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ARD-DeutschlandTREND

Oktober 2011

Die vom Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer befürwortete PKW-Maut für deutsche Autobahnen findet bei einer Mehrheit der Deutschen (54 Prozent) positive Resonanz, wenn die Einnahmen der Reparatur und dem Ausbau der Straßen zugute kommen und zugleich die deutschen Autofahrer finanziell entlastet werden. Vier von zehn (43 Prozent) lehnen die Autobahngebühren ab. mehr »

Die vom Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer befürwortete PKW-Maut für deutsche Autobahnen findet bei einer Mehrheit der Deutschen (54 Prozent) positive Resonanz, wenn die Einnahmen der Reparatur und dem Ausbau der Straßen zugute kommen und zugleich die deutschen Autofahrer finanziell entlastet werden. Vier von zehn (43 Prozent) lehnen die Autobahngebühren ab.

 

Angesichts der Schuldenkrise setzen die Deutschen auf mehr statt auf weniger Europa: 58 Prozent sprechen sich für eine stärkere Zusammenarbeit der europäischen Länder in der Wirtschafts- und Finanzpolitik aus. Eine Minderheit von 39 Prozent zieht aus der gegenwärtigen Krise den Schluss, dass Deutschland und die anderen EU-Länder wieder stärker eigenständig handeln sollten. Die Bürger möchten allerdings über die weitere Entwicklung mitbestimmen: Eine klare Mehrheit von 80 Prozent befürwortet eine Volksabstimmung falls mehr Rechte auf die europäische Ebene abgegeben werden sollen. Auch wenn die Deutschen insgesamt auf mehr Europa setzen, sehen sie eine weitere Unterstützung Griechenlands mehrheitlich kritisch (53 Prozent). Könnten die Deutschen zwischen dem Ausbau des Rettungspakets für die Griechen oder einem „Schuldenschnitt" wählen, würde die Entscheidung klar zugunsten eines Schuldenerlasses fallen (66 Prozent). Unverändert herrscht eine beträchtliche Verunsicherung: Nach wie vor geht eine große Mehrheit (80 Prozent) davon aus, dass der schlimmste Teil der Krise noch bevorsteht und es gibt weiterhin große Befürchtungen (73 Prozent), dass die Euro- und Schuldenkrise das aktuelle Wohlstandsniveau bedroht.

 

An der Spitze der Politikerrangliste liegt in diesem Monat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble knapp vor den SPD-Politikern Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück sowie Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Aus den Reihen des Kabinetts muss am unteren Ende der Rangliste vor allem Wirtschaftsminister Philipp Rösler Ansehenseinbußen verkraften - er fällt auf den niedrigsten Wert seit Übernahme des Parteivorsitzes.

 

Nach ihrem Erfolg bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl könnten die Piraten aktuell auch bundesweit mit 8 Prozent der Stimmen rechnen. Stärkste Partei wäre nach wie vor die Union mit 32 Prozent (-3 Punkte im Vergleich zu September), knapp vor der SPD (30 Prozent, +2). Die Grünen müssen Verluste hinnehmen (17 Prozent, -3). Auch die Linke verliert (6 Prozent, -1) und fällt auf ihren niedrigsten Wert seit Sommer 2005. Für die FDP würden sich aktuell nur noch 3 Prozent (-1) entscheiden - Rekordtief im ARD-DeutschlandTREND.

 

Angesichts des Ansehenstiefs der schwarz-gelben Bundesregierung werden alternative Regierungszusammensetzungen derzeit deutlich besser bewertet. Dazu gehören in erster Linie eine Große Koalition (51 Prozent) sowie ein rot-grünes Bündnis (47 Prozent), von denen sich jeweils rund jeder Zweite positive Impulse für Deutschland verspricht. Lediglich 20 Prozent schätzen derzeit das amtierende bürgerliche Bündnis aus Union und FDP als gut für das Land ein.

 

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.003 Befragte
Sonntagsfrage: 1.503 Befragte
Erhebungszeitraum:
04. - 05. Oktober 2011
Sonntagsfrage: 04. - 05. Oktober 2011

Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap