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ARD-Deutschlandtrend

August 2004

Die Diskussion über die Arbeitsmarktreformen und das neue Arbeitslosengeld II verunsichert mehr als die Hälfte der Bevölkerung. 44 Prozent der Deutschen haben sich in den letzten Tagen konkret mit Hartz IV beschäftigt, in Ostdeutschland waren es sogar 69 Prozent. Die vom CDU-Politiker Friedrich Merz losgetretene Diskussion über eine Lockerung des Kündigungsschutzes beunruhigt offenbar zusätzlich die Bürger: Drei Viertel (75 Prozent) glauben nicht, dass dies zur Belebung des Arbeitsmarktes beitragen würde.Vor diesem Hintergrund besteht die hohe Unzufriedenheit (82 Prozent) mit der ... mehr »

Die Diskussion über die Arbeitsmarktreformen und das neue Arbeitslosengeld II verunsichert mehr als die Hälfte der Bevölkerung. 44 Prozent der Deutschen haben sich in den letzten Tagen konkret mit Hartz IV beschäftigt, in Ostdeutschland waren es sogar 69 Prozent. Die vom CDU-Politiker Friedrich Merz losgetretene Diskussion über eine Lockerung des Kündigungsschutzes beunruhigt offenbar zusätzlich die Bürger: Drei Viertel (75 Prozent) glauben nicht, dass dies zur Belebung des Arbeitsmarktes beitragen würde.

Vor diesem Hintergrund besteht die hohe Unzufriedenheit (82 Prozent) mit der Bundesregierung fort und der Union gelingt es nicht, daraus in entscheidender Weise Kapital zu schlagen. Die Kritik am Bundeskabinett zielt vorrangig auf die Regierungsleistung der SPD, mit der sich lediglich jeder Fünfte (19 Prozent) einverstanden erklärt. Zwar überwiegt auch bei den Grünen die Kritik, knapp ein Drittel (31 Prozent) äußert sich jedoch zufrieden mit der Arbeit der Öko-Partei. Trotz der Skepsis gegenüber Rot-Grün gilt die Union nicht als politischer Hoffnungsträger: Nach 40 Prozent im Juli erwarten aktuell nur 36 Prozent von einer Unions-Regierung eine bessere Lösung der politischen Probleme.

Infolge dessen verschlechtert sich die politische Stimmung für die CDU/CSU und die SPD verharrt im Stimmungstief: Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, kämen die Sozialdemokraten wie im Juli nur auf 23 Prozent der Stimmen. Die Union verlöre einen Punkt auf 44 Prozent. Noch im März verfügte sie mit 50 Prozent über eine absolute Mehrheit. Die Grünen können ihren im letzten Monat erreichten Rekordwert von 13 Prozent halten. Durch einen erneuten Zugewinn um einen Punkt kämen die Liberalen auf einen Wähleranteil von 8 Prozent. Die PDS könnte ihren Wähleranteil von 7 Prozent behaupten. Die Sozialisten legen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland zu. In den neuen Bundesländern könnten sie derzeit 27 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, während die SPD nur 22 Prozent der ostdeutschen Wähler überzeugen kann.

Die seit längerem diskutierte Umbildung des Bundeskabinetts wird von einer klaren Mehrheit der Wähler befürwortet. 65 Prozent votieren für den Austausch einiger Minister. Sie haben dabei in erster Linie drei Regierungsmitglieder im Visier: Für die Ablösung von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sprechen sich 30 Prozent aus, 28 Prozent wünschen sich einen anderen Finanzminister als Hans Eichel und 23 Prozent sind der Meinung, dass Verkehrsminister Manfred Stolpe sein Amt aufgeben sollte. Der erwartbare Erfolg eines Personalwechsels ist aus Sicht der Bürger begrenzt: Für zwei Drittel (69 Prozent) ist fraglich, ob das Ansehen der SPD damit verbessert werden kann.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom August, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 3. bis 4. August 1.000, für die Sonntagsfrage 1.500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten bzw. von plus/minus 1,1 bis 2,5 Prozentpunkten bei der Sonntagsfrage.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
03.08. - 04.08.2004
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap