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ARD-DeutschlandTREND

August 2010

Eine große Mehrheit der Bevölkerung (82 Prozent) lehnt die von Wirtschaftminister Brüderle vorgeschlagene Abschaffung der noch von der großen Koalition beschlossenen Rentengarantie ab. Auch der Forderung nach der Erleichterung des Zuzugs ausländischer Fachkräfte, die laut Wirtschaft für den Aufschwung dringend benötigt werden, erteilt die Mehrheit der Bürger (68 Prozent) eine Absage. In der Diskussion um die Höhe der Hartz IV-Sätze sind die Meinungen geteilt: Etwas mehr als die Hälfte betrachtet die Leistungen als angemessen (45 Prozent) bzw. zu hoch (9 Prozent), vier von zehn (41 Prozent) halten das Niveau für zu niedrig. Die Pläne von Arbeitsministerin von der Leyen, über ein Gutscheinsystem Kinder in Hartz IV-Haus­halten direkt zu fördern, stoßen auf große Unterstützung (83 Prozent). In der Frage des Atomausstiegs will die Mehrheit am ursprünglichen Zeitplan des Ausstiegs festhalten bzw. sofort aussteigen. Der Vorschlag von Umweltminister Röttgen, die Laufzeiten um 8 Jahre zu verlängern, wird von 15 Prozent unterstützt, 29 Prozent sprechen sich gegen eine feste zeitliche Begrenzung von Laufzeiten aus. mehr »

Eine große Mehrheit der Bevölkerung (82 Prozent) lehnt die von Wirtschaftminister Brüderle vorgeschlagene Abschaffung der noch von der großen Koalition beschlossenen Rentengarantie ab. Auch der Forderung nach der Erleichterung des Zuzugs ausländischer Fachkräfte, die laut Wirtschaft für den Aufschwung dringend benötigt werden, erteilt die Mehrheit der Bürger (68 Prozent) eine Absage. In der Diskussion um die Höhe der Hartz IV-Sätze sind die Meinungen geteilt: Etwas mehr als die Hälfte betrachtet die Leistungen als angemessen (45 Prozent) bzw. zu hoch (9 Prozent), vier von zehn (41 Prozent) halten das Niveau für zu niedrig. Die Pläne von Arbeitsministerin von der Leyen, über ein Gutscheinsystem Kinder in Hartz IV-Haus­halten direkt zu fördern, stoßen auf große Unterstützung (83 Prozent). In der Frage des Atomausstiegs will die Mehrheit am ursprünglichen Zeitplan des Ausstiegs festhalten bzw. sofort aussteigen. Der Vorschlag von Umweltminister Röttgen, die Laufzeiten um 8 Jahre zu verlängern, wird von 15 Prozent unterstützt, 29 Prozent sprechen sich gegen eine feste zeitliche Begrenzung von Laufzeiten aus.

 

Die wirtschaftliche Grundstimmung hat sich angesichts des Aufwärtstrends vieler ökonomischer Indikatoren deutlich verbessert, allerdings gehen 73 Prozent der Deutschen davon aus, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) fürchtet um die Sicherheit der eigenen Ersparnisse und drei von zehn Berufstätigen (29 Prozent) sorgen sich um den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Zu dieser Unsicherheit kommt hinzu, dass sich in den letzten Jahren offenbar der Eindruck ver­festigt hat, dass in erster Linie die Unternehmen (77 Prozent) und nicht die Beschäftigten von einem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Vor diesem Hinter­grund findet die Forderung der Gewerkschaften, über Lohnerhöhungen die Teilhabe am Aufschwung zu ermöglichen, große Unterstützung (71 Prozent).

 

Die gesamte Bundesregierung (16 Prozent Zustimmung) sowie die Kanzlerin (41 Pro­zent) und der Vizekanzler (22 Prozent) verharren im Ansehenstief, und 8 der 15 Minister verzeichnen eine negative Leistungsbilanz. Wie die kontroversen regierungs­internen Debatten z.B. zum Thema Rentengarantie zeigen, gelingt es der Regierung derzeit nicht, der daraus resultierenden Unsicherheit in Bezug auf eine Reihe zentraler Politikfelder sowie dem Eindruck mangelnder Geschlossenheit entgegenzutreten. Daher kann sie auch nicht von der besseren wirtschaftlichen Grundstimmung profitieren und verzeichnet in der Sonntagsfrage die geringste Unterstützung seit ihrem Amtsantritt. Die Unionsparteien müssten im Vergleich zum Vormonat 2 Punkte abgeben und kämen auf 31 Prozent. Da die SPD um einen Punkt auf ebenfalls 31 Pro­zent zulegt, liegen Unionsparteien und SPD erstmals seit November 2006 wieder gleichauf. Die Grünen lägen unverändert bei 17 Prozent, die Liberalen bei 5 Prozent. Die Linkspartei käme auf 10 Prozent. Die Sonstigen würden zusammen 6 Prozent (+1) erzielen. In der Konsequenz wünschen sich vier von zehn Wahlberechtigten (42 Pro­zent) einen politischen Wechsel und plädieren aktuell für eine SPD-geführte Bundes­regierung. Nur drei von zehn (32 Prozent) setzen dagegen weiterhin auf eine führende Rolle der Union.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.000 Befragte
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte
Erhebungszeitraum:
02. bis 04. August 2010

Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:
Infratest dimap