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Vertrauen der Bürger in die Politik gestiegen
Vertrauen ist in der Politik eine äußerst wichtige Kategorie – nicht nur dort, aber dort ganz besonders. Aus diesem Grunde ermittelt Infratest dimap regelmäßig das Vertrauen der Bevölkerung in relevante politische Institutionen – diesmal erstmals ergänzt um die Markt- und Meinungsforschungsinstitute. Das Ergebnis ist mit Blick auf die anstehenden Wahlen ermutigend, denn fast alle politischen Institutionen können heute mehr Vertrauen binden als noch vor zwei Jahren.

Institutionenvertrauen durchweg gestiegenAbbildung vergrößern »
Von den zentralen Akteuren steht dabei das Verfassungsgericht als oberste legislative Instanz mit großem Abstand an der Spitze: 76 Prozent der Deutschen haben in das Bundesverfassungsgericht großes Vertrauen, immerhin 5 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren. Demgegenüber fällt das Vertrauen in den Deutschen Bundestag und in die Bundesregierung zwar deutlich ab, aber immerhin knapp jeder zweite Bundesbürger vertraut auch diesen beiden politischen Institutionen. Dies bedeutet sowohl für die Exekutive als auch für die Legislative einen erheblichen Vertrauensgewinn, denn noch vor zwei Jahren brachten dem Bundestag nur 37 Prozent und der Bundesregierung nur 36 Prozent der Bürger Vertrauen entgegen. „Dies ist umso bemerkenswerter, als mit der Finanz- und Wirtschaftskrise die Anforderungen an die Legislative, vor allem aber an die Exekutive deutlich gestiegen sind. Offenbar sind beide aus Sicht der Bürger diesen Anforderungen bislang besser als erwartet gerecht geworden“, kommentiert Richard Hilmer, Geschäftsführer von Infratest dimap die Ergebnisse.
Einen signifikanten Imagegewinn verzeichnen auch die Gewerkschaften, denen heute 39 Prozent vertrauen – immerhin 10 Prozentpunkte mehr als 2007. Auch sie sind in der Krise stärker gefordert, und auch sie scheinen bislang die in sie gesetzten Erwartungen besser zu erfüllen als noch vor kurzem. Demgegenüber stagnieren die Arbeitgeberverbände bei 26 Prozent Vertrauensbekundungen auf niedrigem Niveau. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass ihnen bzw. den von ihnen vertretenen Unternehmen eine gewisse Mitschuld an der Krise zugeschrieben wird. Tief in einer Vertrauenskrise stecken nach wie vor auch die Parteien. Ihr Vertrauensindex liegt mit 23 Prozent zwar höher als vor zwei Jahren (+ sieben Prozentpunkte), die große Mehrheit der Bevölkerung (63 Prozent) hat aber wenig Vertrauen in sie. Explizites Misstrauen bringt ihnen allerdings nur jeder Zehnte entgegen. Bemerkenswerterweise schneiden die Medien – wichtige Kontrollinstanz für die Politik – nicht sehr viel besser ab. Als einzige Institution hat sich ihr Ansehen in der Bevölkerung sogar leicht verschlechtert: aktuell sprechen den Medien nur noch 29 Prozent das Vertrauen aus - vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent, im Jahre 2000 sogar noch knapp 50 Prozent.
Die Markt- und Meinungsforschungsinstitute spielen im politischen Kontext eine untergeordnete Rolle, soweit sie aber auch in der Wahlforschung aktiv sind, können sie aber im unmittelbaren Umfeld von Wahlen mit einer größeren öffentlichen Aufmerksamkeit rechnen. Dies spiegelt nicht zuletzt auch ein vergleichsweise gutes Ansehen in der Bevölkerung wider. Immerhin 57 Prozent bringen den Meinungsforschungsinstituten und ihren Ergebnissen sehr großes (sechs Prozent) bzw. großes (51 Prozent) Vertrauen entgegen, ein Drittel hat wenig und nur sechs Prozent der Bürger haben gar kein Vertrauen in deren Arbeit.