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ARD-Deutschlandtrend

Juni 2005

Der Vorschlag der SPD-Führung, die Bundestagswahl von 2006 auf diesen September vorzuziehen, hat die Themen-Agenda der Bundesbürger durch­einander gewirbelt, zum Monatswechsel erregt die Aussicht auf Neuwahlen zum Bundestag die Aufmerksamkeit der Bürger wie kein zweites Thema. Die kritische Bewertung der Regierung blieb hiervon jedoch unberührt. Wie im Vor­monat stellt nur jeder Fünfte (19 Prozent) dem Bundeskabinett ein positives Zeugnis aus. Ungeachtet des Unbehagens gegenüber Rot-Grün fallen aber auch die Erwartungen an eine unionsgeführte Regierungspolitik nicht über­schwänglich aus. ... mehr »

Der Vorschlag der SPD-Führung, die Bundestagswahl von 2006 auf diesen September vorzuziehen, hat die Themen-Agenda der Bundesbürger durch­einander gewirbelt, zum Monatswechsel erregt die Aussicht auf Neuwahlen zum Bundestag die Aufmerksamkeit der Bürger wie kein zweites Thema. Die kritische Bewertung der Regierung blieb hiervon jedoch unberührt. Wie im Vor­monat stellt nur jeder Fünfte (19 Prozent) dem Bundeskabinett ein positives Zeugnis aus. Ungeachtet des Unbehagens gegenüber Rot-Grün fallen aber auch die Erwartungen an eine unionsgeführte Regierungspolitik nicht über­schwänglich aus. Jedoch ist das Vertrauen gegenüber Mai angestiegen. Nach 33 Prozent im Mai sind nunmehr 37 Prozent der Bundesbürger davon über­zeugt, dass eine CDU/CSU-geführte Regie­rung die bestehenden Probleme besser lösen könnte.

Trotz der Zweifel an den Gestaltungs- und Problemlösungsmöglichkeiten einer unionsgeführten Bundesregierung bestehen mittlerweile ausgeprägte Sympathien für einen politischen Neuanfang. Derzeit sprechen sich sieben von zehn (72 Prozent) für einen Wechsel in Berlin aus. Fänden im aktuellen Stimmungsumfeld Wahlen statt, wäre der Regierungswechsel die Folge. Zur Vorwoche baut die Union ihren Wählerrückhalt um 1 Punkt aus, sie könnte nunmehr mit 48 Prozent der Zweitstimmen rechnen. Die SPD verliert binnen Wochenfrist 1 Punkt und würde ein Stimmenniveau von 28 Prozent erzielen. Grüne und Liberalen verbessern sich jeweils um 1 Punkt, sie kämen auf 9 bzw. 7 Prozent. Die PDS verliert gegenüber der letzten Woche 1 Punkt und würde mit 4 Prozent an der 5-Prozent-Marke scheitern. Mit einem solchen Wahlaus­gang besäße die Union die Aussicht auf eine absolute Mehrheit.

Dass ein solcher Wahlausgang eine Kanzlerin Angela Merkel zur Folge hätte, scheint für einen großen Teil der Bevölkerung kein Hindernis zu sein. Bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers könnte die Unionskandidatin mit 46 Prozent mehr Stimmen auf sich ziehen als der SPD-Amtsinhaber (38 Prozent). Der Profilvergleich zeigt, dass die Unions-Herausforderin in der Bevölkerung vor allem in sachpolitischen Fragen punkten kann, teilweise aber ebenso in persön­lichen Fragen Vorteile genießt. Merkel wird eher zugetraut, die Wirtschaft voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen. Sie gilt zudem als glaub­würdiger, tatkräftiger und als bürgernäher. In Sachfragen sichert sich Amts­inhaber Gerhard Schröder in der Außenpolitik eindeutige Vorteile. Im Einsatz für Gerechtigkeitsfragen bleibt sein Vertrauensvorsprung gegenüber Merkel eher gering. Dafür gilt er als führungsstärker und im direkten Vergleich auch als sympathischer. Darüber hinaus besitzt er nach Ansicht der Bundesbürger einen Vorteil im Umgang mit der Öffentlichkeit.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Juni, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von acht Tages­zeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 30. Mai bis 01. Juni 1.000, für die Sonntags­frage 1.500 wahlberechtigte Personen telefo­nisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verall­gemeine­rungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehler­toleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten bzw. von plus/minus 1,1 bis 2,5 Pro­zent­punkten bei der Sonntags­frage.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
30.05. - 01.06.2005
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap