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ARD-DeutschlandTREND

Juni 2009

Dass die Europawahl aufgrund der deutlich geringeren Wahlbeteiligung und wegen ihres Charakters als Nebenwahl nur eingeschränkt als Testlauf für die Bundestagswahl zu werten ist, sieht auch eine Mehrheit der Bundesbürger so: 63 Prozent sind der Meinung, dass der Ausgang der Europawahl nichts über den Ausgang der Abstimmung am 27. September aussagt. Dies liegt nach Ansicht von 71 Prozent daran, dass die meisten Menschen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissen, welche Partei sie bei der Bundestagswahl wählen werden. mehr »

Dass die Europawahl aufgrund der deutlich geringeren Wahlbeteiligung und wegen ihres Charakters als Nebenwahl nur eingeschränkt als Testlauf für die Bundestagswahl zu werten ist, sieht auch eine Mehrheit der Bundesbürger so: 63 Prozent sind der Meinung, dass der Ausgang der Europawahl nichts über den Ausgang der Abstimmung am 27. September aussagt. Dies liegt nach Ansicht von 71 Prozent daran, dass die meisten Menschen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissen, welche Partei sie bei der Bundestagswahl wählen werden. Für eine Mehrheit von 57 Prozent ist noch nicht ausgemacht, dass – wie bei der Europawahl – eine bürgerliche Koalition aus Union und FDP bei der Bundestagswahl die Mandatsmehrheit erringen wird.

 

Die Position von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in der Debatte um staatliche Hilfen für Unternehmen wird in der Bevölkerung offenbar honoriert, denn seine politische Arbeit bewerten aktuell 61 Prozent der Deutschen positiv, ein Plus von 10 Punkten binnen vier Wochen. Dies ist der beste Wert, den je ein Wirtschaftsminister im DeutschlandTREND erzielt hat. Der CSU-Politiker schließt damit zum SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf, der von 63 Prozent positive Noten bekommt und ein Minus von 5 Punkten verzeichnet. An der Spitze der beliebtesten Politiker Deutschlands steht weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit deren Wirken 68 Prozent der Deutschen einverstanden sind (-1). In der amtierenden Regierungschefin sehen vier Fünftel der Bevölkerung (80 Prozent) eine kompetente Politikerin, die zudem Spaß an ihrer Aufgabe hat (87 Prozent) und dabei nach Meinung von 69 Prozent sympathisch wirkt. Jeweils sieben von zehn Bundesbürgern attestieren ihr darüber hinaus Glaubwürdigkeit (72 Prozent), Führungsstärke (70 Prozent) und Zielstrebigkeit (72 Prozent). Mit diesen Imagewerten lässt Merkel die anderen Spitzenpolitiker hinter sich. Drei Viertel (74 Prozent) attestieren ihr, eine gute Bundeskanzlerin zu sein. Ihrem SPD-Herausforderer trauen dies nur 32 Prozent zu. Auch in der direkten Konfrontation kann sich Merkel stärker von Steinmeier absetzen: Bei der Direktwahl des Kanzlers würden sich derzeit 60 Prozent für die Amtsinhaberin und nur 27 Prozent für den SPD-Spitzenkandidaten entscheiden – Rekordhoch für die CDU-Frau, für den SPD-Mann Rekordtief seit seiner Nominierung im September 2008.

 

Die gute Bewertung der Unions-Spitzen wirkt sich in der politischen Stimmung zugunsten der Union aus: Im Juni käme die Union auf 36 Prozent der Stimmen, ein Plus von 2 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Die SPD hingegen verliert im gleichen Umfang und könnte nur noch einen Wähleranteil von 25 Prozent erzielen. Für die FDP würden wie im Mai 14 Prozent votieren. Die Grünen kämen auf 13 Prozent (+2 Punkte) – ihr bester Wert seit November 2004. Die Linke bleibt konstant bei 9 Prozent.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
08. bis 09. Juni 2009
Sonntagsfrage: 08. bis 10. Juni 2009
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap