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LänderTREND

Schleswig-Holstein März 2017 im Auftrag des NDR

Gute wirtschaftliche Stimmung in Schleswig-Holstein

Gute wirtschaftliche Stimmung in Schleswig-Holstein

Regierungsarbeit: Sechs von zehn zufrieden

Regierungsarbeit: Sechs von zehn zufrieden

Wichtigste Probleme: Migration, Schule, Infrastruktur

Wichtigste Probleme: Migration, Schule, Infrastruktur

Abitur an Gymnasien: Wunsch nach Rückkehr zum G9

Abitur an Gymnasien: Wunsch nach Rückkehr zum G9

Spitzenkandidaten: Kubicki und Albig am populärsten, Günther bleibt zurück

Spitzenkandidaten: Kubicki und Albig am populärsten, Günther bleibt zurück

Nächster Ministerpräsident: Günther weiter im Nachteil

Nächster Ministerpräsident: Günther weiter im Nachteil

Sonntagsfrage: SPD vorn, knappe Mehrheit für Rot-Grün

Sonntagsfrage: SPD vorn, knappe Mehrheit für Rot-Grün

Gesunkene Unterstützung für Regierungswechsel

Gesunkene Unterstützung für Regierungswechsel

Künftige Koalitionen: SPD, Grüne, SSW am besten bewertet

Künftige Koalitionen: SPD, Grüne, SSW am besten bewertet

Gute wirtschaftliche Stimmung in Schleswig-Holstein

Gute wirtschaftliche Stimmung in Schleswig-Holstein

Regierungsarbeit: Sechs von zehn zufrieden

Regierungsarbeit: Sechs von zehn zufrieden

Wichtigste Probleme: Migration, Schule, Infrastruktur

Wichtigste Probleme: Migration, Schule, Infrastruktur

Abitur an Gymnasien: Wunsch nach Rückkehr zum G9

Abitur an Gymnasien: Wunsch nach Rückkehr zum G9

Spitzenkandidaten: Kubicki und Albig am populärsten, Günther bleibt zurück

Spitzenkandidaten: Kubicki und Albig am populärsten, Günther bleibt zurück

Nächster Ministerpräsident: Günther weiter im Nachteil

Nächster Ministerpräsident: Günther weiter im Nachteil

Sonntagsfrage: SPD vorn, knappe Mehrheit für Rot-Grün

Sonntagsfrage: SPD vorn, knappe Mehrheit für Rot-Grün

Gesunkene Unterstützung für Regierungswechsel

Gesunkene Unterstützung für Regierungswechsel

Künftige Koalitionen: SPD, Grüne, SSW am besten bewertet

Künftige Koalitionen: SPD, Grüne, SSW am besten bewertet

Gute wirtschaftliche Stimmung

Die gute konjunkturelle Situation spiegelt sich im Norden in einer positiven wirtschaftlichen Stimmung: Knapp drei Viertel der Schleswig-Holsteiner (72 Prozent) bezeichnen die wirtschaftliche Lage im Bundesland aktuell als gut bis sehr gut, ein Viertel (23 Prozent) als weniger gut oder schlecht. Das Urteil der Wahlberechtigten vor dem Urnengang fällt damit so positiv aus wie bei keiner der letzten vier Landtagswahlen. Noch 2012 hielten sich positive und negative Wertungen in Schleswig-Holstein die Waage (48:50 Prozent).  

Regierungsarbeit: Sechs von zehn zufrieden

Die positive wirtschaftliche Stimmung der Wahlberechtigten kommt in Schleswig-Holstein der Landesregierung entgegen. Nach 57 Prozent im Dezember sind aktuell 62 Prozent der Wahlberechtigten mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden. Drei von zehn (33 Prozent; -7) üben Kritik. Mit diesem Urteil schneidet das Kieler Kabinett besser ab als die letzten vier schleswig-holsteinischen Landesregierungen jeweils vor der Landtagswahl. Im aktuellen bundesweiten Vergleich der Landesregierungen liegt das Drei-Parteien-Bündnis aus SPD, Grünen und SSW zugleich im oberen Feld.

In den eigenen Reihen überwiegt der Zuspruch zur Regierungsarbeit: Die SPD-Anhänger äußern sich positiv zu den Leistungen der Landesregierung (79 Prozent), noch mehr die der mitregierenden Grünen (86 Prozent). In den Reihen der oppositionellen CDU halten sich Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage (53:46 Prozent), ebenso bei den FDP-Anhängern (46:53 Prozent). Deutlich auf Distanz zum Kieler Kabinett gehen weiterhin die AfD-Wähler (14:86 Prozent). 

Wichtigste Probleme: Migration, Schule, Infrastruktur

Wegen der guten Konjunktur stehen wirtschaftliche Aspekte in der Problemsicht der Bürger auch in Schleswig-Holstein derzeit im Hintergrund. Vergleichsweise am häufigsten thematisiert werden im Norden stattdessen Probleme der Zuwanderung und Migration (17 Prozent), Fragen der Schul- und Bildungspolitik (16 Prozent) sowie der Zustand der öffentlichen Infrastruktur (12 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen auf der Agenda der Schleswig-Holsteiner die Lage am Arbeitsmarkt (7 Prozent), Aspekte der Energiepolitik (6 Prozent), sowie Gerechtigkeitsprobleme (5 Prozent).

Die aktuelle Problemsicht unterscheidet sich wesentlich von der vor fünf Jahren. 2012 spielten Migrationsfragen im Problemurteil der Wahlberechtigten noch keinerlei Rolle. Ebenso stand die öffentliche Infrastruktur weitaus weniger im Vordergrund (5 Prozent). Demgegenüber waren zur letzten Landtagswahl Aspekte der Schul- und Bildungspolitik weitaus bedeutsamer (25 Prozent) als aktuell, ebenso arbeitsmarkt- (17 Prozent) und wirtschaftspolitische Themen (11 Prozent).

Abitur an Gymnasien: Wunsch nach Rückkehr zum G9

Ein Thema der aktuellen Schul- und Bildungspolitik nicht nur in Schleswig- Holstein betrifft die Zukunft des Abiturs in der gymnasialen Oberstufe. Die Landes-CDU unter Spitzenkandidat Daniel Günther zieht mit der Forderung in den Wahlkampf, das von ihr 2008 selbst eingeführte Kurz-Abitur wieder abzuschaffen. Tatsächlich besteht im Norden eine ausgeprägte Sympathie zugunsten eines späteren Abiturs an den Gymnasien. Ein Fünftel (19 Prozent) der Wahlberechtigten unterstützt ein Abitur nach der 12. Klasse, wie es aktuell an den meisten Gymnasien in Schleswig-Holstein gilt. Drei Viertel (74 Prozent) favorisieren demgegenüber eine Rückkehr der Gymnasien zu einem Abitur, das erst nach der 13. Klasse abgelegt wird. 

Spitzenkandidaten: Kubicki und Albig am populärsten, Günther bleibt zurück

Trotz der Popularität des G9-Themas zahlt sich die bildungspolitische Neuorientierung für den CDU-Spitzenkandidaten bislang nicht aus. Wie im Dezember stehen die Spitzenkandidaten von FDP und SPD im Urteil der Schleswig-Holsteiner mit deutlichem Vorsprung oben. Zur Person von Wolfgang Kubicki äußert sich im Bundesland mehr als die Hälfte (55 Prozent; -1 Punkt zu Dezember) zufrieden. SPD-Ministerpräsident Torsten Albig folgt knapp dahinter an zweiter Stelle. Allerdings bleibt der SPD-Politiker mit einem Zuspruch von 53 Prozent (-2 Punkte) im Vergleich der Ministerpräsidenten im hinteren Feld und zugleich hinter seinem Sympathiewert von 2012 (63 Prozent).

Auf dem dritten Platz liegt Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold mit 30 Prozent. Sie hat gegenüber Dezember etwas an Bekanntheit gewonnen, dennoch können aktuell 46 Prozent mit ihrem Namen nichts anfangen. CDU-Herausforderer Daniel Günther hat ebenfalls etwas an Bekanntheit zugelegt. Auf seine Sympathiewerte zahlt dies jedoch nicht ein. Wie zum Jahresende äußern sich 20 Prozent zu seiner Person positiv, etwa ebenso viele (22 Prozent) äußern sich kritisch. 

Der SSW-Spitzenkandidat zur Landtagswahl Lars Harms spricht 16 Prozent der Wahlberechtigten an, sieben von zehn (71 Prozent) aber kennen den Vorsitzenden des SSW im Kieler Landtag nicht. Die vergleichsweise größten Bekanntheitsprobleme unter den Spitzenkandidaten hat Jörg Nobis von der AfD, den drei von vier Schleswig-Holsteiner (77 Prozent) nicht beurteilen können. 8 Prozent stellen dem AfD-Spitzenkandidaten ein positives Zeugnis aus.

Nächster Ministerpräsident: Günther weiter im Nachteil

Der Bekanntheits- und Popularitätsvorsprung des SPD-Ministerpräsidenten gegenüber dem CDU-Herausforderer spiegelt sich in einer stabilen Ministerpräsidentenpräferenz zugunsten des Amtsinhabers: Bei einer Direktwahl zwischen Torsten Albig und Daniel Günther würde sich ähnlich wie Ende Dezember die Hälfte (50 Prozent) der Wahlberechtigten für den SPD-Politiker (+/-0), ein Fünftel (21 Prozent,-2) für den CDU-Politiker entscheiden. Zugleich tendiert mit 29 Prozent weiterhin ein beachtlicher Teil weder zum SPD- noch zum CDU-Politiker, weil sie sich auf keinen der beiden Kandidaten festlegen wollen oder können.

  

Sonntagsfrage: SPD vorn, knappe Mehrheit für Rot-Grün

Die SPD-Entscheidung, mit Martin Schulz als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf zu ziehen, löst auch in Schleswig-Holstein massive Verschiebungen in der politischen Stimmung aus. Trotz eines insgesamt eher stabilen Meinungsbildes gegenüber Landesregierung und Landespolitikern legt die SPD in der Sonntagsfrage gegenüber Dezember deutlich zu. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die SPD auf 33 Prozent, 7 Punkte mehr als noch im Dezember. Die Sozialdemokraten liegen damit im Schleswig-HolsteinTREND erstmals seit September 2011 wieder vor der CDU. Die CDU verliert gegenüber Dezember 7 Punkte und erreicht mit aktuell 27 Prozent den bislang niedrigsten Wert im Schleswig-HolsteinTREND.

Leichte Einbußen müssen auch die Grünen hinnehmen (-1). Mit 14 Prozent wären sie aber weiterhin drittstärkste Partei vor der FDP, die unverändert auf 9 Prozent käme. Die AfD legt gegenüber Dezember 1 Punkt zu und käme aktuell auf 7 Prozent. Der von der 5-Prozenthürde befreite SSW würde wie im Dezember 3 Prozent erzielen. Allen anderen Parteien, darunter die Linken, die auf 4 Prozent (-1) käme sowie die bislang im Parlament vertretenen Piraten, bliebe aktuell der Einzug in den Kieler Landtag verwehrt. Bei einem solchen Wahlausgang mit sechs Parlamentsparteien wäre die SPD auf ein Bündnis unter Einbindung des SSW nicht angewiesen, da Rot-Grün bereits eine knappe eigene Mehrheit besäße.   

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen, nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand in der Meinungsbildung der Wahlbevölkerung, die erst am Wahltag zum Ende kommt. Im Ergebnis sind Rückschlüsse auf den Wahlausgang nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Zugleich hat die finale Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien an Bedeutung gewonnen. 

Gesunkene Unterstützung für Regierungswechsel

Bei einem Wahlausgang entsprechend der derzeitigen politischen Stimmung stände die Wiederauflage einer SPD-geführten Landesregierung in Schleswig-Holstein rechnerisch nicht in Frage. Dies deckt sich mit einer geringen Wechselstimmung im Bundesland: Gut die Hälfte (55 Prozent; +5) der Wahlberechtigten und damit etwas mehr als zum Jahresende spricht sich für eine SPD-geführte Landesregierung nach dem 07. Mai aus. 29 Prozent unterstützen ein CDU-geführtes Landeskabinett und damit einen Wechsel in der Kieler Staatskanzlei. Ende vergangenen Jahres hatten noch vier von zehn für eine CDU-Landesregierung plädiert (40 Prozent).

Künftige Koalitionen:  SPD, Grüne, SSW am besten bewertet

Ein Wahlausgang gemäß der aktuellen politischen Stimmung böte der SPD mehrere Möglichkeiten zur Regierungsbildung, einschließlich der Bildung einer rot-grünen Landesregierung ohne SSW-Einbindung. Das bisherige Drei-Parteien-Modell aus SPD, Grünen und SSW betrachtet knapp die Hälfte der Wahlberechtigten (45 Prozent) als positiv für das Bundesland. 37 Prozent bewerten eine SPD-geführte große Koalition (37 Prozent) wohlwollend, ebenso viele eine Ampelkoalition mit Grünen und FDP (37 Prozent). Eine große Koalition unter CDU-Ägide findet die Unterstützung jedes dritten Wahlberechtigten (33 Prozent), ebenso ein CDU-geführtes Bündnis mit Grünen und FDP (29 Prozent).

Im Vergleich zu 2012 hat sich die Bewertung des Drei-Parteien-Bündnis aus SPD, Grünen und SSW kaum verändert (+1). Während ein SPD-geführtes Ampelbündnis mit Grünen und Liberalen (+22 Prozent) deutlich an Zuspruch gewonnen hat, ist die Unterstützung für eine CDU-geführte große Koalition dagegen gegenüber 2012 gesunken (-7).

 

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Schleswig-Holstein ab 16 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Interviews

Erhebungszeitraum:09. bis 14. März 2017

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de