Führende Rolle Deutschlands bei Kopenhagener Klimakonferenz würde Merkel politisch stärken
Bei den im Dezember stattfindenden Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen in Kopenhagen hat Deutschland als wirtschaftlich und politisch einflussreiche Nation die Chance, eine führende Rolle zu übernehmen. Angela Merkel könnte wesentlichen Einfluss darauf nehmen, ein erfolgreiches Ergebnis der Konferenz sicherzustellen. Das politische Ansehen Merkels würde erheblich davon profitieren: Insgesamt mehr als die Hälfte der Deutschen (59 Prozent) meint, Merkel könnte ihr Ansehen dadurch deutlich (24 Prozent) oder zumindest etwas (35 Prozent) verbessern. Nur jeder vierte Deutsche (23 Prozent) sieht dagegen kaum einen Zusammenhang zwischen ihrer Rolle bei der Konferenz und ihrem politischen Ansehen, jeder siebte Deutsche (15 Prozent) sieht gar keinen Zusammenhang.
Zusätzliche Gelder für arme Länder im Kampf gegen den Klimawandel
Eines der Kernthemen, das bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen diskutiert wird, sind Finanzhilfen für arme Länder. Sie sollen diese Länder dabei unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, erneuerbare Energiequellen zu erschließen und mit modernen Technologien Umweltverschmutzungen zu vermeiden.
Nahezu drei Viertel der Deutschen (71 Prozent) vertreten hierzu die Meinung, dieses Geld solle nicht durch Umschichtungen bereits geplanter Entwicklungshilfe aufgebracht werden. Im Kampf gegen den Klimawandel seien zusätzliche Gelder notwendig.
Deutschland soll seine Ziele zur Reduzierung von Treibhausgas höher stecken
Einige Entscheidungsträger in der EU erwägen, die bisherigen Verpflichtungen zu einer CO2-Reduzierung auf 40 Prozent bis zum Jahr 2020 anzuheben. Das entspricht dem, was führende Wissenschaftler fordern, um die globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Um dies realisieren zu können, müsste auch Deutschland seine bisherigen Ziele zur Reduzierung des Treibhausgases weiter erhöhen. Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) meinen, Deutschland solle hier seine Ziele höher stecken. Fast die Hälfte der Deutschen spricht sich dafür aus, dies „auf alle Fälle“ zu tun (45 Prozent), ein Drittel stimmt diesem Schritt ebenfalls eher zu (36 Prozent). Nur jeder Sechste (16 Prozent) sieht keinen Handlungsbedarf bzw. lehnt dies ab.
Bisherige Zusage der G8-Regierungschefs zum Klimaschutz wird sehr skeptisch beurteilt
Die Regierungschefs der G8-Staaten haben sich bei ihrem letzten Gipfeltreffen im Juli 2009 in L’Aquila zu dem Ziel bekannt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Es stellt sich die Frage, ob die G8-Staaten auch dann zu diesem Vorhaben stehen werden, wenn auf der Kopenhagener Konferenz kein rechtlich verbindliches globales Klimaschutzabkommen zustande kommt. Insgesamt zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) sind skeptisch, dass sich die Regierungschefs der G8-Staaten ohne Zustandekommen eines rechtlich verbindlichen Klimaschutzabkommens bei der Kopenhagener Konferenz an ihre bisherige Zusage halten werden. Jeder zweite Deutsche (52 Prozent) sieht das „wahrscheinlich nicht“, jeder Sechste (15 Prozent) „bestimmt nicht“. Dagegen ist ein knappes Drittel (31 Prozent) zuversichtlich, dass die Vereinbarungen eingehalten werden.
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