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ARD-DeutschlandTREND

Februar 2011

Einfluss der Konjunktur auf die eigene Lebenssituation, Konjunkturentwicklung, Preisentwicklung, Preissteigerungen, Preistreiber insbesondere Lebensmittel, Benzin sowie Strom und Gas, Frauenförderung, Frauenquote, Frauen in Führungspositionen, politische Vorgaben zur Frauenförderung, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, Familienministerin Kristina Schröder, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Segelschulschiff Gorch Fock, Protestbewegungen in Nordafrika, Regierungszufriedenheit, Sonntagsfrage, Politikerzufriedenheit, Parteikompetenzen, Partei-Positionen, Superwahljahr 2011, Europa: stärkere Koordination von Steuer- und Rentenpolitik der Euro-Länder mehr »

Trotz robuster konjunktureller Entwicklung stagniert zu Jahresbeginn die Zahl der Bürger, die den bisherigen Aufschwung persönlich spüren. Kaum verändert zu Ende 2010 berichten 28 Prozent einen positiven Einfluss der Konjunktur auf die eigene Lebenssituation. Die anziehenden Verbraucherpreise sind ein Grund hierfür. 61 Prozent beklagen, dass die Preise stärker steigen als früher, insbesondere werden Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Benzin beklagt.

Arbeitsministerin von der Leyen und Familienministerin Schröder haben mit ihren Vorschlägen zur besseren Frauenförderung ein Thema aufgegriffen, dass für die Bundesbürger parteiübergreifend von großem Interesse ist: 78 Prozent halten einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen für wichtig. Während Frauen und Männer sich hierin weitgehend einig sind, trennen sie Welten beim einzuschlagenden Weg: Mit 58 Prozent fällt die Unterstützung für die Einführung verbindlicher Regeln für die Unternehmen bei den Frauen etwa doppelt so hoch aus wie bei den Männern. Insgesamt unterstützen 44 Prozent der Bundesbürger politische Vorgaben zur Frauenförderung, 51 Prozent lehnen sie ab.

Nach dem Bekanntwerden von Vorkommnissen bei der Bundeswehr geriet Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in den letzten beiden Wochen öffentlich in die Schusslinie. Eine Mehrheit ist trotz dieser Vorfälle überzeugt, dass der CSU-Politiker sein Ministerium im Griff hat und die Soldaten wichtiger nimmt als seine persönlichen Interessen. Seine Entscheidung, den Kommandanten des Segelschulschiffs Gorch Fock von seiner Funktion zu entbinden, ist allerdings unter den Bundesbürgern umstritten. Insgesamt hat die Diskussion den Rückhalt von zu Guttenberg erkennbar geschmälert. Nach 76 Prozent im Januar sind aktuell 68 Prozent der Bundesbürger mit seiner politischen Arbeit zufrieden. Der CSU-Politiker bleibt dennoch mit deutlichem Abstand der populärste Parteipolitiker.

In der aktuellen Stimmung liegt die Union wie im Vormonat bei 36 Prozent. Die SPD verliert 1 Punkt und käme auf 25 Prozent. Die Grünen würden wie im Januar 19 Prozent erzielen. Während die Linke 1 Punkt verliert und auf 8 Prozent käme, legt die FDP um 1 Punkt zu und hätte 5 Prozent in Aussicht. Die sonstigen Parteien könnten zusammen mit 7 Prozent (+1) rechnen.

Die Reaktionen der Deutschen auf die Proteste in Nordafrika fallen sehr unterschiedlich aus: Bei 43 Prozent überwiegt angesichts des Aufbegehrens der Bevölkerung die Freude. Mehr als der Hälfte ist besorgt, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte. Unschlüssig sind sich die Deutschen, ob und wie man von außen auf die Entwicklungen reagieren sollte: Etwa jeder Zweite spricht sich dafür aus, demokratische Kräfte gezielt zu unterstützen, ebenso viele plädieren dafür, sich aus den Auseinandersetzungen herauszuhalten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.005 Befragte
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte

Erhebungszeitraum:
31. Januar bis 01. Februar 2011
Sonntagsfrage: 31. Januar bis 02. Februar 2011
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap