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ARD-Deutschlandtrend

November 2004

Die Präsidentschaftswahl in den USA hat in dieser Woche wie kein anderes Ereignis die Aufmerksamkeit der Bundesbürger auf sich gezogen. Sechs von zehn Wahlberechtigten (61 Prozent) beschäftigten sich in den letzten Tagen vor allem mit dem politischen Großereignis in Amerika. So groß das Interesse an der Wahl war, so groß fiel allerdings auch die Enttäuschung über den Wahlausgang aus. 75 Prozent betrachten die Wiederwahl von George Bush kritisch. Nach Ansicht von 84 Prozent wird sich am Zustand der deutsch-amerikanischen Beziehungen jedoch nicht viel ändern. Auch sieht eine Mehrheit (81 ... mehr »

Die Präsidentschaftswahl in den USA hat in dieser Woche wie kein anderes Ereignis die Aufmerksamkeit der Bundesbürger auf sich gezogen. Sechs von zehn Wahlberechtigten (61 Prozent) beschäftigten sich in den letzten Tagen vor allem mit dem politischen Großereignis in Amerika. So groß das Interesse an der Wahl war, so groß fiel allerdings auch die Enttäuschung über den Wahlausgang aus. 75 Prozent betrachten die Wiederwahl von George Bush kritisch. Nach Ansicht von 84 Prozent wird sich am Zustand der deutsch-amerikanischen Beziehungen jedoch nicht viel ändern. Auch sieht eine Mehrheit (81 Prozent) keinen Grund, dass die Bundesregierung nunmehr stärker auf die amerikanische Regierung zugehen sollte.

Nicht nur der Blick auf Amerika, auch die Sicht auf die deutsche Politik liefert den Bundesbürgern derzeit kaum Anlass zu positiven Urteilen. Konnte die Bundesregierung im letzten Monat ihr Ansehen deutlich verbessern, hat sich ihr Zuspruch binnen vier Wochen wieder etwas verschlechtert. Aktuell äußern sich lediglich 22 Prozent der Deutschen zur Arbeit des Bundeskabinetts zufrieden. Zugleich erwarten aber auch nur 28 Prozent der Bundesbürger, dass ein Regierungswechsel zu Gunsten der Union eine problemadäquatere Politik zur Folge hätte.

Da die Union trotz der Ansehensschwäche von Rot-Grün bei einer Mehrheit der Bundesbürger nicht als überzeugende Alternative gilt, besteht weiterhin Raum für Verschiebungen in der politischen Stimmung. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, könnte die CDU/CSU mit 40 Prozent der Zweitstimmen rechnen, ein Prozent weniger als noch vor einem Monat. Die SPD legt im Gegenzug in gleichem Umfang zu, sie könnte zur Zeit mit 30 Prozent der Zweitstimmen rechnen. Grüne und FDP verbessern sich ebenfalls um einen Punkt. Die Grünen hätten damit einen Stimmenanteil von 13 Prozent in Aussicht, die FDP von 8 Prozent. Die PDS verliert 1 Punkt, sie käme aktuell nur noch auf 5 Prozent der Zweitstimmen. Allen anderen Parteien bliebe derzeit der Einzug in den Bundestag verwehrt, darunter auch den Parteien der extremen Rechten, ob einzeln oder aber in einem Wahlbündnis antretend. Ein gemeinsames Bündnis von NPD und DVU hätte aber derzeit bundesweit durchaus ein Wählerpotential von 7 Prozent.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom November, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/bericht aus berlin und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 02. bis 03. November 1.000, für die Sonntagsfrage 1.500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten bzw. von plus/minus 1,1 bis 2,5 Prozentpunkten bei der Sonntagsfrage. Speziell zur US-Präsidentenwahl wurden am 03. und 04. November insgesamt 854 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Diese Ergebnisse erlauben Verallgemeinerungen bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,3 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
US-Präsidentenwahl 854 Befragte
Erhebungszeitraum:
02.11. - 03.11.2004
US-Präsidentenwahl: 03.11. - 04.11.2004
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%


US-Präsidentenwahl:
1,4* bis 3,3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap