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ARD-Deutschlandtrend

Juli 2005

Auch wenn die Entscheidungen des Bundespräsidenten und voraussichtlich auch des Bundesverfassungsgerichts zur Parlamentsauflösung noch ausste-hen: Eine große Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) rechnet damit, dass sie im Herbst vorzeitig an die Wahlurnen gerufen wird. Sollte die Wahl tatsächlich im September stattfinden, steht aus Sicht der Bürger der Sieger bereits fest: 64 Prozent rechnen damit, dass eine Koalition aus Union und FDP die Mehrheit erreichen wird. Eine Neuauflage von Rot-Grün erwarten nur 5 Prozent. 23 Prozent glauben, dass die Bildung einer großen Koalition notwendig sein ... mehr »

Auch wenn die Entscheidungen des Bundespräsidenten und voraussichtlich auch des Bundesverfassungsgerichts zur Parlamentsauflösung noch ausste-hen: Eine große Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) rechnet damit, dass sie im Herbst vorzeitig an die Wahlurnen gerufen wird. Sollte die Wahl tatsächlich im September stattfinden, steht aus Sicht der Bürger der Sieger bereits fest: 64 Prozent rechnen damit, dass eine Koalition aus Union und FDP die Mehrheit erreichen wird. Eine Neuauflage von Rot-Grün erwarten nur 5 Prozent. 23 Prozent glauben, dass die Bildung einer großen Koalition notwendig sein wird, weil weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit bekommt.

Angesichts der Dauerkritik an der Bundesregierung herrscht weiterhin eine ausgeprägte Wechselstimmung in Deutschland: 61 Prozent plädieren für einen politischen Wechsel in Berlin. Die Vorraussetzungen zur Ablösung von Rot-Grün sind gut, denn CDU/CSU und FDP (62 bzw. 61 Prozent) werden als die Parteien mit der größten Geschlossenheit wahrgenommen. Lediglich ein Fünftel (22 Prozent) hat den Eindruck, dass die SPD "mit einer Stimme spricht". Damit wird das Erscheinungsbild der Kanzlerpartei sogar kritischer beurteilt als das der Grünen und des Linksbündnisses aus PDS / WASG (40 bzw. 39 Prozent).

Wenn die Bundestagswahl im aktuellen Stimmungsumfeld stattfinden würde, stände Deutschland vor einem politischen Wechsel: Die Union wäre mit 43 Prozent (-1 Punkt im Wochenvergleich) stärkste Kraft, die FDP käme unverändert auf 7 Prozent. Der Stimmenanteil der Regierungsparteien SPD (27 Prozent) und Grüne (8 Prozent) bleibt stabil. Das "Linksbündnis" aus PDS und WASG kann hingegen erneut 1 Punkt auf 11 Prozent zulegen. Eine bürgerliche Koalition aus Union und FDP verfügte damit weiterhin über eine Mehrheit der Mandate, ihr Vorsprung ist jedoch mittlerweile auf 4 Punkte geschrumpft.

Auch wenn eine bürgerliche Koalition derzeit möglich wäre und dieses Bündnis aus Sicht der Bürger als Sieger einer vorgezogenen Bundestagswahl bereits feststeht, ist dies nicht die Konstellation, die aus Wählerperspektive am besten wäre für Deutschland: 42 Prozent sind der Meinung, dass eine große Koalition das Land am ehesten nach vorne bringen würde. Ein Drittel (33 Prozent) traut dies einem bürgerlichen Kabinett zu. Lediglich jeder Siebte (15 Prozent) ist der Überzeugung, dass Rot-Grün zukünftig gut für Deutschland wäre.

Ein möglicher Grund für die Skepsis der Bürger gegenüber einer schwarz-gelben Koalition ist die mehrheitliche Erwartung (65 Prozent), dass nach einem Regierungswechsel zusätzliche finanzielle Belastungen auf sie zukommen. Vor diesem Hintergrund ist die Bevölkerung geteilter Meinung über die CDU-Pläne zur Senkung des Spitzensteuersatzes bei gleichzeitiger Streichung zahlreicher Abschreibungsmöglichkeiten (42 Prozent dafür, 43 Prozent dagegen).

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Juli, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von zehn Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 4. bis 6. Juli 1.000, für die Sonntagsfrage 1.500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
05.07. - 06.07.2005
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap