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ARD-Deutschlandtrend

September 2000

Die Sommerpause verlief für die Bundesregierung, verglichen mit dem letzten Jahr, bemerkenswert ruhig. Keine unerbetenen Diskussionsbeiträge aus den eigenen Reihen, keine koalitionsinternen Streitereien trübten den Sommerurlaub des Bundeskanzlers und seines Kabinetts. Die CDU war noch zu sehr mit den Folgen ihrer Niederlage bei der Abstimmung im Bundesrat zur Steuerreform sowie mit innerparteilichen Problemen beschäftigt, als dass sie die Zeit für eine verstärkte politische Auseinandersetzung mit der Bundesregierung hätte nutzen können. Die Kommunikationsprobleme zwischen neuer und alter ... mehr »

Die Sommerpause verlief für die Bundesregierung, verglichen mit dem letzten Jahr, bemerkenswert ruhig. Keine unerbetenen Diskussionsbeiträge aus den eigenen Reihen, keine koalitionsinternen Streitereien trübten den Sommerurlaub des Bundeskanzlers und seines Kabinetts. Die CDU war noch zu sehr mit den Folgen ihrer Niederlage bei der Abstimmung im Bundesrat zur Steuerreform sowie mit innerparteilichen Problemen beschäftigt, als dass sie die Zeit für eine verstärkte politische Auseinandersetzung mit der Bundesregierung hätte nutzen können. Die Kommunikationsprobleme zwischen neuer und alter CDU-Führung werden zwar von der Mehrheit der Bürger nicht als Zeichen der Schwäche von Merkel und Merz bewertet, sie sind aber auch wenig hilfreich, die offenkundige Krise zu überwinden. In der Wählergunst bleibt die Union mit 34 Prozent konstant auf niedrigem Niveau. Da die SPD auf 43 Prozent (+1) zulegen konnte, stieg der Abstand zwischen den beiden großen Parteien auf 9 Punkte an. Grüne liegen stabil bei 6 Prozent, die FDP käme auf 8 Prozent (-1), die PDS auf 6 Prozent (+1). Erstmals seit Anfang März, als die CDU-Spendenaffäre ihren Höhepunkt erreichte, verfügte demnach die rot-grüne Koalition wieder über eine Mehrheit im Bundestag. Und dies obwohl die Zustimmung zu ihrer Politik, die vor der Sommerpause auf ein bislang unerreichtes Maß anstieg, wieder etwas nachgelassen hat. Die SPD als derzeit klar stärkste politische Kraft in Deutschland profitiert offenkundig nicht zuletzt von der Popularität des Kanzlers. Schröder hat in den zwei Jahren seiner Amtszeit als Staatsmann und als Parteivorsitzender erheblich an Profil und als Politiker deutlich an Glaubwürdigkeit gewonnen.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom September 2000, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von acht Tageszeitungen durchgeführt hat. Die Erhebung fand zwischen dem 24. und 29. August 2000 statt. Befragt wurden bundesweit 1300 wahlberechtigte Personen. Die auf der Grundlage einer Zufallsstichprobe ermittelten Befunde lassen sich auf die Gesamtheit der Wahlberechtigten in Deutschland verallgemeinern.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.300 Befragte
Erhebungszeitraum:
24.08. - 29.08.2000
Fehlertoleranz:
1,2* bis 2,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap