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ARD-DeutschlandTREND

Januar Extra 2012

 

5.Januar 2012: Deutsche finden Wulffs Auftreten im Interview nicht überzeugend – Mehrheit will ihm aber eine zweite Chance geben

Die Bundesbürger, die das Fernsehinterview des Bundespräsidenten am Mittwoch gesehen oder sich über andere Medien darüber informiert haben, sind zu 61 Prozent nicht vom Auftreten Christian Wulffs überzeugt. Allerdings ist nun eine Mehrheit der Deutschen von 60 Prozent der Ansicht, Christian Wulff hätte eine zweite Chance verdient. Auch spricht sich nach dem Fernsehauftritt gut die Hälfte der Bundesbürger (56 Prozent) für einen Verbleib Wulffs im Amt des Bundespräsidenten aus. Vor dem Interview vom Mittwoch hatte noch jeder zweite Deutsche (50 Prozent) seinen Rücktritt gefordert. In puncto Glaubwürdigkeit (+10) und Ehrlichkeit (+9) sprechen ihm nach dem Fernsehauftritt wieder mehr Bürger das Vertrauen aus als zur Wochenmitte. Gut die Hälfte der Bundesbürger hält ihn aber auch nach dem Fernsehauftritt weder für glaubwürdig (56 Prozent) noch für ehrlich (61 Prozent). In der aktuellen Diskussion üben die Bundesbürger nicht nur Kritik an Christian Wulff, sondern auch an den Medien. 57 Prozent haben den Eindruck, die Medien wollten Wulff fertig machen.

4. Januar 2012: Bundespräsident Wulff: deutlicher Ansehensverlust vor Fernseh-Auftritt

Das zentrale politische Thema am Ausgang des letzten Jahres bildete die Affäre um den Bundespräsidenten Wulff. Auch im neuen Jahr dominiert Wulff die politische Agenda. Mit dem Aufkommen neuer Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten in den ersten Tagen des neuen Jahres hat Christian Wulff deutlich an Rückhalt verloren. Sprachen sich am Montag noch 63 Prozent der Bundesbürger dafür aus, dass er weiter im Amt bleiben sollte, fiel die Zahl seiner Unterstützer am Dienstag auf 53 Prozent, um am Mittwoch schließlich auf 47 Prozent abzusinken. Jeder zweite Bundesbürger (50 Prozent) plädiert zur Wochenmitte für den Rücktritt des Bundespräsidenten, doppelt so viele wie noch in der Woche vor Weihnachten (26 Prozent).

Der Einbruch im Rückhalt des Bundespräsidenten wird begleitet von einer deutlich veränderten Bewertung seiner Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit. Am Mittwoch hielten nur noch 27 Prozent der Deutschen den Bundespräsidenten für glaubwürdig gegenüber 36 Prozent am Montag. Im Dezember hatten 51 Prozent dem früheren CDU-Ministerpräsidenten Glaubwürdigkeit attestiert, zum Zeitpunkt seines Amtsantritts im Juli 2010 noch 74 Prozent. Als ehrlichen Politiker bezeichneten ihn zur Wochenmitte 22 Prozent, während es am Montag 26 Prozent und in der Vorweihnachtswoche noch 41 Prozent waren. 

Unter dem Strich sieht unmittelbar vor seinem Fernsehauftritt vom Mittwoch nur eine Minderheit in Christian Wulff einen würdigen Bundespräsidenten (37 Prozent), sechs von zehn (59 Prozent) verneinen dies. Auch hier hat sich die Einschätzung in den ersten Tagen des neuen Jahres sichtbar verändert. Am 02. Januar hielt noch gut die Hälfte (55 Prozent) der Bundesbürger Wulff für einen würdigen Bundespräsidenten. Entsprechend hat sich auch die Gesamtbewertung für seine politische Arbeit verschlechtert. Nur noch 44 Prozent äußern sich in der ersten Woche des Jahres zufrieden zu seiner Arbeit.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
täglich je 500 Fälle, am 5. Januar 1000 Fälle
Erhebungszeitraum:
2., 3., 4. und 5. Januar 2012
Fehlertoleranz:
1,9* bis 4,4** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap