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Das aktuelle politische Meinungsbild in Berlin von Infratest dimap im Auftrag des Rundfunk Berlin Brandenburg in Kooperation mit der Berliner Morgenpost

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Roberto Heinrich
Senior Projektleiter Wahlforschung
roberto.heinrich
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LänderTREND

Berlin Juni II 2007

Grundvoraussetzung für den Erfolg von Spendenkampagnen sind Sympathie gegenüber dem Spenden zufließenden Projekt sowie dessen Bekanntheit. Die Einwerbung privater Spenden für die Wiedererrichtung der historischen Fassaden des Berliner Schlosses kann bundesweit auf beides setzen: Gut jeder zweite Bundesbürger hält die Wiedererrichtung des Berliner Schlosses für eine gute Sache. Deutschlandweit ist der Schlossaufbau bereits vier von zehn Bundesbürgern ein Begriff. Die über Berlin weit hinausreichende positive Wahrnehmung des Schlossprojekts und sein derzeitiger Bekanntheitsgrad liefern die ... mehr »

Grundvoraussetzung für den Erfolg von Spendenkampagnen sind Sympathie gegenüber dem Spenden zufließenden Projekt sowie dessen Bekanntheit. Die Einwerbung privater Spenden für die Wiedererrichtung der historischen Fassaden des Berliner Schlosses kann bundesweit auf beides setzen: Gut jeder zweite Bundesbürger hält die Wiedererrichtung des Berliner Schlosses für eine gute Sache. Deutschlandweit ist der Schlossaufbau bereits vier von zehn Bundesbürgern ein Begriff.

Die über Berlin weit hinausreichende positive Wahrnehmung des Schlossprojekts und sein derzeitiger Bekanntheitsgrad liefern die Basis für eine erhebliche Spendenbereitschaft der Bundesbürger. So können sich drei von zehn Bundesbürgern prinzipiell vorstellen, sich mit einer Spende persönlich am Wiederaufbau des Berliner Schlosses zu beteiligen. Die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Schlossspende variiert in den Regionen. Eine finanzielle Unterstützung des Schlossaufbaus wird etwas häufiger im gut informierten Nordosten der Bundesrepublik sowie im Südwesten in Aussicht gestellt. Etwas zurückhaltender in ihrer prinzipiellen Spendenbereitschaft sind derzeit Baden-Württemberger sowie Sachsen und Thüringer.

Unter den spendenbereiten Bundesbürgern dominieren die Kleinspender. Im Schnitt nennen die spendenbereiten Bundesbürger bei der Schlossspende einen Beitrag von ca. 60 Euro. Entsprechend des Zusammenhangs von finanziellen Möglichkeiten und Spendenhöhe machen sich in der Potenzialanalyse die regionalen Kaufkraftunterschiede in Deutschland bemerkbar. In den neuen Bundesländern fällt der durchschnittlich in Aussicht gestellte Betrag deutlich niedriger aus als in den alten Bundesländern.

Berlin als Standort des Schlossgebäudes ist für eine Spendenkampagne zur Wiedererrichtung der alten Fassade ein naheliegendes Zielgebiet. Die Erwartung besonders günstiger Rahmenbedingungen für eine Spendenmobilisierung wird in der Hauptstadt allerdings nicht in allen Punkten erfüllt. Zwar ist die Ausgangsbekanntheit des Schlossbauprojekts in Berlin wesentlich größer als in jeder anderen deutschen Region, die Sympathie der Hauptstädter für den Wiederaufbau und ihre prinzipielle Spendenbereitschaft übertreffen den bundesdeutschen Schnitt allerdings nur geringfügig - Folge insbesondere erkennbar unterschiedlicher Haltungen im West- und Ostteil der Stadt. Auch wenn sich in Berlin keineswegs deutlich mehr Bürger zu einer Spende aufgerufen fühlen, die in Aussicht gestellte Spendenhöhe zumindest liegt im bundesweiten Vergleich im vorderen Bereich. Diejenigen Berliner, die das Projekt finanziell unterstützen wollen, geben im Schnitt 90 Euro als entsprechende Größenordnung an.

Bestehende Spendenpotenziale zu aktivieren, ist die Kernaufgabe jeder Kampagne, dabei steht die Information über konkrete Spendenmöglichkeiten im Vordergrund. Der diesbezügliche Informationsbedarf ist auch in der Hauptstadt nicht unerheblich. Mehr als jeder zweite spendenwillige Berliner fühlt sich weniger oder gar nicht gut über die bestehenden Spendenmöglichkeiten informiert. Um Informationsdefizite zu überwinden, erscheint der Aufruf über Fernsehen und Radio bzw. Zeitungen nicht nur wegen des Reichweitenvorteils als wichtigste Säule einer Spendenmobilisierung im Berliner Raum. Neben der Nutzung medialer Informationskanäle stehen in der Wertschätzung unterstützungsbereiter Berliner spezielle Events in Gestalt kultureller Veranstaltungen rund um den Wiederaufbau des Schlosses weit oben. Vergleichsweise wenig erfolgversprechend erscheinen Mailing-Aktionen per Post oder Email, die bei den unterstützungswilligen Berlinern nur auf wenig Zuspruch stoßen.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland und Berlin ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
2.000 Befragte bundesweit, 1.000 Befragte Berlin
Erhebungszeitraum:
bundesweit: 04.06. - 13.06.2007
Berlin: 01.06. - 04.06.2007
Fehlertoleranz:
bundesweit: 1,0* bis 2,2** Prozentpunkte
Berlin: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5 %
** bei einem Anteilswert von 50 %
Durchführendes Institut:
Infratest dimap