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LänderTREND

Hessen August 2013 im Auftrag des Hessischen Rundfunk

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen (Zeitverlauf)

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen (Zeitverlauf)

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Persönliche wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Persönliche wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Zufriedenheit mit der Landesregierung

Zufriedenheit mit der Landesregierung

Zufriedenheit mit der Landesregierung (nach Politikfeldern)

Zufriedenheit mit der Landesregierung (nach Politikfeldern)

Zufriedenheit mit Parteien in Hessen

Zufriedenheit mit Parteien in Hessen

Könnte eine SPD-geführte Regierung Probleme besser lösen?

Könnte eine SPD-geführte Regierung Probleme besser lösen?

Wichtigste politische Probleme in Hessen

Wichtigste politische Probleme in Hessen

Parteikompetenzen I

Parteikompetenzen I

Parteikompetenzen II

Parteikompetenzen II

Politikerzufriedenheit

Politikerzufriedenheit

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Direktwahl Ministerpräsident: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel (nach Parteianhängern)

Direktwahl Ministerpräsident: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel (nach Parteianhängern)

Sonntagsfrage zur Landtagswahl

Sonntagsfrage zur Landtagswahl

Wahl- und Umfrageergebnisse Landtagswahl (Zeitverlauf)

Wahl- und Umfrageergebnisse Landtagswahl (Zeitverlauf)

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl. Landespolitik oder Bundespolitik

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl. Landespolitik oder Bundespolitik

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl: Landespolitik oder Bundespolitik (Parteianhänger)

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl: Landespolitik oder Bundespolitik (Parteianhänger)

Steht die Wahlentscheidung schon fest? (Parteianhänger)

Steht die Wahlentscheidung schon fest? (Parteianhänger)

Gute Regierung für Hessen

Gute Regierung für Hessen

Wechselstimmung in Hessen

Wechselstimmung in Hessen

Wechselstimmung: Welche Partei soll die nächste Landesregierung führen? (Zeitverlauf)

Wechselstimmung: Welche Partei soll die nächste Landesregierung führen? (Zeitverlauf)

Wechselstimmung in Hessen und Deutschland: Welche Partei soll die nächste Regierung führen?

Wechselstimmung in Hessen und Deutschland: Welche Partei soll die nächste Regierung führen?

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl in Hessen

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl in Hessen

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen (Zeitverlauf)

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen (Zeitverlauf)

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Persönliche wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Persönliche wirtschaftliche Lage in Hessen und Deutschland

Zufriedenheit mit der Landesregierung

Zufriedenheit mit der Landesregierung

Zufriedenheit mit der Landesregierung (nach Politikfeldern)

Zufriedenheit mit der Landesregierung (nach Politikfeldern)

Zufriedenheit mit Parteien in Hessen

Zufriedenheit mit Parteien in Hessen

Könnte eine SPD-geführte Regierung Probleme besser lösen?

Könnte eine SPD-geführte Regierung Probleme besser lösen?

Wichtigste politische Probleme in Hessen

Wichtigste politische Probleme in Hessen

Parteikompetenzen I

Parteikompetenzen I

Parteikompetenzen II

Parteikompetenzen II

Politikerzufriedenheit

Politikerzufriedenheit

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Direktwahl Ministerpräsident: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel (nach Parteianhängern)

Direktwahl Ministerpräsident: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel (nach Parteianhängern)

Sonntagsfrage zur Landtagswahl

Sonntagsfrage zur Landtagswahl

Wahl- und Umfrageergebnisse Landtagswahl (Zeitverlauf)

Wahl- und Umfrageergebnisse Landtagswahl (Zeitverlauf)

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl. Landespolitik oder Bundespolitik

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl. Landespolitik oder Bundespolitik

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl: Landespolitik oder Bundespolitik (Parteianhänger)

Wahlentscheidend bei der Landtagswahl: Landespolitik oder Bundespolitik (Parteianhänger)

Steht die Wahlentscheidung schon fest? (Parteianhänger)

Steht die Wahlentscheidung schon fest? (Parteianhänger)

Gute Regierung für Hessen

Gute Regierung für Hessen

Wechselstimmung in Hessen

Wechselstimmung in Hessen

Wechselstimmung: Welche Partei soll die nächste Landesregierung führen? (Zeitverlauf)

Wechselstimmung: Welche Partei soll die nächste Landesregierung führen? (Zeitverlauf)

Wechselstimmung in Hessen und Deutschland: Welche Partei soll die nächste Regierung führen?

Wechselstimmung in Hessen und Deutschland: Welche Partei soll die nächste Regierung führen?

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl in Hessen

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl in Hessen

Allgemeine und persönliche Wirtschaftslage: ausgesprochen positive Grundstimmung in Hessen

Die aktuelle konjunkturelle Situation des Landes wird von der Bevölkerung in Hessen ausgesprochen positiv eingeschätzt. 71 Prozent beurteilen die wirtschaftliche Lage in Hessen als sehr gut (5 Prozent) oder gut (66 Prozent), nur jeder Vierte bewertet die Wirtschaftslage als weniger gut (22 Prozent) oder schlecht (5 Prozent). Dies ist der bisher höchste im HessenTREND gemessene Wert.

Damit liegt die wirtschaftspolitische Stimmung in Hessen leicht über der bundesweiten Einschätzung der Wirtschaftslage, die zwei Drittel der Deutschen als sehr gut oder gut erachten (DeutschlandTREND vom 01. August 2013).
Noch etwas positiver als die allgemeine Wirtschaftslage wird die eigene wirtschaftliche Situation gesehen: Drei Viertel (74 Prozent) beschreiben sie als sehr gut (8 Prozent) bzw. gut (66 Prozent), ein Viertel (26 Prozent) beklagt dagegen, dass es ihm weniger gut (19 Prozent) oder sogar schlecht (7 Prozent) geht. Die Hessen bewerten damit ihre persönliche Wirtschaftslage ähnlich gut wie die Bundesbürger insgesamt.


Bewertung der Landesregierung: erstmals seit 2003 überwiegen die positiven Stimmen
Von der guten wirtschaftlichen Stimmung in Hessen profitiert auch die Landesregierung, die erstmals in der Legislaturperiode von einer knappen Mehrheit der Bürger gute Noten erhält: Jeder Zweite (51 Prozent) bewertet die Arbeit der schwarz-gelben Landesregierung positiv, ein Plus von 7 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Erhebung im Dezember 2012. Zu einer kritischen Einschätzung des Kabinetts Bouffier kommen 46 Prozent der Hessen.

Im Lager der Regierungsparteien fällt die Bilanz sehr positiv aus: Vier von fünf CDU-Anhänger (82 Prozent) und drei Viertel der FDP-Anhänger (76 Prozent) loben die Arbeit des Kabinetts. Bei den SPD-Anhängern äußern sich immerhin vier von zehn (40 Prozent) wohlwollend, bei den Grünen zeigt sich knapp jeder Dritte (31 Prozent) zufrieden.

 

Regierungspolitik im Detail: Gute Bilanz in Wirtschaftsfragen, Kritik an Familienpolitik, Bildungspolitik und Energiepolitik
Das Ansehen der Landesregierung fußt insbesondere auf einer guten wirtschaftspolitischen Bilanz. Das größte Lob erhält das Kabinett Bouffier für seine Wirtschaftspolitik (57 Prozent). Auch in punkto innere Sicherheit (53 Prozent) überzeugt die Regierung Bouffier gut die Hälfte der Wahlberechtigten. Beim Thema Arbeitsmarkt (50 Prozent) werden die Anstrengungen der Regierung – trotz Einbußen (-5 Punkte) – weiterhin überwiegend positiv bewertet. In der Sozialpolitik konnte die Landesregierung seit Januar 2012 deutlich Boden gut machen (44 Prozent, +8), dennoch überwiegen ebenso wie in der Verkehrspolitik (ebenfalls 44 Prozent, -6) und der Umwelt- und Klimaschutzpolitik (43 Prozent, -2) die kritischen Stimmen. Die Politik rund um den Frankfurter Flughafen, der u.a. auch durch die Montagsdemonstrationen immer wieder bundesweite Aufmerksamkeit auf sich zieht, stößt auf ein geteiltes Echo (43:41 Prozent).

Deutliche Unzufriedenheit herrscht weiterhin im Bereich der Familienpolitik und Kinderbetreuung (36:54 Prozent). Stark in der Kritik stehen zudem die Schul- und Bildungspolitik (31:61 Prozent) und die bisherige Konsolidierungspolitik (26:61 Prozent) der Landesregierung, auch wenn sich diese etwas abgeschwächt hat (jeweils +7 Punkte). Große Skepsis wird der Landesregierung in der Energiepolitik (28:66 Prozent) entgegen gebracht, wo sie auch den größten Ansehensverlust (-14 Punkte) verzeichnet.
Über alle elf abgefragten Politikfelder hinweg gesehen, kommen die Hessen in drei Politikfeldern zu einem positiven und in sieben Politikfeldern zu einem negativen Urteil.

 

Bewertung von Regierungs- und Oppositionsparteien
Die insgesamt positive Bewertung des Kabinetts wird insbesondere von der Landes-CDU getragen. 46 Prozent der hessischen Wahlberechtigten äußern sich wohlwollend zu ihrer Regierungsarbeit. Dagegen ist nur jeder Fünfte (20 Prozent) mit der Leistung der Liberalen zufrieden. Dieses Meinungsbild ist im Vergleich zur Umfrage im Dezember letzten Jahres weitgehend unverändert.
Der Vergleich der Bewertung aller Landtagsparteien zeigt, dass die Grünen mit 48 Prozent bei den Hessen das größte Ansehen genießen und damit knapp vor der CDU liegen. An dritter Stelle rangiert die hessische SPD, mit deren politischer Arbeit sich 42 Prozent zufrieden zeigen. Nach der FDP wird die Linke am kritischsten gesehen (12 Prozent Zustimmung). Sowohl bei der Linken als auch bei der FDP überwiegen deutlich die kritischen Stimmen.

 

Kein höheres Sachvertrauen in eine SPD-geführte Landesregierung
Angesichts der moderaten Bewertung der Hessen-SPD wird einer sozialdemokratisch geführten Landesregierung kein höheres Sachvertrauen entgegengebracht als einer Regierung unter Führung der CDU. Fünf Wochen vor der Wahl traut knapp jeder Dritte (30 Prozent, -4 Punkte im Vergleich zum Dezember 2012) einer SPD-geführten Landesregierung zu, für die Probleme des Landes bessere Lösungsansätze zu finden als die amtierende Regierung. Eine Mehrheit von 46 Prozent bezweifelt dies nach wie vor.

Das Vertrauen in eine SPD-geführte Regierung ist damit etwas größer als vor der Landtagswahl 2009 (24 Prozent).

 

Problemagenda: Bildung, Arbeitsmarkt, Familienpolitik wichtigste Probleme in Hessen
Die landespolitische Problemagenda ist relativ stabil. Unverändert im Vergleich zu Ende 2012 ist die Schul- und Bildungspolitik (37 Prozent, +1) das mit Abstand drängendste landespolitische Problem für die Bürger. An zweiter Stelle folgt mit 22 Prozent die Lage auf dem Arbeitsmarkt (-2 Punkte). Der Bereich Familienpolitik / Kinderbetreuung / Krippenplätze rangiert an dritter Stelle (18 Prozent, +3). Deutlich an Brisanz gewonnen hat das Thema Verkehrspolitik, das nun nach einem Plus von 7 Punkten für 12 Prozent der Befragten prioritär ist. Es folgen die Themen soziale Ungerechtigkeit (10 Prozent) und Energie (8 Prozent).

Je sieben Prozent der Befragten nennen die Themen, Wirtschaft, Verschuldung, Umweltschutz und Flughafenausausbau, wobei Wirtschafts- und Finanzfragen etwas weniger und Umweltaspekte etwas häufiger als Ende 2012 thematisiert werden.
Vor der Wahl 2009 waren Bildung (59 Prozent), Arbeitslosigkeit (34 Prozent) und die wirtschaftliche Situation (19 Prozent) die Top-Themen. Sie haben deutlich an Brisanz verloren, während der Problemdruck im Themenbereich Familienpolitik/Krippenausbau (2009: 6 Prozent) gestiegen ist.

 

Parteikompetenzen: CDU dominiert in Wirtschaftsfragen, SPD in sozialen Fragen
Die hessische CDU genießt nach wie vor das höchste Sachvertrauen in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen und distanziert hier die SPD deutlich. Trotz leichter Verluste gilt sie als die Partei, die am ehesten die Wirtschaft im Land voranbringen (50 Prozent, -5) und die Finanzen konsolidieren kann. Zudem steht sie stärker als die SPD für eine gute Arbeitsmarktpolitik (42 Prozent, +1). In ihrem Kernthemenbereich der inneren Sicherheit genießt die CDU (46 Prozent, -5) das größte Vertrauen und weckt auch in der Verkehrspolitik (unverändert 37 Prozent) größere Erwartungen als die Wettbewerber. Bei den beiden Top-Themen Bildung und Familie bleibt die CDU allerdings hinter der SPD zurück und rangiert in den Themenfeldern Umwelt und Energie weiterhin deutlich hinter den Grünen.

Die SPD hat in der Arbeitsmarktpolitik an Sachvertrauen eingebüßt (-5 Punkte), kann in Wirtschafts- und Finanzfragen keinen Boden gut machen und liegt bei der Steuerpolitik mit der CDU gleichauf (je 30 Prozent). Beim Top-Thema Bildungspolitik (35 Prozent, -4) und in der Familienpolitik (37 Prozent, -6) rangiert sie weiter vor der CDU, hat jedoch auch hier Verluste zu verzeichnen. Die größten Erwartungen wecken die Sozialdemokraten mit 46 Prozent klar vor allen Wettbewerbern im Bereich Wohnungspolitik. In ihrem damit verbundenen Kernthemenfeld der sozialen Gerechtigkeit genießen sie ebenfalls das größte Vertrauen, (42 Prozent), müssen hier aber deutliche Einbußen hinnehmen (-7 Punkte). In der Ausländer- und Integrationspolitik liegt die SPD (28 Prozent) knapp vor den Grünen und der CDU. In den Domänen der Grünen – Umwelt- und Klimapolitik sowie Energiepolitik – rangieren die Sozialdemokraten jedoch weiterhin hinter der Ökopartei und der CDU auf Platz drei.
In der summarischen Bewertung, wer die wichtigsten Probleme des Bundeslandes lösen kann, liegt die CDU nach einem leichten Rückgang um 3 Punkte aktuell mit 32 Prozent gleichauf mit der SPD.

Die hessischen Grünen haben ein ausgeprägtes und differenziertes Profil. Sie genießen nach wie vor in Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes (57 Prozent; -4) und der Energiepolitik (40 Prozent; -2) das bei weitem größte Sachvertrauen. Kompetenzschwerpunkte sind darüber hinaus die Ausländerpolitik (25 Prozent; +4), die Familienpolitik (14 Prozent; +3) und die Verkehrspolitik (12 Prozent; +1). Wenig profiliert sind sie weiterhin jedoch in Wirtschafts- und Finanzfragen sowie auch in der Steuerpolitik, in der – trotz der pointierten Steuerpläne – keine Profilschärfung erkennbar ist.

Die FDP konnte die Erwartungen, die sich mit ihrem Wahlerfolg bei der letzten Landtagswahl verbanden, bislang nicht erfüllen. Ebenso wie in der im Vergleich zur CDU schlechteren Bewertung der Regierungsarbeit zeigt sich dies auch im Kompetenzprofil der hessischen Liberalen. Im Vergleich zum HessenTREND vom Dezember sind in den meisten Politikfeldern leichte Verluste zu verzeichnen. Ihre wenig ausgeprägten Kompetenzschwerpunkte liegen den Bereichen Steuern (6 Prozent) und Wirtschaft (4 Prozent), in allen anderen Themenfelder erreichen die Liberalen maximal 3 Prozent.
Die Linke, die seit 2008 im hessischen Landtag vertreten ist, konnte sich bisher landespolitisch wenig profilieren. Aktuell ist es ihr jedoch gelungen, im Bereich der sozialen Gerechtigkeit (7 Prozent, +3) und beim Thema bezahlbarer Wohnraum (6 Prozent) zu punkten.

 

Politikerzufriedenheit: Bouffier weiterhin vor Al-Wazir
Die Politikerrangliste wird weiterhin von Ministerpräsident Volker Bouffier angeführt, mit dessen politischer Arbeit die Hälfte der Bürger (49 Prozent) zufrieden ist. Seit Dezember letzten Jahres konnte er diese Position etwas festigen (+1). Der grüne Landes- und Fraktionsvorsitzende Tarek Al-Wazir ist mit 45 Prozent der zweitbeliebteste Politiker des Landes. Er liegt jedoch nur noch knapp vor dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, der sein Ansehen gegenüber Dezember 2012 ausbauen konnte (+3) und aktuell eine Zustimmung von 43 Prozent erfährt.

Einen Ansehensverlust hat der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn von der FDP zu verzeichnen, der von jedem Vierten (25 Prozent) positiv bewertet wird – gegenüber Dezember 2012 ein Minus von 8 Punkten und sein schlechtester Wert in der laufenden Legislaturperiode. Am Ende der Liste rangiert nach wie vor die Fraktionsvorsitzende der Linken Janine Wissler (8 Prozent), die ihre Bekanntheit auch im Jahr der Landtagswahl nicht nennenswert steigern konnte.

 

Profilvergleich: Bouffier punktet mit Führungsstärke und Wirtschaftskompetenz, Schäfer-Gümbel bei „weichen“ Faktoren
Im direkten Vergleich von Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel überzeugt der Ministerpräsident trotz leichter Verluste durch seine Führungsstärke (53 Prozent) und Wirtschaftskompetenz (46 Prozent). Auch gibt er nach Meinung der hessischen Bevölkerung in der Öffentlichkeit eine bessere Figur ab (41:30 Prozent) als sein sozialdemokratischer Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel.
Allerdings hat Volker Bouffier seit Ende letzten Jahres durchgängig leichte Ansehensverluste zu verzeichnen, während sich Schäfer-Gümbel etwas deutlicher profilieren konnte. Insbesondere gilt dies für die Arbeitsmarktpolitik. Hier lag Bouffier Ende 2012 deutlich vor Schäfer-Gümbel, nach einem Verlust von 7 Punkten kann er dieses Politikfeld nun aber nur noch knapp (31:26 Prozent) gegen seinen sozialdemokratischen Herausforderer behaupten.

Bei den eher „weichen“ Faktoren schneidet Volker Bouffier durchweg schlechter ab als Thorsten Schäfer-Gümbel. Dem SPD-Mann wird – neben einem stärkeren Einsatz beim SPD-Kernthema soziale Gerechtigkeit (50:16 Prozent) – eine größere Bürgernähe (34:27 Prozent) zugeschrieben. Er gilt als der sympathischere Politiker (40:31) und auch als glaubwürdiger (36:25 Prozent) als der Ministerpräsident, der hier 5 Punkte einbüßt.

 

Direktwahlfrage: Bouffier nur noch knapp vor Schäfer-Gümbel
Die Annäherung in den Politikerprofilen zeigt sich auch in Frage der Direktwahl. Wenn die Hessen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich derzeit jeweils vier von zehn für Volker Bouffier (41 Prozent, -3) und Thorsten Schäfer-Gümbel (39 Prozent, +4) entscheiden. Auch in den eigenen Reihen genießen beide einen ähnlichen Rückhalt. Damit verfügt der Ministerpräsident nicht über einen Amtsbonus.

In den letzten Monaten konnte Schäfer-Gümbel damit den Rückstand auf den Ministerpräsidenten verringern. Auch im Vergleich zur letzten Landtagswahl, als er unmittelbar vor der Wahl 12 Punkte hinter Bouffiers Vorgänger Roland Koch lag, hat er seine Ausgangssituation deutlich verbessert.

 

Sonntagfrage Landtagswahl: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün
Die CDU genießt großes Sachvertrauen in Wirtschaftsfragen und kann von der guten Wirtschaftslage in Hessen und der Zufriedenheit mit der Landesregierung profitieren, so dass der fehlende Amtsbonus von Ministerpräsident Bouffier offenbar kaum ins Gewicht fällt. Angesichts der aktuellen bundespolitischen Stimmung zugunsten der Union und der Kanzlerin verfügt die hessische CDU zudem über bundespolitischen Rückenwind und kann um 3 Punkte zulegen. Sie käme, wenn die Landtagswahl bereits am kommenden Sonntag wäre, auf 39 Prozent der Stimmen.

Der SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel hat zwar an Profil gewonnen, die Landespartei konnte jedoch an Sachvertrauen nicht zulegen und spürt – angesichts des aktuellen Rückstandes der SPD im Bundestagswahlkampf – bundespolitischen Gegenwind. Vor diesem Hintergrund kommt die hessische SPD unverändert auf 31 Prozent. Die hessischen Grünen müssen erneut deutliche Verluste hinnehmen (-4 Punkte), erreichen aktuell 14 Prozent und liegen damit in etwa im Bereich der Bundespartei. Die Liberalen könnten 1 Punkt auf 5 Prozent gutmachen und haben damit gute Chancen auf den Wiedereinzug in den Landtag. Die Linke muss dagegen nach einem Verlust von 1 Punkt mit aktuell 4 Prozent um die Rückkehr ins Landesparlament bangen. Alle anderen Parteien kämen zusammen genommen auf 7 Prozent, wobei sowohl AFD als auch Piraten unter 3 Prozent liegen.
Wäre dies der Wahlausgang, würde Rot-Grün zusammen über eine denkbar knappe Mehrheit von 45 Prozent verfügen, Schwarz-Gelb käme auf 44 Prozent. Nachdem Rot-Grün im letzten Jahr noch einen deutlichen Vorsprung hatte, zeichnet sich für die Landtagswahl nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Lagern ab.

Die ‚Sonntagsfrage’ misst aktuelle Wahlneigungen, kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Gewachsen ist zudem die Bedeutung des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Die Landtagswahl findet am 22. September zeitgleich mit der Bundestagswahl statt. Die Bundespolitik wird damit – in deutlichem Unterschied zum letzten Urnengang – eine überdurchschnittliche Rolle bei der Landtagswahl spielen. Die eine Hälfte der Hessen (48 Prozent) will sich bei ihrer Stimmabgabe vorwiegend von landespolitischen Erwägungen leiten lassen. Die andere Hälfte (50 Prozent) jedoch orientiert ihre Wahlentscheidung entweder vorwiegend an bundespolitischen Motiven (37 Prozent) oder an bundes- und landespolitischen Gründen gleichermaßen (13 Prozent).

Insbesondere die Anhänger von CDU und FDP wollen sich im Vergleich zum rot-grünen Lager stärker an der Bundespolitik orientieren.

Aktuell ist etwa jeder Vierte Wähler noch unentschlossen, ob er zur Wahl geht bzw. welche Partei er unterstützt. Von denjenigen, die eine Partei nennen, geben 30 Prozent an, dass sich ihre Entscheidung noch ändern kann. Die CDU-Anhänger sind dabei am stärksten festgelegt, bei den Anhängern von SPD und Grünen sind zwei Drittel entschieden. Am wenigsten sicher in ihrer Entscheidung sind die Anhänger der Liberalen.

 

Koalitionspräferenz: Rot-Grün beliebtestes Bündnis
Im Hinblick auf die nächste Legislaturperiode bewerten die Hessen die Neuauflage eines rot-grünen Bündnisses als mehrheitlich gut für das Land. Rot-Grün, zuletzt in den 1990er Jahren unter Hans Eichel an der Regierung, bekommt aktuell den Zuspruch von 52 Prozent (+/-0). Einer großen Koalition aus CDU und SPD stehen vier von zehn wohlwollend gegenüber (43 Prozent), jedoch ist sie im Vergleich zu Ende 2012 etwas weniger beliebt (-5). Die gestiegene Zufriedenheit mit der schwarz-gelben Landesregierung wirkt sich zwar positiv auf die Koalitionsbewertung aus – derzeit halten 39 Prozent (+12) die Fortsetzung des Regierungsbündnisses für positiv – doch überwiegen die kritischen Stimmen weiterhin klar (57 Prozent). Eine Koalition aus CDU und Grünen bewertet etwa jeder dritte Hesse (34 Prozent, -2) als vorteilhaft für das Land. Den geringsten Zuspruch genießen Koalitionen von drei Parteien: ein rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Grünen und Linken mit 20 Prozent und eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP mit 16 Prozent.

Aus Sicht der CDU-Anhänger sind von einer Zusammenarbeit der Union mit der FDP deutlich positivere Impulse für Hessen zu erwarten (76 Prozent), als bei einer Neuauflage der Großen Koalition. Dennoch stehen sie der Großen Koalition mit 51 Prozent etwas aufgeschossener gegenüber als die Anhänger der SPD (40 Prozent), in deren Lager eine klare Präferenz für Rot-Grün (84 Prozent) besteht.


Wechselstimmung: Zeit für Regierungswechsel
Gut jeder zweite Hesse (53 Prozent) plädiert dafür, dass es nach der bevorstehenden Landtagswahl zu einem Regierungswechsel kommt. Vier von zehn (43 Prozent) sprechen sich hingegen dafür aus, dass die amtierende Koalition aus CDU und FDP weiter regieren soll. Damit ist das Meinungsbild ähnlich ausgeprägt wie im Bund.

Diese moderate Wechselpräferenz zeigt sich auch darin, dass sich eine Mehrheit von 51 Prozent für die Zeit nach der Landtagswahl eine hessische Regierung unter Führung der SPD wünscht, 39 Prozent bevorzugen dagegen in der nächsten Legislaturperiode wieder ein CDU-geführtes Kabinett in Wiesbaden.

Die Wahlberechtigten auf Bundesebene sprechen sich zwar ebenfalls für die Ablösung des schwarz-gelben Bündnisses aus, nicht aber für die Ablösung der Union als führender Regierungspartei in Berlin.

 

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Schwarz-Gelb vor Rot-Grün
Die unterschiedlichen Wechselpräferenzen zeigen sich auch in den aktuellen Ergebnissen der Sonntagsfragen zur Landtagswahl und zur Bundestagwahl. Während sich bei der Landtagswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnet, genießen CDU und FDP bei der Bundestagswahl eine deutlich größere Unterstützung als Rot-Grün.

Bei einer Bundestagswahl könnte die CDU aktuell mit 41 Prozent der Stimmen rechnen und die Liberalen kämen auf 6 Prozent. Die SPD würde 27 Prozent erreichen und die Grünen 12 Prozent. Die Linke würde mit 6 Prozent den Sprung über die 5-Prozent-Marke schaffen. Die AfD käme auf 3 Prozent, auf die sonstigen Parteien einschließlich der Piraten entfielen zusammen 5 Prozent.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen ( Deutsche ab 18 Jahren)

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:15. bis 18. August 2013

Schwankungsbreite:1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Anja Miriam Simon

Senior Projektleiterin Meinungs- und Wahlforschung

anja.simon @infratest-dimap.de