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ARD-DeutschlandTREND

März 2011

Wirtschaftliche Zuversicht auf Rekordniveau, Einführung des neuen Bio-Sprits E10, Zweifel am neuen Bio-Kraftstoff, schlechte Informationspolitik zur Benzineinführung, Ethanol-Kraftstoff aus Pflanzen, Sonntagsfrage, Regierungszufriedenheit, Politikerzufriedenheit, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Bundesaußenminister Guido Westerwelle, Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg, bürgerkriegsähnliche Situation in Libyen, militärische Maßnahmen der NATO, Lokführerstreik, Lohnforderungen der Lokführer, Verständnis für die Arbeitskampfmaßnahmen, Superwahljahr 2011: SPD und Grüne gelten als Erfolgskandidaten mehr »

Die wirtschaftliche Zuversicht der Bundesbürger bewegt sich auch Ende des ersten Quartals 2011 auf Rekordniveau. Zwei Drittel bewerten die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland als sehr gut oder gut. Von der positiven wirtschaftlichen Stimmung kann die Bundesregierung allerdings auch im März nicht profitieren. Wie im Vormonat äußert sich aktuell nur jeder Vierte zufrieden zur Arbeit des schwarz-gelben Kabinetts.

Auch in der Sonntagsfrage liegt Schwarz-Gelb stabil. Die Union käme in diesem Monat auf 35 Prozent der Stimmen, ein Minus von einem Punkt im Vergleich zum Vormonat. Diesen Verlust gleicht die FDP aus, die auf 6 Prozent kommt und erstmals seit Juni letzten Jahres wieder über 5-Prozent liegt. Die Grünen erreichen nach 19 Prozent im Vormonat aktuell einen Wähleranteil von 15 Prozent – der niedrigste Rückhalt für sie seit April 2010. Von der Schwäche der Grünen profitiert die SPD, die nach einem Plus von drei Punkten einen Wähleranteil von 28 Prozent in Aussicht hätte. Auch die Linke legt leicht zu (+1) und käme auf 9 Prozent.

Ein aktuell kritisches Thema für die Bundesregierung ist die Einführung des neuen Bio-Sprits E10, denn jeder Zweite (51 Prozent) sieht im Berliner Kabinett den Verantwortlichen für die schlechte Informationspolitik. Zudem haben die Bundesbürger grundsätzliche Zweifel am neuen Bio-Kraftstoff und dessen Herstellung: 61 Prozent der Bundesbürger sprechen sich dafür aus, die Einführung des neuen Benzins rückgängig zu machen. Den Unmut der Bürger bekommt Bundesumweltminister Röttgen deutlich zu spüren. Mit 28 Prozent erhält er den niedrigsten Zustimmungswert seit seinem Amtsantritt.

In seinen Auswirkungen für die Union und die Bundesregierung schwer zu taxieren ist der Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg. Keine Zweifel bestehen bei der Mehrheit der Bundesbürger darüber, dass er im Zusammenhang mit der Erstellung seiner Doktorarbeit getäuscht und betrogen hat. Unverändert geschätzt wird er jedoch als Politiker: Auch nach dem Rücktritt genießt er mit 73 Prozent die meisten Sympathien im Land.

Deutlich an Rückhalt gewonnen hat FDP-Außenminister Guido Westerwelle. Mit 33 Prozent schneidet er im Urteil der Bürger so gut ab wie seit Februar 2010 nicht mehr. Offensichtlich profitiert er von seinem außenpolitischen Engagement in der nordafrikanischen Krisenregion. Speziell die bürgerkriegsähnliche Situation in Libyen beunruhigt die Deutschen: 54 Prozent plädieren für militärische Maßnahmen der NATO. Von der Linken abgesehen wird in den Anhängerschaften aller Parteien ein Eingreifen mehrheitlich befürwortet.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
8.-9. März 2011
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap