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ARD-Deutschlandtrend
Oktober 2005
Große Koalition ist am besten für Deutschland
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Keine Partei kann sich als klarer Wahlgewinner profilieren
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Union und SPD sollen gleichberechtigt verhandeln
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Schröder soll eher als Merkel Anspruch auf Kanzlerschaft aufgeben
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Schröder bei der Kanzleralternative deutlich vor Merkel
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Kaum personelle Alternativen zu Schröder und Merkel
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Klare Favoriten für die Besetzung der Ministerposten
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Klare Favoriten für die Besetzung der Ministerposten
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Sonntagsfrage bestätigt das Wahlergebnis vom 18. September
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Sonntagsfrage bestätigt das Wahlergebnis vom 18. September
Abbildung vergrößern »Die Regierungsbildung in Berlin läuft auf eine große Koalition hinaus. Dies trifft auf Zustimmung in der Bevölkerung: Für eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) ist ein Bündnis der beiden Volksparteien die beste Regierungskonstellation für das Land.
Aus Sicht der Wahlbevölkerung ging keine Partei als klarer Gewinner aus der Bundestagswahl am 18. September hervor. 40 Prozent erkennen an, dass die CDU/CSU trotz ihrer Stimmenverluste stärkste Kraft im Bundestag wurde. Nur für 19 Prozent hat die SPD die Wahl gewonnen. Die Ehre des Wahlgewinners gebührt eher den beiden kleinen Parteien FDP (25 Prozent) und Linkspartei.PDS (19 Prozent), die weit über ihre eigene Anhängerschaft hinaus als Wahlsieger wahrgenommen werden. Aus dem Wahlergebnis der Union erwächst nur für eine Minderheit von 44 Prozent ein klarer Führungsauftrag. Eine Mehrheit von 53 Prozent sieht hingegen die Sozialdemokraten als gleichberechtigten Verhandlungspartner an.
Nach Meinung von 41 Prozent der Bundesbürger sollte Gerhard Schröder seine Ambitionen auf den Verbleib im Amt einseitig aufgeben. Nur 16 Prozent erteilt hingegen Angela Merkel den Rat, sie solle auf die Kanzlerschaft verzichten. Beträchtliche 39 Prozent halten es für das Beste, wenn beide Protagonisten ihre Ansprüche zu Gunsten eines Dritten aufgeben würden.
Für die Bildung einer großen Koalition verfügen sowohl Union als auch SPD über eine Reihe von fähigen Politikern. Aus den Reihen der Union halten die Bundesbürger vor allem Friedrich Merz (68 Prozent), den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (65 Prozent), den CSU-Sozialexperten Horst Seehofer (63 Prozent) und Wolfgang Schäuble (60 Prozent) für besonders qualifiziert. Die Kompetenz Edmund Stoibers für ein Ministeramt in Berlin überzeugt 62 Prozent nicht. Beim sozialdemokratischen Personal sind aus Sicht der Bevölkerung in erster Linie Innenminister Otto Schily (61 Prozent) und Verteidigungsminister Peter Struck (59 Prozent) geeignet für die neue Bundesregierung. Aber auch dem SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering (55 Prozent), Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (52 Prozent) und dem früheren NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (49 Prozent) wird ein Ministeramt zugetraut. Die Eignung der amtierenden Gesundheitsministerin Ulla Schmidt für eine weitere Amtszeit bezweifelt eine Mehrheit von 57 Prozent.
Knapp drei Wochen nach der Bundestagswahl hat sich am Kräfteverhältnis zwischen den Parteien nur wenig geändert. Eine wiederholte Neuwahl des Bundestages, wie sie angesichts der schwierigen Sondierungsgespräche immer wieder in die Diskussion gebracht wurde, dürfte ebenfalls zu keiner einfacheren Koalitionsbildung führen: Wenn die Deutschen bereits am nächsten Sonntag wieder zur Urne gerufen werden würden, käme die Union auf 36 Prozent und wäre wie am 18. September nur knapp stärkste Kraft vor den Sozialdemokraten mit 34 Prozent. Wie am Wahlsonntag läge die FDP (10 Prozent) vor der Linkspartei.PDS (8 Prozent) und den Grünen (8 Prozent).
Das sind die wichtigsten Ergebnisse des DeutschlandTREND vom Oktober, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von acht Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 4. bis 5. Oktober 1.000, für die Sonntagsfrage 1.508 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.
Sonntagsfrage: 1.508 Befragte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%