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Mecklenburg-VorpommernTREND
Das aktuelle politische Meinungsbild in Mecklenburg- Vorpommern von Infratest dimap im Auftrag des NDR
Uwe Meergans
Senior Projektleiter Wahlforschung
uwe.meergans
@infratest-dimap.de
LänderTREND
Mecklenburg-Vorpommern August 2011
Gegenwärtige wirtschaftliche Lage: Zeitverlauf
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Wirtschaftliche Lage im Vergleich zu anderen neuen Bundesländern: Zeitverlauf
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Regierungszufriedenheit: Politikbereiche
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Regierungszufriedenheit: Zeitverlauf
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Regierungszufriedenheit: Parteianhänger
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Führung der nächsten Landesregierung
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Führung der Landesregierung: Parteianhänger
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Politikerzufriedenheit
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Direktwahl Ministerpräsident
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Direktwahl Ministerpräsident: Parteianhänger
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Direktwahl Ministerpräsident: Zeitverlauf
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Sonntagsfrage Mecklenburg-Vorpommern
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Wahl der NPD
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Wahl- und Umfrageergebnisse im Zeitverlauf
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Interesse an der Landtagswahl: Zeitverlauf
Abbildung vergrößern »Wirtschaftliche Situation: Schlechte Stimmung, aber besser als 2006
Die wirtschaftliche Situation Mecklenburg-Vorpommerns wird derzeit von kaum einem Drittel der Wahlberechtigten (29 Prozent) positiv eingeschätzt. Eine deutliche Mehrheit (69 Prozent) dagegen bewertet die Lage als weniger gut oder schlecht.
Damit ist die derzeitige Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern weitgehend abgekoppelt von der bundesweiten Situation. Laut DeutschlandTREND Juli 2011 schätzt die Bevölkerungsmehrheit von 66 Prozent die aktuelle Wirtschaftslage als sehr gut oder zumindest gut ein. Die in letzter Zeit konjunkturelle Wirtschaftsentwicklung Deutschlands hat Mecklenburg-Vorpommern, zumindest was die Stimmung in der Bevölkerung angeht, offenbar nicht erreicht.
Diese ausgeprägt skeptische Bewertung der wirtschaftlichen Lage ist in Mecklenburg-Vorpommern nicht neu. Wie in anderen Bundesländern hat sich das Stimmungsbild im Laufe der jetzigen Legislaturperiode verbessert, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau. Vor der Wahl im September 2006 kamen lediglich 14 Prozent der Wahlberechtigten zu einem positiven Urteil.
Die sehr verbreitete Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation ist bei vielen Wählern mit dem Eindruck verbunden, Mecklenburg-Vorpommerns Entwicklung hinke dem Fortkommen der anderen neuen Bundesländer hinterher. Dieser Eindruck hat sich über die Jahre noch verstärkt. Nach 53 Prozent in 2002 und 58 Prozent in 2006 bewerten nunmehr 60 Prozent die wirtschaftliche Lage in Mecklenburg-Vorpommern schlechter als anderswo in Ostdeutschland.
Nur ein knappes Drittel (30 Prozent) betrachtet die Lage in Mecklenburg-Vorpommern als in etwa vergleichbar mit der Lage in den anderen neuen Ländern, lediglich 4 Prozent sehen das Land in einer besseren wirtschaftlichen Lage.
Arbeits- und Wirtschaftspolitik: Kritische Bewertung der Landesregierung
In der als sehr schwierig wahrgenommenen wirtschaftlichen Situation ist es der rot-schwarzen Landesregierung nicht gelungen, in den für die Wähler wichtigen Politikfeldern Arbeit und Wirtschaft zu punkten. Lediglich jeder Fünfte (21 Prozent) der befragten Wähler ist mit den bisherigen Anstrengungen des Kabinetts zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zufrieden. Auch das wirtschaftspolitische Handeln der Regierung findet nur bei vier von zehn Wählern (39 Prozent) Anklang. Ebenfalls deutliche Kritik wird an der Schul- und Bildungspolitik der Landesregierung geäußert: Nur etwa jeder dritte Wähler (30 Prozent) äußert sich hier zufrieden. Auch wenn hier die Bewertungen besser ausfallen als vor der Landtagswahl 2006, überwiegt die Unzufriedenheit nach wie vor deutlich.
Hinsichtlich der politischen Anstrengungen, die Innere Sicherheit im Bundesland zu gewährleisten, ist die Meinung der Wähler geteilt – etwa die Hälfte (49 Prozent) sieht hier Erfolge von Rot-Schwarz, die andere Hälfte (45 Prozent) ist mit den Leistungen unzufrieden. Eine positive Bilanz (58 Prozent) ziehen die Bürger dagegen hinsichtlich der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Bundesland. In diesen beiden Politikfeldern ist die Zustimmung jedoch zurückgegangen.
Regierungszufriedenheit: Kein klares Urteil
Trotz der überwiegend kritischen Bewertung einzelner Politikbereiche fällt die Gesamtbilanz der Landesregierung aus Wählersicht bemerkenswert positiv aus: Fünf Wochen vor der Landtagswahl äußert sich die eine Hälfte der Wähler (49 Prozent) positiv zu den Leistungen des rot-schwarzen Kabinetts, die andere Hälfte (47 Prozent) kommt zu einem negativen Gesamturteil.
Damit verfügt diese Regierungskoalition wenige Wochen vor der Wahl über einen größeren Rückhalt als die jeweiligen Vorgängerregierungen vor den letzten drei Wahlgängen.
Mehrheitlich zufrieden mit der Arbeit des Kabinetts sind sowohl SPD- als auch CDU-Anhänger, jeweils etwa ein Drittel von ihnen kommt aber zu einem kritischen Urteil. Bei den Anhängern der Grünen und der Linken überwiegt die Skepsis, aber jeweils ein Drittel bewertet die Landesregierung wohlwollend. Bei noch unentschiedenen Wahlberechtigten ist das Verhältnis von Zustimmung und Ablehnung ausgeglichen, bei bekennenden Nichtwählern überwiegt dagegen die Kritik deutlich.
Führung der neuen Landesregierung: SPD wird deutlich präferiert
Hinsichtlich der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung führen sollte, gilt der Vorzug klar der SPD. Jeder zweite (48 Prozent) Befragte spricht sich dafür aus, dass die Landesregierung weiter von den Sozialdemokraten geführt wird, nur jeder vierte Wähler (25 Prozent) plädiert für ein CDU-geführtes Kabinett.
Für SPD in der Führungsrolle sprechen sich nahezu alle Anhänger der Sozialdemokraten aus und von den Linken- und Grünen-Anhängern tun dies jeweils deutliche Mehrheiten. Für eine Führung durch die CDU plädiert nur die große Mehrheit der CDU-Anhänger.
Politikerzufriedenheit: Sellering mit großem Popularitätsvorteil
Auch fünf Wochen vor der Wahl hat die SPD gegenüber der CDU den Vorteil des deutlich populäreren Spitzenkandidaten. Erwin Sellering erhält für seine bisherige Arbeit von drei Vierteln der Wahlberechtigten (72 Prozent) eine positive Bewertung und ist im Land auch nahezu allen Wählern (95 Prozent) bekannt.
Der CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier steht dagegen – ähnlich wie bei den Umfragen im April und Juni – klar im Schatten des SPD-Regierungschefs. Seine Arbeit wird nur von der knappen Hälfte der Wähler (43 Prozent) positiv bewertet, und er ist auch weiterhin weniger bekannt als Sellering (83 Prozent). Allerdings erhält auch er mehr Zustimmung als Kritik (43:29 Prozent).
An die dritte Stelle der Bewertungsrangfolge gelangt der Linken-Spitzenkandidat Helmut Holter, zu dessen Arbeit sich ein Drittel (33 Prozent) positiv äußert.
Im Vergleich zu den Kandidaten von SPD, CDU und Linkspartei sind die Spitzenkandidaten von Grünen und FDP, Silke Gajek und Gino Loenhard, weiterhin nur wenigen Bürgern bekannt, auch jenen, die mit Grünen und FDP sympathisieren.
Der NPD-Spitzenkandidat Udo Pastörs ist zwar im Bundesland sehr bekannt, stößt aber unverändert auf große Ablehnung (9:53 Prozent).
Direktwahlfrage: Sellering distanziert Caffier klar
Das enorme Ansehen Erwin Sellerings zeigt sich auch im Vergleich der SPD- und CDU-Spitzenkandidaten anhand der sogenannten ‚Direktwahlfrage’.
Wenn die Wähler Mecklenburg-Vorpommerns ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich derzeit 67 Prozent für den Amtsinhaber Erwin Sellering und nur 15 Prozent für den Herausforderer Lorenz Caffier entscheiden. Wenige Wochen vor der Landtagswahl hat Sellering damit auch bei dieser Popularitätsbewertung einen erheblichen Vorsprung vor seinem Hauptkonkurrenten.
Vor den Wahlen von 2002 und 2006 war die SPD mit dem damaligen Ministerpräsidenten Harald Ringstorff ebenfalls im Vorteil, was sich dann im Wahlergebnis auch niederschlug. So eindeutig zugunsten des SPD-Amtsinhabers wie aktuell fiel das Votum im Vorfeld der letzten beiden Wahlgänge allerdings nicht aus.
Sellering wird in allen Bevölkerungsgruppen deutlich bevorzugt. Die eigenen Parteianhänger unterstützen ihn nahezu geschlossen, aber auch in den Reihen der Linken- und Grünen-Anhänger sprechen sich große Mehrheiten für ihn aus. Selbst in Reihen der CDU-Anhänger wird Sellering (45 Prozent) knapp als der bessere Kandidat für das Ministerpräsidentenamt als Caffier (39 Prozent) angesehen.
Sonntagsfrage: SPD weiter stärkste Partei
In der aktuellen politischen Stimmung bleibt die SPD weiterhin – wie schon im Juni – mit 34 Prozent Stimmenanteil stärkste Partei, die CDU käme bei einem aktuellen Wahlgang zum Landtag auf 30 Prozent. Beide Parteien lägen damit besser als bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren, als die SPD einen Wähleranteil von 30,2 und die CDU von 28,8 Prozent erzielten.
Die Linke erreicht gegenüber der letzten Umfrage im Juni jetzt einen Punkt mehr und läge mit aktuell 18 Prozent ebenfalls etwas über ihrem Landtagswahlergebnis von 2006 (16,8 Prozent).
Die FDP verliert gegenüber Juni einen Punkt und erhielte aktuell 3 Prozent der Stimmen. Wäre das schon das Wahlergebnis, würde sie den erneuten Landtagseinzug nicht schaffen. Allerdings ist der Anteil der im Moment noch unentschiedenen Wähler in den Reihen der FDP-Wähler von 2006 gegenüber der Erhebung im Juni noch einmal gestiegen und liegt deutlich über dem entsprechenden Wert der anderen Parteien.
Die Grünen wären mit aktuell 8 Prozent (stabil gegenüber der Juni-Umfrage) im Landtag vertreten und hätten damit im Bundesland ihre Parlamentspremiere.
Die NPD, die 2006 mit 7,3 Prozent den Einzug in den Landtag klar geschafft hatte, könnte derzeit wie in der Juni-Umfrage mit 4 Prozent der Wählerstimmen rechnen. Wäre das schon das Wahlergebnis, würde sie einen erneuten Landtagseinzug nicht schaffen.
Ihr allgemeines Wählerpotenzial liegt allerdings aktuell bei 6 Prozent der Wahlberechtigten (Personen, die von sich sagen, sie können sich sicher oder vielleicht vorstellen, bei der Landtagswahl Anfang September die NPD zu wählen). Zwar reicht es an die Werte, die zum vergleichbaren Zeitpunkt im August 2006 (8 Prozent) und unmittelbar vor der damaligen Landtagswahl im September gemessen wurden (10 Prozent) nicht heran. Erfahrungsgemäß gelingt es aber kleineren und extremen Parteien häufig, erst mit näher rückendem Wahltermin Aufmerksamkeit zu erzielen und ihr Wählerpotenzial in den letzten Wochen des Wahlkampfes zu mobilisieren.
Interesse an der Landtagswahl: Gering wie 2006
Eine wichtige Bedeutung für den Wahlausgang wird letztlich die Wahlbeteiligung haben. Das Interesse an der Landtagswahl fällt gegenwärtig – rund fünf Wochen vor dem Urnengang – ähnlich gering aus (40 Prozent) wie zum vergleichbaren Zeitpunkt vor der Wahl 2006 (44 Prozent) und liegt damit erneut erheblich unter dem Interesse von 2002 (60 Prozent). Allerdings fand 2002 zeitgleich auch die Bundestagswahl statt, was bei vielen Wählern zu einem gesteigerten Interesse am Wahlsonntag geführt hatte.
Gegenwärtig äußern 40 Prozent, sie seien sehr stark (8 Prozent) oder stark (32 Prozent) an der Wahl interessiert. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) zeigt sich weniger (44 Prozent) oder gar nicht interessiert (15 Prozent). Damit ist das Interesse an der Wahl ähnlich ausgeprägt wie in Sachsen-Anhalt zum vergleichbaren Zeitpunkt vor der Landtagswahl im März dieses Jahres.
In den einzelnen Anhängerschaften fällt das Interesse sehr unterschiedlich aus. Während sich die Anhänger der Oppositionsparteien Die Linke und vor allem der Grünen mehrheitlich interessiert zeigen, fällt das Interesse am anstehenden Wahlgang in den Reihen von CDU und SPD spürbar verhaltener aus. Am geringsten motiviert zeigen sich die FDP-Anhänger, was für eine bislang schwache Mobilisierung spricht.
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%