für 62 Prozent nach eigener Aussage nicht spürbar.

 

Die FDP hat ihr Steuersenkungskonzept in Umfang und Zeitpunkt modifiziert – die Ablehnung besteht jedoch fort: Eine Mehrheit von 54 Prozent lehnt Steuersenkungen wegen der Verschuldung als nicht finanzierbar ab. 42 Prozent befürworten eine Entlastung um 16 Milliarden Euro ab 2012. Nur in Reihen der FDP-Anhänger finden die liberalen Steuersenkungspläne eine Mehrheit (62 Prozent). 

 

Das Ansehen der Bundesregierung hat sich in diesem Monat nur geringfügig verbessert: 26 Prozent sind aktuell mit Schwarz-Gelb zufrieden (+3 binnen vier Wochen). Drei Viertel der Bevölkerung (73 Prozent) bewerten die Regierung Merkel nach wie vor kritisch. Zwei Drittel (66 Prozent) sind der Meinung, dass Union und FDP – obwohl als „Wunschkoalition“ angetreten – nicht mehr zusammen passen. Angesichts der Enttäuschung über die Regierungsarbeit hält eine Mehrheit (57 Prozent) einen Denkzettel für Schwarz-Gelb bei der anstehenden nordrhein-westfälischen Landtagswahl für angemessen.

 

Auf der personellen Ebene kann Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Ansehenseinbruch zum Teil wieder wettmachen und Platz Eins der Rangliste besetzen: 61 Prozent (+6) sind mit seiner Arbeit aktuell zufrieden. Dahinter erreicht Angela Merkel 58 Prozent (+3). Der FDP-Außenminister Guido Westerwelle bleibt mit 24 Prozent (+1) Zuspruch im Stimmungstief.

 

In der aktuellen politischen Stimmung käme die Union unverändert auf einen Wähleranteil von 35 Prozent. Die FDP erreicht erneut 8 Prozent. Auch die Linke hält ihren Stimmenanteil stabil (10 Prozent). Verluste muss die SPD hinnehmen und käme aktuell nur noch auf 26 Prozent (-2). Die Grünen hingegen können 2 Punkte zulegen und würden derzeit 16 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Das ist der höchste Wert, den die Grünen bisher im ARD-DeutschlandTREND erreichen konnten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte
Zusatzfrage „Staatshilfe Griechenland“: 500 Befragte
Erhebungszeitraum:
26. bis 27. April 2010
Sonntagsfrage: 26. bis 28. April 2010
Zusatzfrage „Staatshilfe Griechenland“: 28. April 2010

Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap