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ARD-Deutschlandtrend

März 2008

Als Folge schwierigerer Mehrheitsverhältnisse in den Bundesländern und im Bund wird derzeit über neue Koalitionsmöglichkeiten diskutiert, wie zum Beispiel Schwarz-Grün und eine Zusammenarbeit zwischen SPD und Linken. Eine schwarz-grüne Zusammenarbeit findet ein zwiespältiges Echo. Auf der einen Seite würde sich rund jeder Zweite freuen, wenn Schwarz-Grün in einem Bundesland ausprobiert werden würde (55 Prozent) und sieht dies als eine prinzipiell gute Konstellation an, weil Wirtschaft und Umwelt dabei gleichermaßen Berücksichtigung fänden (49 Prozent). Auf der anderen Seite ist jedoch rund ... mehr »

Als Folge schwierigerer Mehrheitsverhältnisse in den Bundesländern und im Bund wird derzeit über neue Koalitionsmöglichkeiten diskutiert, wie zum Beispiel Schwarz-Grün und eine Zusammenarbeit zwischen SPD und Linken. Eine schwarz-grüne Zusammenarbeit findet ein zwiespältiges Echo. Auf der einen Seite würde sich rund jeder Zweite freuen, wenn Schwarz-Grün in einem Bundesland ausprobiert werden würde (55 Prozent) und sieht dies als eine prinzipiell gute Konstellation an, weil Wirtschaft und Umwelt dabei gleichermaßen Berücksichtigung fänden (49 Prozent). Auf der anderen Seite ist jedoch rund die Hälfte davon überzeugt, dass CDU und Grüne eigentlich nicht zusammen passen (53 Prozent) und wichtige Entscheidung blockiert würden (49 Prozent). Letztlich wird ein Zusammengehen der beiden Parteien lediglich als eine Notlösung betrachtet (60 Prozent).

Eine Zusammenarbeit der SPD mit der Linken trifft auf deutlich größere Skepsis als Schwarz-Grün: Jeder Zweite (50 Prozent) möchte nicht in einem Land leben, das von der Linken mitregiert wird. Nur drei von zehn sehen eine SPD-Bundesregierung mit Beteiligung der Linkspartei als ganz normale Regierung wie jede andere auch an. Die Absage der SPD-Führung an eine Zusammenarbeit im Bund, halten 61 Prozent nicht für glaubwürdig: Sie sind der Überzeugung, dass die SPD nach der Bundestagswahl 2009 mit Hilfe der Linken regieren würde, wenn sie diese Option hätte.

Bei der Bewertung der Spitzenpolitiker ist Kurt Beck der Verlierer des Monats. Nach dem von ihm initiierten Strategiewechsel im Umgang mit der Linken wird seine Arbeit nur noch von 32 Prozent mit Wohlwollen bedacht, sein schlechtester, bisher im ARD-DeutschlandTREND gemessener Wert. Außenminister Steinmeier (68 Prozent) und Kanzlerin Merkel (67 Prozent) sind weiterhin die beliebtesten Parteipolitiker Deutschlands. Bei der hypothetischen Kanzler-Direktwahl konnte die Amtsinhaberin den Vorsprung auf ihren möglichen Herausforderer Beck von 29 auf 42 Punkte deutlich ausbauen. Merkel verfügt über erhebliche Image-Vorteile gegenüber Beck. Hieße ihr Kontrahent Steinmeier, fiele Merkels Vorsprung mit 22 Punkten nur halb so groß aus.

Die SPD muss Verluste in der Wählergunst verkraften: Derzeit würden sich lediglich 28 Prozent für die Sozialdemokraten entscheiden (-2 Punkte im Vergleich zum Vormonat). Die Linke ist hingegen nach ihren Landtagswahl-Erfolgen auch auf Bundesebene gestärkt (12 Prozent, +1). Stärkste Partei wäre nach wie vor die Union mit einem Stimmenanteil von 39 Prozent (+1). Auch die Grünen können zulegen auf 10 Prozent (+1). Die FDP hingegen verliert leicht (8 Prozent. -1).

Mit dem Wirken des amtierenden Bundespräsidenten äußern sich 82 Prozent zufrieden, 81 Prozent würden eine zweite Amtszeit Horst Köhlers begrüßen.

Die in fast allen Bundesländern eingeführte Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur hat einen früheren Eintritt in das Erwerbsleben zum Ziel. In der Bevölkerung trifft das Abitur nach 12 Jahren auf Kritik: 37 Prozent sind der Meinung, das so genannte "G8" gehe in die richtige Richtung, 60 Prozent sieht dies als falschen Weg an.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des ARD-DeutschlandTREND vom März, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von sieben Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 3. bis 4. März 1.000, für die Sonntagsfrage vom 3. bis 5. März 1.500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
3.3. - 4.3.2008 /
Sonntagsfrage: 3.3. - 5.3.2008
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Sonntagsfrage:
1,1* bis 2,5** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap