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ARD-Deutschlandtrend

März 2001

Vor dem Hintergrund der CDU-Führungskrise und der Diskussion um den künftigen Unions-Kanzlerkandidaten hat sich die politische Stimmung zugunsten der SPD entwickelt: Wenn bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD auf 40 Prozent der Stimmen, gegenüber dem Vormonat ein Plus von 2 Punkten. Die Union würde unverändert 35 Prozent erreichen. Mit einem Verlust von einem Prozentpunkt käme die FDP wie die Grünen derzeit auf 8 Prozent der Stimmen. Die PDS könnte erneut mit 5 Prozent rechnen. Eine Mehrheit (57 Prozent) der Bürger ist jedoch nach wie vor mit den Leistungen der ... mehr »

Vor dem Hintergrund der CDU-Führungskrise und der Diskussion um den künftigen Unions-Kanzlerkandidaten hat sich die politische Stimmung zugunsten der SPD entwickelt: Wenn bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD auf 40 Prozent der Stimmen, gegenüber dem Vormonat ein Plus von 2 Punkten. Die Union würde unverändert 35 Prozent erreichen. Mit einem Verlust von einem Prozentpunkt käme die FDP wie die Grünen derzeit auf 8 Prozent der Stimmen. Die PDS könnte erneut mit 5 Prozent rechnen. Eine Mehrheit (57 Prozent) der Bürger ist jedoch nach wie vor mit den Leistungen der Bundesregierung nicht zufrieden. Davon kann jedoch die Union nicht profitieren, denn mit ihrer Oppositionsarbeit sind noch mehr Bürger (75 Prozent) unzufrieden als mit der Regierung.

In der Frage der Kanzlerkandidatur der Union gewinnt Edmund Stoiber zunehmend an Profil: 43 Prozent aller Befragten halten derzeit den bayerischen Ministerpräsidenten für den geeignetsten Herausforderer von Gerhard Schröder, 20 Prozent trauen diese Rolle Angela Merkel zu. Bei der hypothetischen Direktwahl des Bundeskanzlers kann der CSU-Vorsitzende den Abstand zu Amtsinhaber Schröder im Vergleich zum Vormonat deutlich verringern (39:49 Prozent). Auf der Sympathieskala der Spitzenpolitiker kann Stoiber ebenfalls zulegen und kommt auf Platz vier der Rangliste: 49 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden. Außenminister Fischer (67 Prozent) und Bundeskanzler Schröder (60 Prozent) stehen trotz leichter Verluste nach wie vor an der Spitze. Einen beachtlichen Erfolg konnte Verbraucherschutzministerin Künast erzielen: Die Newcomerin im Kabinett rangiert mit einer Zufriedenheitsrate von 50 Prozent auf Rang 3.

In der Diskussion um die politische Vergangenheit von Außenminister Fischer herrscht nach wie vor ein klares Meinungsbild: Eine Mehrheit der Wahlberechtigten spricht sich gegen das Ermittlungsverfahren der Frankfurter Staatsanwaltschaft aus (63 Prozent). Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu Fischers politischer Vergangenheit wird noch deutlicher abgelehnt (70 Prozent). Die Mehrheit der Wahlberechtigten (57 Prozent) sieht seine frühen politischen Aktivitäten als entschuldbare Jugendsünde an. Allerdings ist die Nachsicht der Bürger gegenüber der militanten Vergangenheit des Außenministers seit Januar um 10 Prozentpunkte zurückgegangen und die kritischen Stimmen nehmen zu.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom März, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von acht Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 22. bis 28. Februar 1.300 wahlberechtigte Personen befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,2 bis 2,7 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.300 Befragte
Erhebungszeitraum:
22.02. - 28.02.2001
Fehlertoleranz:
1,2* bis 2,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap