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Jörg Schönenborn, WDR

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Jugendwahl U18

Wir wollen junge Menschen unterstützen, Politik zu verstehen

Neun Tage vor den Berliner Abgeordnetenhauswahlen, also am 9. September 2011, konnten auch Berliner Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projekts U18 ihre Stimme für eine Partei abgeben.

Die Wahl wurde durch eine schriftliche Befragung begleitet, in der die jungen Wählerinnen und Wähler u.a. Angaben zu Ihren Wahlmotiven und zu Ihren Einstellungen gegenüber Parteien und Politikern machen können. Wir von Infratest dimap unterstützten den Projektträger bei der Durchführung dieser Befragung mit unserer methodischen Kompetenz. Neben der fachlichen Beratung während der Abstimmung des Fragebogens, haben wir uns in erster Linie um die Auswertung und tabellarische Aufbereitung der Ergebnisse der schriftlichen Befragung gekümmert.

Wir fördern dieses Projekt, weil wir junge Menschen unterstützen möchten, Politik zu verstehen. Und wie könnten sie das besser, als durch aktive Teilhabe.

 

Bundesweite Befragung der 14-17-Jährigen

 

Anlässlich der Kinder und Jugendwahl “U18“ in Berlin hat Infratest dimap außerdem eine bundesweite Befragung zur Parteipräferenz Jugendlicher durchgeführt. Dabei wurden parallel zur Befragung der wahlberechtigten erwachsenen Bevölkerung auch repräsentativ ausgewählten 14-17-Jährigen die „Sonntagsfrage“ gestellt: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre und Sie bereits teilnehmen dürften?“. Insgesamt wurde 211 Personen zwischen 14 und 17 Jahren diese Frage gestellt.

 

Die erste positive Überraschung: Drei von vier Jugendlichen konnten eine Partei ihrer Wahl angeben – ein höherer „Wähleranteil“ als derzeit bei Erwachsenen. Weniger überraschend ist das Abstimmungsergebnis selbst: Das von den Jugendlichen zusammengestellte Parlament hätte dabei ein etwas anderes Aussehen als das der Erwachsenen. Es würde dominiert von drei etwa gleich starken Parteien, der CDU/CSU (30 Prozent), der SPD (29 Prozent) und der Grünen (28 Prozent), die Linken würden mit 6 Prozent den Sprung ins Parlament gerade noch schaffen, die FDP und alle übrigen Parteien würden draußen bleiben. Im Vergleich zu den Wahlberechtigten schneiden Union und FDP bei den Jugendlichen damit etwas schlechter, die Grünen dafür deutlich besser ab. Die Abstimmungsergebnisse für SPD und Linke sind bei Jugendlichen und Erwachsenen weitgehend identisch. Dies gilt auch für die „sonstigen“ Parteien, die ansonsten von Jungwählern überdurchschnittliche Unterstützung erfahren. Da diese Parteien aber meist nicht im Parlament vertreten sind und in der Berichterstattung wenig Beachtung finden, dürften Jugendliche in Zwischenwahlzeiten diese Parteien kaum auf dem Schirm haben.   

 

Mehr zum Projekt U18 unter:

www.u18.org/berlin/