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Allgemeine Informationen zur Sonntagsfrage


 

Wozu dient die „Sonntagsfrage“?

Ein wesentliches Ziel der monatlichen Umfragen im Rahmen des ARD-DeutschlandTrends und für das ARD Morgenmagazin besteht darin, die aktuelle Stärke von Parteien zu bestimmen.

 

Darüber hinaus werden eine Reihe weiterer wichtiger Fragen gestellt, beispielsweise nach der Zufriedenheit mit der Bundesregierung, nach den Kompetenzen der einzelnen Parteien oder der Zufriedenheit mit Spitzenkandidaten. Dabei wird nicht nur das Urteil aller Wahlberechtigten wiedergegeben, sondern auch das der Anhänger der jeweiligen Partei, um auch die Frage nach dem Rückhalt der Parteien in der eigenen Anhängerschaft beantworten zu können. Auch dafür wird die sogenannte Sonntagsfrage benötigt.


 

Wie wird sie erhoben? Wie lautet die Frageformulierung?

Die Erhebungen von infratest dimap werden in der Regel auf der Basis von Telefonumfragen durchgeführt. Dieses Erhebungsverfahren erlaubt zum einen eine optimale Betreuung und Kontrolle der Interviews. Zum anderen liefert sie sehr zeitnah Ergebnisse, was für die Aktualität der Befunde von zentraler Bedeutung ist.

 

Die genaue Fragenformulierung lautet: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“ Wichtig dabei ist: die Frage nach der Parteipräferenz wird offen gestellt, d.h. es werden keine Parteien vorgelesen, sondern die Angaben der Befragten aufgenommen. Dieses Verfahren ist zwar aufwändiger als eine geschlossene Abfrage mit vorgelesenen Antwortvorgaben, es gewährleistet aber größtmögliche parteipolitische Neutralität. Auch kleinere nicht im Parlament vertretene Parteien haben so die gleiche Chance wie die „etablierten“ Parteien, erfasst zu werden.

 

Bei Bedarf wird die Sonntagsfrage kurz vor einem Wahltermin um weitere Fragen zum Stimmensplitting ergänzt.


 

Wie zuverlässig sind die Ergebnisse der „Sonntagsfrage“?

Gemessen wird die aktuelle Wahlneigung der Grundgesamtheit innerhalb des Erhebungszeitraums. Die aktuelle Parteipräferenz zum Zeitpunkt der Erhebung wird mit den üblichen statistischen Schwankungsbreiten wiedergegeben. Die Angaben über die aktuelle Parteipräferenz lässt aber nur eingeschränkt Schlussfolgerungen auf den Ausgang einer in ferner oder naher Zukunft liegenden Wahl zu.

 

Drei Gründe begrenzen die Prognosetauglichkeit von Erhebungen im Vorfeld eines Urnengangs:


 

Sind die veröffentlichten Ergebnisse Rohdaten?

Nein, es werden nie Rohzahlen veröffentlicht. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass bestimmte Personen bzw. Personengruppen in einer Stichprobe häufiger, andere wiederum seltener zu finden sind als in der Grundgesamtheit der Wahlberechtigten. Dies liegt einmal daran, dass pro Haushalt maximal eine Person befragt, und deshalb die Chance an der Befragung teilzunehmen für Personen in Mehrpersonenhaushalten niedriger ist als für Wahlberechtigte in Einpersonenhaushalten.

 

Während die regionale Verteilung der realisierten Interviews anhand der entsprechenden Telefonnummern gut gesteuert werden kann, bleiben die Verteilungen anderer Merkmale dem Zufall überlassen. In der Regel sind die Merkmale sehr gut erfasst, aber bisweilen entstehen nach Erreichbarkeit der Befragten Unterschiede zwischen der Struktur der Stichprobe und der Struktur der Bevölkerung. So sind z. B. junge Wahlberechtigte mobiler und deshalb bei nur wenigen Befragungstagen tendenziell unterrepräsentiert, da sie seltener zuhause angetroffen werden. Solche Abweichungen der Stichprobe von der tatsächlichen Struktur der Zielgruppe – hier der Wahlberechtigten -  werden mit Hilfe einer sogenannten „Gewichtung“ ausgeglichen. Dabei erhalten etwa die überproportional erfassten Personen aus Einpersonen-Haushalten ein niedrigeres Personengewicht als Personen aus Mehrpersonenhaushalten. Diese Form der Gewichtung findet im Übrigen auch bei allen anderen repräsentativen Befragungen statt.


 

Warum werden nur ganzzahlige Werte veröffentlicht und kleinere Parteien unter „Sonstige“ ausgewiesen?

Unsere veröffentlichten Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund 3 Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa 1 Punkt.  Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist: Eine Kleinstpartei mit 0,3% der Nennungen müsste auf 0% abgerundet werden! Ein Betrag von 0,5% würde ebenso auf 1% gerundet wie ein Betrag von 1,4%. Aus den genannten Gründen wird deshalb in der Regel keine Partei unter 3% in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

 

In der publizierten „Sonntagsfrage“ werden alle Parteien aufgeführt, oder solche Parteien oder Gruppierungen, die auch bei niedrigen Anteilswerten eine Chance auf ein Mandat besitzen (so etwa der SSW in Schleswig-Holstein, für den die 5%-Hürde nicht gilt.

Auch diese Vorgehensweise hat sich bewährt, denn bislang hat noch keine Partei den Sprung ins Parlament geschafft, ohne dass wir sie auf unserem Radar gehabt hätten.  Anders ausgedrückt: infratest dimap hat vor den Wahlen immer alle Parteien ausgewiesen, die letztlich auch den Sprung ins Parlament geschafft haben.