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LänderTREND

Sachsen-Anhalt März 2016 im Auftrag der ARD

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt die CDU in der politischen Stimmung deutlich vorn. Bei einer Wahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die CDU auf 31 Prozent der Zweitstimmen. Zweitstärkste Partei würde derzeit die Linke mit 21 Prozent vor der AfD, die 19 Prozent in Aussicht hätte. Die SPD käme aktuell auf 15 Prozent. Während die Grünen mit 5,5 Prozent ihre parlamentarische Vertretung in Sachsen-Anhalt bestätigen könnten, blieben die Liberalen mit aktuell 4,5 Prozent erneut unter der Mandatsschwelle. Die amtierende Koalition aus CDU und SPD hätte bei einem solchen Wahlausgang nur eine hauchdünne Mehrheit.

 

Die schwarz-rote Landesregierung zieht in Sachsen-Anhalt zwar etwas mehr Kritik als Lob (52:44 Prozent) auf sich. Gleichzeitig findet die jetzige Regierungskonstellation im Bundesland aber immer noch die größte Unterstützung. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) bezeichnet das amtierende Koalitionsmodell als gut für Sachsen-Anhalt. Von einem Drei-Parteien-Bündnis aus Linken, SPD und Grünen erwarten demgegenüber 38 Prozent positive Impulse für das Bundesland, von einer CDU-Regierung unter Einbindung der AfD nur 12 Prozent.

 

Der Vorsprung der CDU in der aktuellen politischen Stimmung gründet zum einen auf der Popularität des CDU-Ministerpräsidenten. Ständen die Spitzenkandidaten von CDU, Linken und SPD zur Wahl, würde knapp die Hälfte der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt für Reiner Haseloff stimmen, nur jeweils jeder Achte würde stattdessen Wulf Gallert von der Linken bzw. Katrin Budde von der SPD vorziehen. Zum anderen profitiert die CDU in Sachsen-Anhalt davon, dass sie von allen Landesparteien in der Flüchtlingspolitik mit 27 Prozent noch am ehesten Vertrauen bindet. Allerdings besteht in der Flüchtlingsfrage eine massive Verunsicherung in dem ostdeutschen Bundesland. So traut die Hälfte der Wahlberechtigten (48 Prozent) derzeit keiner Partei zu, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

 

 

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen in der Bevölkerung und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand in der Präferenzbildung der Wahlbevölkerung, die erst am Wahlsonntag vollständig abgeschlossen ist.
Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind zum jetzigen Zeitpunkt nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich erst sehr kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem der Schlußspurt des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.
Unter denjenigen, die aktuell in der Sonntagsfrage eine Parteipräferenz benennen, gibt in Sachsen-Anhalt  etwa jeder Fünfte an, dass sich seine Wahlentscheidung bis zum Urnengang ggf. auch noch einmal ändern könnte.   

 

 

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1001 Befragte

Erhebungszeitraum:29. Februar bis 02. März 2016

Schwankungsbreite:1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Heiko Gothe

Projektdirektor Meinungs- und Wahlforschung

heiko.gothe @infratest-dimap.de