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LänderTREND

Mecklenburg-Vorpommern August 2016

Wichtigste Themen: Flüchtlinge und Soziales

Wichtigste Themen: Flüchtlinge und Soziales

Bessere wirtschaftliche Stimmung als 2011

Bessere wirtschaftliche Stimmung als 2011

Landesregierung mit positiver Bilanz

Landesregierung mit positiver Bilanz

Zufriedenheit mit Landesregierung im Zeitverlauf

Zufriedenheit mit Landesregierung im Zeitverlauf

Sellering weiterhin an der Spitze der Politikerrangliste

Sellering weiterhin an der Spitze der Politikerrangliste

Politikerzufriedenheit im Zeitverlauf

Politikerzufriedenheit im Zeitverlauf

Weiterhin Präferenz für Sellering als Ministerpräsident

Weiterhin Präferenz für Sellering als Ministerpräsident

Nächstes Kabinett: SPD-Führung weiterhin gewünscht

Nächstes Kabinett: SPD-Führung weiterhin gewünscht

Sonntagsfrage: SPD vor CDU

Sonntagsfrage: SPD vor CDU

Wunschkoalitionen bei Dreier-Bündnissen

Wunschkoalitionen bei Dreier-Bündnissen

Wichtigste Themen: Flüchtlinge und Soziales

Wichtigste Themen: Flüchtlinge und Soziales

Bessere wirtschaftliche Stimmung als 2011

Bessere wirtschaftliche Stimmung als 2011

Landesregierung mit positiver Bilanz

Landesregierung mit positiver Bilanz

Zufriedenheit mit Landesregierung im Zeitverlauf

Zufriedenheit mit Landesregierung im Zeitverlauf

Sellering weiterhin an der Spitze der Politikerrangliste

Sellering weiterhin an der Spitze der Politikerrangliste

Politikerzufriedenheit im Zeitverlauf

Politikerzufriedenheit im Zeitverlauf

Weiterhin Präferenz für Sellering als Ministerpräsident

Weiterhin Präferenz für Sellering als Ministerpräsident

Nächstes Kabinett: SPD-Führung weiterhin gewünscht

Nächstes Kabinett: SPD-Führung weiterhin gewünscht

Sonntagsfrage: SPD vor CDU

Sonntagsfrage: SPD vor CDU

Wunschkoalitionen bei Dreier-Bündnissen

Wunschkoalitionen bei Dreier-Bündnissen

Wichtigste Themen: Flüchtlinge und Soziales

Das bundesweite Top-Thema Flüchtlinge / Zuwanderung / Integration spielt bei den Wählern im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern die größte Rolle. Jeder Dritte (34 Prozent) gibt an, sich bei seiner Wahlentscheidung daran zu orientieren. Der zweitwichtigste Themenkomplex umfasst Fragen der sozialen Gerechtigkeit, die für 27 Prozent entscheidend sind. Es folgten die Politikfelder Arbeit und Wirtschaft, die für 20 bzw. 15 Prozent die wichtigsten Themen sind. Der Bereich Familien - und Jugendpolitik ist für 13 Prozent ausschlaggebend, die Bildungspolitik für 12 Prozent. Am Thema „Innere Sicherheit“ wollen sich 10 Prozent bei ihrer Stimmabgabe orientieren.

Die Wirtschaftsdaten in Mecklenburg-Vorpommern haben sich im Vergleich zur Situation vor der Landtagswahl 2011 verbessert. Während das Land 2011 das geringste Wirtschaftswachstum verzeichnete, liegt es nun etwa im Bundesdurchschnitt. Zwar rangiert Mecklenburg-Vorpommern bei der Arbeitslosenquote weiterhin in der Gruppe der Länder mit deutlich überdurchschnittlichen Quoten, konnte aber auch hier Boden gut machen. Vor diesem Hintergrund spielen die Themen Arbeit und Wirtschaft aktuell keine so dominierende Rolle wie bei den letzten Landtagswahlen.

 

Bessere wirtschaftliche Stimmung als 2011

Angesichts der besseren Wirtschaftsdaten bewerten die Wahlberechtigten ihre eigene wirtschaftliche Lage deutlich besser als 2011: Etwa drei von vier (77 Prozent) bezeichnen ihre persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse als sehr gut (10 Prozent) bzw. gut (67 Prozent) und einer von fünf (22 Prozent) beurteilt die eigene wirtschaftliche Lage als weniger gut (17 Prozent) oder schlecht (5 Prozent). Vor fünf Jahren kamen 63 Prozent zu einem positiven Urteil und 37 Prozent zu einer negativen Einschätzung.

Die Ansprache der wirtschaftlich zufriedenen Wahlberechtigten gelingt besonders der CDU und den Grünen. Unter ihren Anhängern bewerten etwa neun von zehn die eigene wirtschaftliche Lage positiv. Demgegenüber finden sich in den Reihen der Linken (30 Prozent) und der AfD viele Befragte (29 Prozent), die mit den eigenen ökonomischen Verhältnissen unzufrieden sind. Bei denjenigen, die sich aktuell nicht an der Landtagswahl beteiligen wollen, sind dies gut vier von zehn (43 Prozent).

 

Landesregierung mit positiver Bilanz

Die Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern stellen der Landesregierung gut drei Wochen vor der Wahl ein positives Zeugnis aus: Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) zeigt sich zufrieden mit der Arbeit des Schweriner Kabinetts, gut vier von zehn (43 Prozent) äußern sich unzufrieden.

 Die Regierungsarbeit findet mehrheitlichen Rückhalt in den eigenen Reihen: sowohl drei Viertel der CDU-Anhänger (76 Prozent) als auch der SPD-Anhänger (75 Prozent) kommen zu einem wohlwollenden Urteil. Bei den Anhängern der Linken sind die Meinungen geteilt (49:49 Prozent); bei den Anhängern der Grünen überwiegt die Skepsis (38:54 Prozent). Auf nahezu einhellige Kritik stößt die Arbeit der Landesregierung bei den AfD-Anhängern (88 Prozent).

Nachdem sich in den letzten Erhebungen im April und im Juni Lob und Tadel noch die Waage hielten, stellen die Mecklenburg-Vorpommer der Landesregierung aktuell ein ähnlich gutes Zeugnis aus wie vor der letzten Landtagswahl 2011.

 

Sellering weiterhin an der Spitze der Politikerrangliste

Ministerpräsident Erwin Sellering erhält weiterhin den höchsten Zuspruch in der Bevölkerung, auch wenn er leichte Verluste im Vergleich zur Erhebung im Juni hinnehmen muss. Aktuell sind knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten (64 Prozent; -4 Punkte) mit seiner Arbeit zufrieden. Dass sich der SPD-Politiker weiterhin deutlich von den anderen Spitzenkandidaten Parteien absetzen kann, liegt zum einen an der nahezu geschlossenen Unterstützung in den eigenen Reihen (89 Prozent). Zum anderen genießt er weiterhin ein hohes Ansehen bei den Anhängern von CDU (68 Prozent) und Linken (63 Prozent). Einzig die AfD-Anhänger bewerten ihn mehrheitlich kritisch (65 Prozent).

 

Auf Rang zwei liegt Innenminister und CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier, der von jedem zweiten Befragten Zuspruch erhält (49 Prozent, - 2). An dritter Stelle liegt wie gehabt der Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat der Linken, Helmut Holter, mit dessen Arbeit 34 Prozent (-3) zufrieden sind. Mit deutlichem Abstand folgen die anderen Spitzenkandidaten in der Bewertung der Wahlberechtigten. Zufrieden mit der Grünen-Spitzenkandidatin Silke Gajek sind 11 Prozent (+2). Zum AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm äußern sich unverändert ebenfalls11 Prozent wohlwollend, er erhält allerdings doppelt so viele ablehnende Bewertungen wie Silke Gajek. Beide Spitzenkandidaten haben weiter deutliche Bekanntheitsprobleme. Der NPD-Politiker Udo Pastörs ist dagegen wesentlich bekannter, stößt mit 59 Prozent jedoch auf deutliche Ablehnung in Mecklenburg-Vorpommern, während ihn 6 Prozent (-1) positiv beurteilen.

 

Mit Ausnahme des AfD-Spitzenkandidaten traten alle Spitzenkandidaten bereits zur letzten Landtagswahl an. Der Vergleich zu 2011 zeigt, dass Erwin Sellering drei Wochen vor der Wahl deutlich hinter seinem Ansehensniveau von 2011 zurückbleibt. Lorenz Caffier hat dagegen etwas an Ansehen gewonnen, während die anderen Kandidaten einen ähnlichen Zuspruch erhalten wie 2011.

 

Weiterhin Präferenz für Sellering als Ministerpräsident

Als populärster Landespolitiker bleibt Erwin Sellering weiterhin der Wunschkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten. Könnten die Wahlberechtigten aus den Spitzenkandidaten der Parteien direkt den Ministerpräsidenten wählen, würde sich knapp die Hälfte (46 Prozent) für den SPD-Politiker entscheiden. Lorenz Caffier könnte 13 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, Helmut Holter 6 Prozent. Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm käme auf 4 Prozent, Silke Gajek auf 2 Prozent, Udo Pastörs auf 0 Prozent.

Die SPD-Anhänger stehen nahezu geschlossen hinter Sellering (81 Prozent). Sein hohes Ansehen in den Anhängerschaften der anderen Parteien zeigt sich auch darin, dass er in Reihen der Linken und der Grünen größeren Rückhalt als die jeweiligen eigenen Spitzenkandidaten genießt. Bei den CDU-Anhängern würden sich drei von zehn (31 Prozent) für Sellering entscheiden, für den eigenen Spitzenmann Caffier knapp die Hälfte (47 Prozent).

 

Nächstes Kabinett: SPD-Führung weiterhin gewünscht

Angesichts der parteiübergreifenden Popularität des Ministerpräsidenten sowie der positiven Regierungsbilanz der SPD-geführten Koalition setzt knapp die Hälfte der Mecklenburg-Vorpommer (44 Prozent) auf die Fortsetzung eines sozialdemokratisch geführten Landeskabinetts. Jeder Vierte (24 Prozent) spricht sich für ein CDU-geführtes Kabinett aus, 12 Prozent plädieren für eine von der Linken geführte Regierung. Eine Landesregierung unter Führung der AfD bevorzugen 7 Prozent.

Die Anhänger der SPD setzen erwartungsgemäß (97 Prozent) auf eine SPD-geführte Landesregierung. Auch in Reihen der CDU plädiert die große Mehrheit (86 Prozent) für eine Führungsrolle der eigenen Partei. Bei den Anhängern der Linken setzt zwar eine Mehrheit von 57 Prozent auf eine von der eigenen Partei geführte Regierung, jeder Dritte (34 Prozent) spricht sich jedoch für eine weitere Chefrolle der SPD aus. Die Grünen-Anhänger plädieren mit großer Mehrheit (65 Prozent) für eine Regierung unter Führung der SPD. Die Hälfte der AfD-Anhänger (51 Prozent) spricht sich für eine von ihrer Partei geführte Regierung aus.

 

Sonntagsfrage: SPD vor CDU

Die positive Bewertung von Regierungsarbeit und Ministerpräsident sowie der Wunsch nach einer SPD-geführten Landesregierung kommt den Sozialdemokraten in den Parteipräferenzen zugute: Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die SPD auf 26 Prozent und könnte gegenüber Juni 4 Punkte zulegen. Die CDU verliert leicht (-2 Punkte) und läge mit 23 Prozent hinter ihrem Koalitionspartner. Den dritten Platz hält weiterhin die AfD, die unverändert auf 19 Prozent käme. Sie ist insbesondere in Vorpommern stark und kann sich hier weiterhin gute Chancen auf Direktmandate ausrechnen. Die Linke würde momentan einen landesweiten Stimmenanteil von 16 Prozent (-1) erzielen, die Grünen kämen auf 6 Prozent (-1). Die NPD bliebe mit 3 Prozent (-1) ebenso unterhalb der Mandatsschwelle wie die FDP mit ebenfalls 3 Prozent (+-0). Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 4 Prozent (+1).

Bei einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen landespolitischen Stimmung könnte die amtierende SPD-geführte Große Koalition eine Mehrheit der Mandate erzielen und weiter regieren.

Die ‚Sonntagsfrage‘ misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

 

Koalitionsbewertung: Amtierendes Bündnis findet meiste Zustimmung

Die derzeitige Koalition aus SPD und CDU ist aus Sicht von 58 Prozent der Bürger sehr gut (11 Prozent) bzw. gut (47 Prozent) für das Bundesland im Nordosten. Damit ist Rot-Schwarz die mit Abstand beliebteste Konstellation für die künftige Landesregierung. Ein Bündnis aus SPD und Linkspartei, wie es bereits 1998 bis 2006 regierte, bewerten 45 Prozent wohlwollend.

Die Anhänger der SPD erwarten von einer Fortsetzung der Koalition mit der CDU (75 Prozent) stärker positive Impulse als von einem Zusammengehen mit der Linkspartei (64 Prozent).

Auch wenn die Unterstützung leicht (-3 Punkte) zurückgegangen ist, genießt die rot-schwarze Koalition ähnlich wie 2011 die größten Sympathien. Die Unterstützung für ein rot-rotes Bündnis ist um 6 Punkte gestiegen.

Eine ähnlich hohe Unterstützung wie ein rot-rotes Bündnis erhält auch ein Dreier-Bündnis aus SPD, CDU und Grünen (44 Prozent). Weniger Zustimmung erfährt eine rot-rot-grüne Koalition, die 37 Prozent als gut für Mecklenburg-Vorpommern ansehen. Ein Kabinett unter Einschluss von SPD, CDU und FDP stößt bei 34 Prozent auf Zustimmung.

 

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern (Deutsche ab 18 Jahren)

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1003 Befragte

Erhebungszeitraum:11. bis 16. August 2016

Fehlertoleranz:1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Uwe Meergans
Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

uwe.meergans @infratest-dimap.de