ARD-DeutschlandTREND

April 2011

Nach der Atom-Katastrophe in Japan plädieren fast neun von zehn Deutschen für einen schnellen Ausstieg. Jeweils 43 Prozent möchten die Nutzung der Kernenergie etwa um das Jahr 2020 bzw. noch früher einstellen. Von ihrem entschiedenen Votum für einen schnellen Ausstieg lassen sich die Bürger nicht abbringen – auch wenn längere Laufzeiten der deutschen AKWs bedeuten würden, dass die CO2-Belastung weniger stark steigen, Strom nicht so teuer werden würde bzw. Entschädigungszahlungen an die Energiekonzerne vermieden werden könnten. Nach dem Auslaufen des Moratoriums der Bundesregierung sollten aus Sicht von zwei Dritteln (67 Prozent) alle acht Atommeiler abgeschaltet bleiben. >

Große Mehrheit für Atomausstieg bis spätestens 2020

Große Mehrheit für Atomausstieg bis spätestens 2020

Bedingungen für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke

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Atom-Moratorium: Zwei Drittel für dauerhafte Abschaltung

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Ministerpräsident der Grünen findet viel wohlwollende Resonanz

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Aussagen zu den Grünen II

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Politische Inhalte der Grünen am bekanntesten

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Liberales Profil: FDP kann in ihren Regierungsressorts nicht punkten

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Bewertung der wirtschaftlichen Lage auf neuem Rekordhoch

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Persönliche wirtschaftliche Lage: Zeitverlauf

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Zwei Drittel klagen über steigende Preise

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Aktuelle Preistreiber: Einkommensgruppen

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Zufriedenheit mit der Bundesregierung gesunken

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Sonntagsfrage: Grüne erneut auf Rekordhoch

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Sonntagsfrage Bundestagswahl (West/Ost)

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Wahl- und Umfrageergebnisse seit der BTW 2005

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Politikerbewertung: Steinmeier und Steinbrück führen Rangliste an

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Politikerzufriedenheit II

Politikerzufriedenheit II

Nach der Atom-Katastrophe in Japan plädieren fast neun von zehn Deutschen für einen schnellen Ausstieg. Jeweils 43 Prozent möchten die Nutzung der Kernenergie etwa um das Jahr 2020 bzw. noch früher einstellen. Von ihrem entschiedenen Votum für einen schnellen Ausstieg lassen sich die Bürger nicht abbringen – auch wenn längere Laufzeiten der deutschen AKWs bedeuten würden, dass die CO2-Belastung weniger stark steigen, Strom nicht so teuer werden würde bzw. Entschädigungszahlungen an die Energiekonzerne vermieden werden könnten. Nach dem Auslaufen des Moratoriums der Bundesregierung sollten aus Sicht von zwei Dritteln (67 Prozent) alle acht Atommeiler abgeschaltet bleiben.

 

Dass es in Baden-Württemberg voraussichtlich bald den ersten grünen Ministerpräsidenten geben wird, findet bei 60 Prozent der Deutschen positive Resonanz. Eine erneute grüne Regierungsbeteiligung im Bund würden 65 Prozent begrüßen. Zwei Drittel (67 Prozent) betonen die Bedeutung der Grünen wegen ihrer ausgewiesenen Kompetenz in der Atom-, Umwelt- und Klimapolitik. Die anderen Parteien mögen diese Forderungen längst auch in ihren Forderungskatalog übernommen haben, vermögen dort jedoch den Grünen nicht den Rang abzulaufen. Immerhin 43 Prozent sehen den grünen Bedeutungszuwachs als dauerhaft an. Dass Union und Grüne gut zusammen passen, glauben trotz des energiepolitischen Schwenks der Regierungsparteien allerdings nur 23 Prozent.

 

Die FDP mangelt es aus Sicht der Bürger an klaren inhaltlichen Profil. Nach Ansicht einer großen Mehrheit der Deutschen stehen die Liberalen momentan weder für eine kluge Steuerpolitik (74 Prozent), die jahrelang im Fokus ihrer Programmatik stand, noch für eine kompetente Wirtschaftspolitik (65 Prozent) bzw. eine verlässliche Außenpolitik (62 Prozent) – für Bereiche also, für die sie seit rund anderthalb Jahren Regierungsverantwortung trägt. Auf personeller Ebene ziehen alle abgefragten FDP-Politiker mehr Kritik als Lob auf sich – mit Ausnahme der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

 

Von der guten wirtschaftlichen Stimmung in der Bevölkerung vermag die Bundesregierung weiterhin nicht zu profitieren. Nur noch 23 Prozent sind mit deren Arbeit zufrieden. Die politische Stimmung ist derzeit günstig für die Grünen: Bei einer Neuwahl des Bundestags, kämen sie auf 23 Prozent. Damit konnten sie ihren Stimmenanteil im Verlauf der letzten drei Wochen um insgesamt acht Punkte steigern und ihren bisherigen Rekordwert aus dem November 2010 einstellen. Die Union käme aktuell auf 33 Prozent (-2 im Vergleich zu Anfang März), die FDP auf 5 Prozent (-1). Neben den Regierungsparteien verliert auch die SPD (27 Prozent, -1) und die Linke (7 Prozent, -2) an Zustimmung in der Wahlbevölkerung.

 

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier (60 Prozent) und der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (59 Prozent) führen die Rangliste der beliebtesten Politiker an. Damit liegt zum ersten Mal seit April 2009 – damals ebenfalls Steinmeier – wieder ein SPD-Politiker an der Spitze. Das Vertrauen in Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in den letzen Wochen abgeschwächt (48 Prozent). Umweltminister Norbert Röttgen konnte sein Ansehen von 28 auf 41 Prozent Zustimmung steigern.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.004 Befragte
Sonntagsfrage: 1.504 Befragte

Erhebungszeitraum:4.-5. April 2011

Fehlertoleranz:1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:Infratest dimap

Wahlforschung

Heiko Gothe

Projektdirektor Meinungs- und Wahlforschung

heiko.gothe @infratest-dimap.de