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Baden-WürttembergTREND

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Das aktuelle politische Meinungsbild in Baden-Württemberg von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunk Stuttgart

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Anja Simon
Senior Projektleiterin Wahlforschung
anja.simon
@infratest-dimap.de

LänderTREND

Baden-Württemberg September 2010

Mehrheit der Baden-Württemberger lehnt Großprojekt 'Stuttgart 21' ab Im Rahmen des Projektes Stuttgart 21 sollen der Hauptbahnhof in einen unterirdischen Tunnelbahnhof umgestaltet und die Strecke Stuttgart-Ulm ausgebaut werden. Die kontroversen Diskussionen um das Großprojekt schlagen sich auch im öffentlichen Meinungsbild nieder: Eine Mehrheit der Bevölkerung (54 Prozent) lehnt das Bauprojekt ab, nur eine Minderheit von 35 Prozent spricht sich dafür aus. Der Protest ist dabei keineswegs auf die Landeshauptstadt und ihre Umgebung beschränkt, das Vorhaben stößt in ganz Baden-Württemberg auf Skepsis. mehr »

Mehrheit der Baden-Württemberger lehnt Großprojekt 'Stuttgart 21' ab

Im Rahmen des Projektes Stuttgart 21 sollen der Hauptbahnhof in einen unterirdischen Tunnelbahnhof umgestaltet und die Strecke Stuttgart-Ulm ausgebaut werden. Die kontroversen Diskussionen um das Großprojekt schlagen sich auch im öffentlichen Meinungsbild nieder: Eine Mehrheit der Bevölkerung (54 Prozent) lehnt das Bauprojekt ab, nur eine Minderheit von 35 Prozent spricht sich dafür aus. Der Protest ist dabei keineswegs auf die Landeshauptstadt und ihre Umgebung beschränkt, das Vorhaben stößt in ganz Baden-Württemberg auf Skepsis.

Lediglich unter den Anhängern der Regierungskoalition findet sich eine Mehrheit für das Großprojekt, in den Reihen der Oppositionsparteien wird Stuttgart 21 einhellig abgelehnt. In Reihen der Sozialdemokraten überwiegt die Ablehnung dabei knapp, die Anhänger von Grünen und Linken votieren nahezu geschlossen dagegen.

 

Großer Einfluss von „Stuttgart 21“ auf Landtagswahl erwartet

Insgesamt acht von zehn Baden-Württemberger erwarten, dass „Stuttgart 21“ den Ausgang der Landtagswahl im kommenden Frühjahr beeinflussen wird: 27 Prozent gehen dabei davon aus, dass das Bauvorhaben im Herzen der Landeshauptstadt eine entscheidende Rolle spielen wird, weitere 53 Prozent erwarten einen maßgeblichen Einfluss auf das Wahlergebnis. Ganze 15 Prozent erwarten, dass sich dieses Thema kaum das Wahlergebnis auswirken wird.

Im Großraum Stuttgart wird dem umstrittenen Bauprojekt eine größere Bedeutung beigemessen als Rest Baden-Württembergs.

 

Zunehmende Verunsicherung der Wähler insbesondere im bürgerlichen Lager: Regierungskoalition verliert Mehrheit

Wenn am Sonntag in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt würde, könnten die Regierungsparteien derzeit keine Mehrheit erreichen. Die CDU müsste im Vergleich zum Februar 8 Punkte abgeben und könnte aktuell mit einem Stimmenanteil von 35 Prozent rechnen. Die Liberalen verlieren 6 Punkte und lägen bei 5 Prozent. Die SPD kann im Vergleich zum Februar ein Plus von 1 Prozent verzeichnen und käme auf 21 Prozent. Die Grünen könnten mit einen Zugewinn von 10 Prozent rechnen und lägen bei einem Stimmenanteil von 27 Prozent. Die Linkspartei käme auf 5 Prozent (plus 1).

Die politische Stimmung in Baden-Württemberg ist derzeit durch ein beträchtliches Maß an Verunsicherung gekennzeichnet. Insbesondere viele Wähler, die bei der Bundestagswahl 2009 noch CDU oder FDP unterstützt haben, können sich derzeit für keine Partei entscheiden.

Dabei spielt neben der Bundespolitik auch „Stuttgart 21“ eine gewisse Rolle: Die von der CDU ins Nichtwählerlager oder zu anderen Parteien abgewanderten Wähler lehnen „Stuttgart 21“ mehrheitlich ab.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahl­verhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler immer kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

 

Verhaltener Start ins Amt für Ministerpräsident Stefan Mappus

Knapp sieben Monate nach seinem Amtsantritt sind die Meinungen der Baden-Württemberger über Stefan Mappus geteilt: 37 Prozent ziehen eine positive Zwischenbilanz seiner bisherigen Amtszeit (1 Prozent „sehr zufrieden“, 36 Prozent zufrieden“), knapp die Hälfte der Wahlberechtigten (44 Prozent) kommt zu einem kritischen Urteil (30 Prozent „weniger zufrieden, 14 Prozent „gar nicht zufrieden“). Etwa ein Fünftel (19 Prozent) traut sich noch keine Einschätzung zu

Nur in den eigenen Reihen erhält Mappus mehrheitliche Rückendeckung. Die Anhänger des Koalitionspartners FDP sowie die SPD-Anhänger sind über seine bisherige Amtsführung geteilter Meinung. Bei Grünen und Linken überwiegt eindeutig die Kritik.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Baden-Würrtemberg ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Erhebungszeitraum:
04.-07. September 2010
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap