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ARD-DeutschlandTREND
Juni 2010
Wachsende Sorge vor Verschärfung der Finanzkrise
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Aussagen zur Finanz- und Wirtschaftskrise
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Mehrheit der Deutschen erwartet sinkenden Lebensstandard
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Schutzpaket für den Euro wird überwiegend abgelehnt
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Drei Viertel halten Politik für machtlos gegenüber den Finanzmärkten
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Sparmaßnahmen: Bildung, Familie und Gesundheit sollen verschont werden
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Zwei Drittel halten Steuererhöhungen für unvermeidlich
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Finanztransaktionssteuer: Keine Mehrheit für deutschen Alleingang
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Ansehen der Bundesregierung im Rekordtief
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Mehrheit hält angesichts der Schuldenkrise Große Koalition für besser
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Politikerbewertung: Mehrheit unzufrieden mit Kanzlerin Merkel
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Sonntagsfrage: Regierungsparteien mit Verlusten
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Sonntagsfrage nach West und Ost
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FDP: Festhalten an Steuersenkungen sorgt für Kritik
Abbildung vergrößern »Durch die Griechenlandkrise und den Druck auf den Euro ist den Bürgern offenbar bewusst geworden, dass die Finanzkrise noch nicht vorüber ist und auch Deutschland davon massiv betroffen sein wird. 75 Prozent befürchten, dass der schlimmste Teil der Krise erst noch bevorsteht – ein Anstieg um 19 Punkte binnen Monatsfrist. Mittlerweile sorgen sich knapp zwei Drittel (67 Prozent) um ihre Ersparnisse. Auch geht die Hälfte der Bürger von einem sinkenden Lebensstandard in den nächsten Jahren aus.
Die Milliardenbürgschaften für den Schutz des Euro hält eine Mehrheit (64 Prozent) für falsch. Nur 35 Prozent sind der Meinung, dass der Euro-Rettungsschirm alternativlos ist. Jeder Zweite wirft gleichzeitig der Bundesregierung vor, nicht schnell und entschlossen genug gehandelt zu haben. Allerdings stellen 82 Prozent der Bevölkerung fest, dass ein stabiler Euro letztlich im deutschen Interesse liegt.
Dass die Haushaltsverschuldung nur durch Einsparungen in den Ressorts ausgeglichen werden kann, glaubt nur eine Minderheit (29 Prozent). Knapp zwei Drittel (64 Prozent) sind hingegen der Meinung, dass dafür Steuererhöhungen notwendig sind. Bildung, Familie und Gesundheit sind die Bereiche, die aus Sicht der Bürger von Mittelkürzungen verschont bleiben sollten. Nur 32 Prozent plädieren für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ohne Wenn und Aber – auch wenn dies einen deutschen Alleingang bedeuten würde. Fast jeder Zweite unterstützt eine solche Steuer unter dem Vorbehalt einer Einigung der Euro-Länder (18 Prozent) bzw. der großen Industrieländer (28 Prozent). Nur 14 Prozent lehnen die Besteuerung von Finanzgeschäften grundsätzlich ab.
Die kritische Bewertung der Krisenmanagements der Bundesregierung wirkt sich auf deren allgemeine Leistungsbeurteilung aus: Derzeit ist nur noch ein Fünftel (20 Prozent) der Deutschen zufrieden mit der schwarz-gelben Koalition, ein Rückgang um 6 Punkte im Vergleich zum Vormonat. Dies ist der niedrigste Wert für die amtierende Koalition. Von diesem Ansehensverlust ist vor allem die Regierungschefin betroffen: Angela Merkel muss ein Minus von 10 Punkten binnen Monatsfrist verkraften. Weil derzeit nur noch 48 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden sind, rutscht die Kanzlerin auf Platz Drei der Rangliste hinter Verteidigungsminister zu Guttenberg (61 Prozent, +/-0) und Arbeitsministerin von der Leyen (50 Prozent, -4) ab. Nur einmal in ihrer Amtszeit als Kanzlerin wurde sie schlechter bewertet.
Die politische Stimmung wirkt sich ungünstig für die Regierungsparteien aus: Die Union käme derzeit auf 33 Prozent der Stimmen, ein Minus von 2 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Die FDP muss 1 Punkt abgeben und würde 7 Prozent erreichen. Zulegen können SPD (27 Prozent, +1) und Linke (11 Prozent, +1). Die Grünen sind weiterhin im Stimmungshoch (unverändert 16 Prozent). Knapp sechs von zehn Bürgern (58 Prozent) halten eine Große Koalition angesichts der Schuldenkrise für besser als Schwarz-Gelb.
Sonntagsfrage: 1.500 Befragte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%