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ARD-Deutschlandtrend

Februar 2005

Rund sechs Wochen nach der Tsunami-Katastrophe hat sich die Themenaufmerksamkeit der Bürger wieder verstärkt den Problemen im eigenen Land zugewandt. In der aktuellen Woche erregt bei fast vier von zehn (37 Prozent) die Lage am Arbeitsmarkt (22 Prozent) bzw. die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (15 Prozent) die größte Aufmerksamkeit.Die nunmehr auf über 5 Millionen gestiegene Zahl offiziell gemeldeter Arbeitsloser wird von drei Vierteln der Deutschen (72 Prozent) noch nicht als Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise gewertet, sie gehen von weiter steigenden Arbeitslosenzahlen aus. ... mehr »

Rund sechs Wochen nach der Tsunami-Katastrophe hat sich die Themenaufmerksamkeit der Bürger wieder verstärkt den Problemen im eigenen Land zugewandt. In der aktuellen Woche erregt bei fast vier von zehn (37 Prozent) die Lage am Arbeitsmarkt (22 Prozent) bzw. die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (15 Prozent) die größte Aufmerksamkeit.

Die nunmehr auf über 5 Millionen gestiegene Zahl offiziell gemeldeter Arbeitsloser wird von drei Vierteln der Deutschen (72 Prozent) noch nicht als Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise gewertet, sie gehen von weiter steigenden Arbeitslosenzahlen aus. Dass in erster Linie die Bundesregierung die Schuld an der Rekordarbeitslosigkeit trägt, glaubt nur jeder Zweite (49 Prozent). Allerdings rechnen die meisten auch nicht mit positiven Impulsen von der Bundesregierung: 66 Prozent bezweifeln, dass sich durch die rot-grünen Reformmaßnahmen langfristig eine dauerhafte Verbesserung der Arbeitsmarktsituation einstellen wird.

Die wieder deutlicher ins Bewusstsein getretenen Probleme am Arbeitsmarkt beeinträchtigen die Sicht auf die Bundesregierung. Die Sympathiegewinne der letzten Monate setzen sich im Februar nicht fort, statt 27 Prozent wie im Januar, äußern sich aktuell 25 Prozent zur Arbeit der Bundesregierung sehr zufrieden (1 Prozent) bzw. zufrieden (24 Prozent). Parallel zu den Sympathieverlusten der Regierung ist das Vertrauen in die Opposition leicht gestiegen. Im Februar vertreten 29 Prozent die Ansicht, ein unionsgeführtes Kabinett könnte die aktuellen Probleme besser lösen, einen Monat zuvor waren es 26 Prozent.

In diesem Stimmungsumfeld kann sich das Oppositionslager wieder etwas von den Regierungsparteien absetzen. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union auf einen Stimmenanteil von 39 Prozent, 1 Punkt mehr als im Januar. Die SPD gibt gegenüber dem Vormonat 1 Punkt ab und könnte mit 32 Prozent rechnen. Jeweils 1 Punkt verlieren auch Grüne und FDP. Die Grünen würden aktuell 11 Prozent, die Liberalen 7 Prozent erzielen. Die PDS erhielte wie zu Jahresbeginn 5 Prozent, die sonstigen Parteien kämen zusammen genommen auf 6 Prozent (+2 Punkte).

Anders als die US-Präsidentenwahl im November fand der formale Beginn der zweiten Amtszeit von George Bush nur vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit bei den Bundesbürgern. Ohnehin überwiegt die Ansicht, dass sich am Zustand der deutsch-amerikanischen Beziehungen nicht viel ändern wird (73 Prozent). Allerdings nehmen die Deutschen die jüngsten amerikanischen Äußerungen zum Iran sehr ernst. Sieben von zehn Bundesbürgern (70 Prozent) glauben, die USA würden bereits einen Militärschlag gegen das Land planen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Februar, den Infratest dimap im Auftrag der ARD/Bericht aus Berlin und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 1. bis 2. Februar 1.000, für die Sonntagsfrage 1.500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten bzw. von plus/minus 1,1 bis 2,5 Prozentpunkten bei der Sonntagsfrage.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
01.02. - 02.02.2005
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap